USA: Großstädte, Nationalparks und lange Straßen
Reiseführer · redaktionellEin Urlaub in den USA kann vieles bedeuten: eine Woche zwischen Museen und Delis in New York, drei Wochen im Wohnmobil durch die Canyons von Utah oder ein Roadtrip entlang der Pazifikküste mit Zwischenstopps in Fischrestaurants auf Holzstegen. Die Entfernungen sind gewaltig, und wer seine USA Reise plant, entscheidet sich am besten früh für eine oder zwei Regionen, statt das ganze Land in einen Urlaub pressen zu wollen.
Regionen und Landschaften zwischen Atlantik und Pazifik
Der Nordosten ist das historische Kernland: kleine Städte in Neuengland mit weißen Holzkirchen, Hummerbuden an der Küste von Maine und im Oktober Wälder, deren Ahornlaub sich tiefrot färbt. Weiter südlich wird es feucht und grün, in Georgia und den Carolinas hängen Spanische Moose von den Eichen, und in Louisiana schlängeln sich die Bayous durch Sumpfland. Florida lebt von Stränden, den Keys und den Everglades, wo Alligatoren am Straßenrand in der Sonne liegen. Im Mittleren Westen ziehen sich Mais- und Weizenfelder bis zum Horizont, unterbrochen von den Großen Seen, die eher an ein Meer erinnern als an Binnengewässer. Der Westen schließlich ist das Amerika der Postkarten: Wüsten in Arizona und Nevada, rote Felsbögen in Utah, die Rocky Mountains in Colorado und Montana, Redwood-Wälder und Weinberge in Kalifornien. Alaska und Hawaii kommen als eigene Welten hinzu, die eine mit Gletschern und Grizzlybären, die andere mit Vulkanen und Korallenriffen.
New York, Chicago und die großen Städte
New York ist für viele der Einstieg. Manhattan verlangt Ausdauer: morgens zum Central Park, mittags ins Metropolitan Museum, abends über die Brooklyn Bridge, um die Skyline im letzten Licht zu sehen. In Brooklyn und Queens zeigt sich die Stadt alltäglicher, mit Bagelbäckereien, kolumbianischen Imbissen in Jackson Heights und Flohmärkten in Williamsburg. Chicago gilt als Hauptstadt der Architektur; eine Bootstour auf dem Chicago River erklärt die Geschichte der Wolkenkratzer besser als jedes Buch, danach gibt es Deep-Dish-Pizza oder ein Spiel der Cubs im Wrigley Field. Los Angeles ist weniger Stadt als Ansammlung von Vierteln: Hollywood, die Strandpromenade von Venice, das Getty Center auf dem Hügel und Koreatown mit seinen Grillrestaurants. Weiter südlich liegt San Diego mit mildem Klima, Seelöwen in La Jolla und dem Balboa Park. In Texas wirken die Städte überraschend verschieden: Houston mit dem Space Center der NASA, Dallas mit seinen Museen im Arts District, San Antonio mit der Alamo-Mission und dem Riverwalk. Philadelphia erzählt von der Gründung der Nation, mit der Liberty Bell und der Independence Hall, und dazu gehört natürlich ein Cheesesteak. Washington, D.C. wiederum lockt mit den kostenlosen Museen der Smithsonian Institution entlang der National Mall.
Nationalparks und Sehenswürdigkeiten in den USA
Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten in den USA gehören weniger Bauwerke als Landschaften. Über 60 Nationalparks schützt der National Park Service, und einige davon sind so populär, dass in der Hochsaison Zeitfenster für die Einfahrt gebucht werden müssen. Der Grand Canyon in Arizona lässt sich vom South Rim aus bequem erleben, wer mehr will, steigt auf dem Bright Angel Trail ein Stück hinab. Yellowstone mit seinen Geysiren und Bisonherden, Yosemite mit dem Granitmonolithen El Capitan, Zion und Bryce Canyon in Utah, die Great Smoky Mountains im Osten: Für eine Rundreise lohnt sich der Jahrespass „America the Beautiful“, der für ausländische Besucher inzwischen deutlich teurer ist als für Einheimische. Neben den Parks prägen Straßen das Reiseerlebnis, allen voran die Route 66 von Chicago nach Santa Monica und der Highway 1 entlang der Steilküste von Big Sur.
