Delaware: Kleiner Staat mit Strand und Geschichte
Reiseführer · redaktionellAm 7. Dezember 1787 ratifizierte Delaware als erster Staat die US-Verfassung – daher der Beiname „The First State“. Ein Urlaub in Delaware führt auf engem Raum von den Herrenhäusern der Du-Pont-Familie im Brandywine Valley bis an die breiten Atlantikstrände von Rehoboth Beach und Lewes.
Lage und Landschaft
Delaware ist nach Rhode Island der zweitkleinste Bundesstaat der USA und nimmt den nordöstlichen Teil der Delmarva-Halbinsel ein. Im Norden, rund um Wilmington, wird das Land hügelig, durchzogen vom Brandywine Creek. Weiter südlich dominieren flache Felder, Hühnerfarmen und Salzmarschen an der Delaware Bay, bevor die Küste am Atlantik in Dünen und lange Sandstrände übergeht. Im Prime Hook und im Bombay Hook National Wildlife Refuge rasten im Frühjahr und Herbst Zehntausende Zugvögel; im Mai und Juni legen an den Buchtstränden unzählige Pfeilschwanzkrebse ihre Eier ab. Der Chesapeake and Delaware Canal trennt den dicht besiedelten Norden um Wilmington vom ländlichen Süden, den die Einheimischen augenzwinkernd „Slower Lower“ nennen.
Sehenswürdigkeiten in Delaware
Das Brandywine Valley ist das Erbe der Familie du Pont, die hier 1802 eine Schießpulvermühle gründete. Heute zeigen das Hagley Museum die alten Werksanlagen, Winterthur eine große Sammlung amerikanischer Wohnkultur und die Nemours Estate ein französisch anmutendes Schloss mit Gärten. In Dover erzählen das Old State House und die First State Heritage Park Geschichten aus der Kolonialzeit; Motorsportfans kennen die Stadt durch den Dover Motor Speedway. New Castle südlich von Wilmington bewahrt Kopfsteinpflaster und Backsteinhäuser aus dem 18. Jahrhundert. Vor Lewes erstreckt sich der Cape Henlopen State Park mit Dünenwegen, Radstrecken und Beobachtungstürmen aus dem Zweiten Weltkrieg, von denen man über die Mündung der Delaware Bay blickt. Der First State National Historical Park bündelt seit 2013 mehrere historische Stätten im ganzen Staat.
Städte und Strandorte
Wilmington ist mit Riverfront-Promenade, Museen und Firmensitzen das wirtschaftliche Zentrum – zahlreiche US-Konzerne sind wegen des unternehmensfreundlichen Rechts hier registriert. Die Universitätsstadt Newark lebt vom Campus der University of Delaware, Middletown und Milford sind ruhige Kleinstädte im Landesinneren. Im Sommer zieht es alle an die Küste: Rehoboth Beach mit Boardwalk, Boutiquen und einer offenen LGBTQ-Szene, das historische Lewes mit Fährverbindung nach Cape May in New Jersey, dazu Dewey Beach und Bethany Beach. Seaford im Südwesten liegt am Nanticoke River.
Essen, Einkaufen und Alltag
Delaware erhebt keine Umsatzsteuer, was Outlet-Center in Rehoboth zu Pilgerstätten für Schnäppchenjäger aus den Nachbarstaaten macht. Kulinarisch dominieren Blaukrabben, frittierte Muscheln und Scrapple, eine würzige Schnitte aus Schweinefleisch und Maismehl. In Milton braut Dogfish Head seit den 1990er-Jahren experimentelle Biere, und am Boardwalk sind Thrasher’s Pommes mit Essig ein Ritual. Im Sommer verkaufen Farmstände in Sussex County Erdbeeren, Pfirsiche und Zuckermais, und in Bridgeville feiert man jeden Herbst das Apple-Scrapple Festival.
Anreise und beste Reisezeit
Delaware hat keinen großen Passagierflughafen; die meisten Reisenden landen in Philadelphia, Baltimore oder Washington. Amtrak hält in Wilmington auf der Strecke zwischen New York und Washington. Die beste Reisezeit für Strandurlaub ist Juni bis September, die angenehmste für Gärten und Ausflüge sind Mai und Oktober, wenn die Strandorte ruhiger und die Unterkünfte günstiger sind.








