Honolulu entdecken: Waikiki, Pearl Harbor und Poke
Reiseführer · redaktionellSurfer paddeln vor dem Vulkankrater Diamond Head in die Wellen, während am Strand von Waikiki die Sonne im Pazifik versinkt – Honolulu ist für viele der Inbegriff des Südseetraums. Eine Reise nach Honolulu verbindet Strandurlaub mit Geschichte, vom einzigen Königspalast auf US-Boden bis nach Pearl Harbor. Für einen Urlaub auf Oʻahu ist die Hauptstadt Hawaiis der ideale Ausgangspunkt.
Königreich, Plantagen und Pearl Harbor
Polynesische Seefahrer besiedelten die Inseln vor rund tausend Jahren. 1795 vereinte König Kamehameha I. Oʻahu mit den anderen Inseln, und Honolulu, „geschützte Bucht“, wurde zum Hafen für Walfänger und Händler. Amerikanische Zuckerbarone holten Arbeiter aus China, Japan, den Philippinen, Portugal und Korea auf die Plantagen und prägten die bunte Bevölkerung, die Hawaii bis heute auszeichnet. 1893 stürzten amerikanische Geschäftsleute Königin Liliʻuokalani, 1898 annektierten die USA die Inseln, 1959 wurde Hawaii 50. Bundesstaat. Der japanische Angriff auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 brachte die USA in den Zweiten Weltkrieg.
Sehenswürdigkeiten in Honolulu
Waikiki mit seinem langen Sandstrand, Surfschulen und Hotels ist das touristische Zentrum; die Statue des Surfpioniers Duke Kahanamoku erinnert an den Mann, der den Sport weltbekannt machte. Ein Wanderweg führt auf den Rand des Diamond Head, eines erloschenen Tuffkraters, mit Blick über die Küste – Tickets sollte man vorab reservieren. Das Pearl Harbor National Memorial umfasst das USS Arizona Memorial über dem versunkenen Schlachtschiff, das Schlachtschiff USS Missouri, auf dem Japan 1945 kapitulierte, und ein U-Boot-Museum. In Downtown steht der ʻIolani-Palast, die Residenz der letzten hawaiischen Monarchen, gegenüber die goldene Statue von Kamehameha I. Ein Ausflug zur Hanauma Bay im Osten, einem Naturschutzgebiet zum Schnorcheln in einem Vulkankrater, ist ein Höhepunkt; im nahen Hawaii Kai starten Kajak- und Bootstouren.
Museen, Kultur und Viertel
Das Bishop Museum gilt als bedeutendstes Museum für polynesische Kultur und Naturgeschichte, mit Federumhängen der Könige und einem Planetarium. Das Honolulu Museum of Art zeigt asiatische und hawaiische Kunst in einem Gebäude mit Innenhöfen. Chinatown, eines der ältesten Viertel, lockt mit Märkten, Lei-Ständen, Galerien und Bars. Kakaʻako zwischen Downtown und Waikiki ist ein junges Viertel mit großformatigen Wandbildern, Brauereien und Food Trucks. Das noble Waialae-Kahala hinter dem Diamond Head bietet ruhige Strände und elegante Villen. Hula-Vorführungen, Ukulele-Musik und das „Aloha Friday“-Ritual mit bunten Hemden prägen den Alltag.
Essen in Honolulu
Die Küche Hawaiis spiegelt die Einwanderung wider. Poke, roher, marinierter Thunfisch oder Oktopus mit Sojasauce, Sesam und Algen, gibt es frisch in Fischläden und Supermärkten. Der Plate Lunch mit zwei Kugeln Reis, Makkaronisalat und Fleisch, etwa Kalua Pig oder Teriyaki-Hähnchen, ist das Mittagessen der Insel, Spam Musubi ein beliebter Snack. Shave Ice mit bunten Sirupen kühlt an heißen Tagen, Malasadas, portugiesische Krapfen, sind süße Verführung. Die Restaurants in Honolulu reichen von Food Trucks bis zur Hawaii Regional Cuisine, die lokale Zutaten mit asiatischen Techniken verbindet. Abends trinkt man Mai Tai an der Strandbar.
Aloha-Kultur und Feste
Hawaiische Traditionen werden in Honolulu lebendig gepflegt. Am 11. Juni feiern die Inseln den King Kamehameha Day mit Paraden und Blumenketten an der Statue des Königs, im September folgt das Aloha Festival mit Hula und Musik. Am Strand von Waikiki finden abends kostenlose Hula-Vorführungen statt, und in Kursen lernt man Lei-Binden oder Ukulele spielen. Wer respektvoll reist, achtet auf heilige Orte, Riffschutz und die Hinweise der Einheimischen.
Unterwegs, Reisezeit und Ausflüge
Der Daniel K. Inouye International Airport liegt rund 15 Kilometer westlich von Waikiki. TheBus ist ein günstiges, gut ausgebautes Busnetz für die ganze Insel, die neue Skyline-Stadtbahn verbindet schrittweise die Westseite mit der Innenstadt. Für die Nordküste ist ein Mietwagen praktisch. Honolulu hat ganzjährig warmes Klima um 25 bis 30 Grad; die beste Reisezeit sind Frühling und Herbst mit weniger Touristen. Im Winter bringt die Nordküste riesige Wellen für Profisurfer, und Buckelwale ziehen vorbei. Ausflüge führen zum North Shore mit Haleʻiwa und Waimea Bay, auf den Wanderweg zum Makapuʻu-Leuchtturm, zur Kualoa Ranch mit Filmkulissen und nach Kailua mit türkisblauen Buchten.