Geschichte, Musik und regionale Kultur
Die Geschichte des Landes ist jung, aber dicht. Lange vor den Europäern lebten hier zahlreiche indigene Völker, deren Kultur heute etwa im Navajo-Gebiet um das Monument Valley oder in den Pueblos von New Mexico sichtbar ist. Die Bürgerrechtsbewegung lässt sich in Montgomery, Selma und Memphis nachverfolgen, wo das National Civil Rights Museum im ehemaligen Lorraine Motel untergebracht ist. Musik ist vielerorts der Schlüssel zur Region: Jazz in den Clubs der Frenchmen Street in New Orleans, Country in den Honky-Tonks von Nashville, Blues im Mississippi-Delta, Motown in Detroit.
Essen und Trinken zwischen Barbecue und Food Truck
Die amerikanische Küche wird oft unterschätzt. In Texas räuchert man Rinderbrust stundenlang über Eichenholz, in Kansas City und Memphis dreht sich alles um Rippchen und Saucen. In New Orleans stehen Gumbo, Jambalaya und Beignets mit Puderzucker auf dem Tisch, an der Ostküste Clam Chowder und Lobster Rolls. Kalifornien hat mit Fisch-Tacos, Avocado und frischem Gemüse aus dem Central Valley eine eigene, leichte Linie entwickelt. Einwanderer haben überall ihre Spuren hinterlassen, sodass ein guter Dim-Sum-Laden in San Francisco oder ein äthiopisches Restaurant in Washington ebenso zum Land gehört wie der Diner mit Pancakes und Filterkaffee. Craft-Bier wird inzwischen in fast jeder Kleinstadt gebraut, Wein vor allem im Napa und Sonoma Valley sowie in Oregon. Beim Bezahlen gilt: Trinkgeld von 18 bis 20 Prozent ist im Restaurant üblich, und auf Preisschildern fehlt meist die Umsatzsteuer.
Anreise und Unterwegs in den USA
Von Frankfurt, München und anderen deutschen Flughäfen gibt es Direktflüge nach New York, Chicago, Washington, Atlanta, Miami, Los Angeles, San Francisco und weitere Städte. Nach New York dauert der Flug etwa achteinhalb Stunden, an die Westküste rund elf bis zwölf. Deutsche Staatsbürger reisen im Rahmen des Visa Waiver Program ein und benötigen vorab eine ESTA-Genehmigung sowie einen elektronischen Reisepass; die Einreisebestimmungen und Gebühren haben sich zuletzt mehrfach geändert und sollten vor der Reise geprüft werden. Innerhalb des Landes ist das Flugzeug für große Distanzen die Regel. Die Bahn spielt außerhalb des Korridors zwischen Boston, New York und Washington kaum eine Rolle, auch wenn Fernzüge wie der California Zephyr landschaftlich reizvoll sind. Für Nationalparks und das Land abseits der Metropolen ist ein Mietwagen fast unverzichtbar. Ein internationaler Führerschein wird empfohlen, Benzin ist günstiger als in Deutschland, die Strecken aber sind lang.
Beste Reisezeit für die USA
Eine einheitliche beste Reisezeit für die USA gibt es nicht. New York und Neuengland sind im Mai und Juni sowie von September bis Mitte Oktober am angenehmsten, mit Temperaturen um 20 bis 25 Grad; im Juli und August wird es schwül, im Winter fällt oft Schnee. Für die Nationalparks im Südwesten eignen sich Frühjahr und Herbst, denn im Sommer erreicht das Death Valley regelmäßig über 45 Grad und auch am Grand Canyon kann es tagsüber heiß werden. Yellowstone und die Rockies sind dagegen von Juni bis September die richtige Wahl, viele Straßen sind im Winter gesperrt. Florida und Hawaii lassen sich ganzjährig bereisen, in Florida ist der Winter mit 22 bis 26 Grad sogar Hauptsaison, während von Juni bis November Hurrikane möglich sind. Kalifornien hat ein mildes Klima, an der Küste um San Francisco bringt der Sommer allerdings häufig Nebel, und der September ist dort oft der wärmste Monat.
USA Reiseziele für die erste und die nächste Reise
Für eine erste Reise bietet sich die Kombination aus New York und einer kleinen Rundfahrt durch Neuengland an, oder der klassische Westen mit San Francisco, Yosemite, Las Vegas und dem Grand Canyon. Wer schon einmal da war, findet weitere USA Reiseziele abseits dieser Pfade: die Küste Oregons mit ihren Leuchttürmen, die Badlands in South Dakota, die Kunstszene von Santa Fe, die Inselketten der Outer Banks oder die Bergdörfer der Appalachen, in denen abends Bluegrass gespielt wird. Gerade in diesen Gegenden erlebt man ein Land, das deutlich langsamer und freundlicher ist, als die Schlagzeilen vermuten lassen.
















