Region · Ebene 2

Utah

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Land
USA
Städte
55
Zuordnung
über Koordinaten
§ 3

Utah: Rote Canyons, Salzseen und Pulverschnee

Reiseführer · redaktionell

Kaum ein Bundesstaat hat auf so engem Raum so viele Felslandschaften von Weltrang wie Utah: Steinbögen, Sandsteinschluchten und Felsnadeln in allen Rottönen. Ein Urlaub in Utah lässt sich im Sommer als Roadtrip durch fünf Nationalparks planen und im Winter als Skireise in die Berge über Salt Lake City.

Landschaft: vom Großen Salzsee zum Colorado-Plateau

Im Norden zieht sich die Wasatch Range wie eine Mauer durch den Staat; an ihrem Fuß reiht sich die Wasatch Front mit Salt Lake City, Ogden und Provo, wo der Großteil der Bevölkerung lebt. Westlich davon erstreckt sich das Große Becken mit dem Großen Salzsee und den gleißend weißen Bonneville Salt Flats, auf denen seit Jahrzehnten Geschwindigkeitsrekorde gefahren werden. Der Süden und Osten gehören zum Colorado-Plateau, einem Hochland, das Colorado River und Green River in tiefe Canyons zerlegt haben. Wie bizarr das Land sein kann, zeigt der Goblin Valley State Park mit Hunderten pilzförmiger Felsgestalten, und am Dead Horse Point blickt man von einer Klippe auf eine Schleife des Colorado River.

Sehenswürdigkeiten in Utah: die „Mighty Five“

Die fünf Nationalparks sind die bekanntesten Utah Reiseziele. Im Zion National Park wandert man durch die Narrows im Flussbett des Virgin River oder steigt zum ausgesetzten Angels Landing auf, für das inzwischen eine Genehmigung nötig ist. Bryce Canyon begeistert mit Tausenden orangefarbener Hoodoos, die bei Sonnenaufgang leuchten. Bei Moab liegen der Arches National Park mit über 2.000 natürlichen Steinbögen, darunter der Delicate Arch, und der weitläufige Canyonlands National Park mit dem Aussichtspunkt Grand View. Weniger überlaufen ist Capitol Reef mit seinen Obstgärten aus der Pionierzeit. Dazu kommen Monument Valley an der Grenze zu Arizona im Gebiet der Navajo Nation, der Scenic Byway 12 durch das Grand Staircase-Escalante und der Lake Powell.

Salt Lake City und andere Städte

Salt Lake City wurde 1847 von Mormonen unter Brigham Young gegründet. Der Temple Square mit Tempel und Tabernakel ist bis heute Zentrum der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Die Stadt richtete 2002 die Olympischen Winterspiele aus und soll sie 2034 erneut ausrichten. Rund um Salt Lake City liegen die Vorstädte West Valley City, Murray und Sandy, von denen aus man in einer halben Stunde in Skigebieten wie Alta, Snowbird oder den Resorts bei Park City ist. Provo und Orem leben von der Brigham Young University, Ogden hat sich mit seiner historischen 25th Street vom Eisenbahnknoten zur Outdoor-Stadt gewandelt. St. George im warmen Südwesten ist Ausgangspunkt für Zion und ein beliebter Winterwohnsitz.

Geschichte und Kultur

Lange vor den Siedlern lebten hier die Ancestral Puebloans und die Fremont-Kultur, deren Felsbilder in vielen Canyons erhalten sind; Ute, Paiute, Shoshone und Navajo sind bis heute präsent. Am Promontory Summit trafen sich 1869 die Gleise der ersten transkontinentalen Eisenbahn, symbolisch verbunden mit dem „goldenen Nagel“. Utah wurde erst 1896 Bundesstaat. Der Einfluss der Mormonen prägt Alltag und Stadtbild, etwa durch das schachbrettartige Straßennetz mit sehr breiten Straßen. Park City war über Jahrzehnte Gastgeber des Sundance-Filmfestivals.

Essen und Trinken

Typisch ist Fry Sauce, eine Mischung aus Ketchup und Mayonnaise zu Pommes und Burgern. „Funeral Potatoes“, ein Kartoffelauflauf mit Cornflakes-Kruste, gibt es bei Familienfeiern, und Jell-O gilt als offizieller Staatssnack. Im Süden bekommt man Navajo-Tacos auf frittiertem Fladenbrot. Die Alkoholgesetze sind strenger als anderswo, Bier und Wein gibt es aber in Restaurants und Brauereien problemlos.

Anreise und beste Reisezeit

Der Flughafen Salt Lake City ist ein großes Drehkreuz, für den Süden bietet sich auch Las Vegas an. Die beste Reisezeit für die Nationalparks sind Frühjahr und Herbst, wenn die Temperaturen angenehm sind; im Juli und August wird es in Zion und Moab sehr heiß, und Gewitter können Canyons gefährlich machen. Skifahrer kommen von Dezember bis März wegen des trockenen, leichten Schnees. Wer mehrere Parks besucht, spart mit dem Jahrespass America the Beautiful.