Indianapolis entdecken: Rennstrecke, Kanal und Kultur
Reiseführer · redaktionellEnde Mai verwandelt sich Indianapolis in die Hauptstadt des Motorsports, wenn über 300.000 Zuschauer beim Indy 500 die schnellsten Rennwagen der Welt anfeuern. Eine Reise nach Indianapolis bietet aber auch ohne Rennfieber viel: einen Kanal mitten in der Stadt, eines der größten Kindermuseen der Welt und Viertel mit Kunst und Craft-Beer. Für eine entspannte Städtereise im Mittleren Westen ist „Indy“ eine gut erreichbare Wahl.
Eine Hauptstadt mit Plan
Indianapolis wurde 1821 als neue Hauptstadt Indianas angelegt, mitten im damals unerschlossenen Land. Der Planer Alexander Ralston, der zuvor am Entwurf von Washington mitgearbeitet hatte, zeichnete ein Raster mit einem runden Platz im Zentrum und diagonalen Straßen. Der Monument Circle mit dem Soldiers' and Sailors' Monument ist bis heute der Mittelpunkt der Stadt. Mit der Eisenbahn wurde Indianapolis zum Verkehrsknoten, daher der Spitzname „Crossroads of America“. 1909 entstand der Indianapolis Motor Speedway, zwei Jahre später fand das erste 500-Meilen-Rennen statt. Später erfand sich die Stadt als Sportzentrum neu und wurde Sitz der NCAA, des Dachverbands des Hochschulsports.
Sehenswürdigkeiten in Indianapolis
Der Indianapolis Motor Speedway im Vorort Speedway ist die größte Sportstätte der Welt mit permanenten Sitzplätzen. Ein Museum zeigt historische Siegerwagen, Busrundfahrten führen über die Strecke, und wer mag, küsst die „Yard of Bricks“, einen Streifen Backsteine aus der Originalbahn. Mitten in der Stadt verläuft der Central Canal, an dem man Tretboote leihen und am Ufer spazieren kann. Am Kanal liegt der White River State Park mit Zoo, Garten und Museen. Vom Soldiers' and Sailors' Monument bietet eine Aussichtsplattform Blick über Downtown. Der Cultural Trail, ein Rad- und Fußweg, verbindet die Innenstadtviertel miteinander.
Museen und Viertel
Das Children's Museum of Indianapolis gilt als größtes Kindermuseum der Welt, mit lebensgroßen Dinosauriern, einer Glasskulptur von Dale Chihuly und interaktiven Ausstellungen. Das Eiteljorg Museum widmet sich der Kunst der Ureinwohner und des amerikanischen Westens, das Newfields mit dem Indianapolis Museum of Art liegt in einem großen Park und ist bekannt für Robert Indianas „LOVE“-Skulptur. Im Massachusetts Avenue Commercial District, kurz Mass Ave, finden sich Theater, Bars, Galerien und das Kurt Vonnegut Museum, das dem berühmten Sohn der Stadt gewidmet ist. Fountain Square im Südosten lockt mit Duckpin-Bowling und Retro-Clubs. Irvington im Osten ist ein historisches Viertel mit viktorianischen Häusern, das im Oktober ein großes Halloween-Festival feiert. Meridian Kessler im Norden bezaubert mit eleganten Villen und gemütlichen Cafés.
Essen in Indianapolis
Das Pork Tenderloin Sandwich ist das inoffizielle Gericht Indianas: ein riesiges, plattgeklopftes und paniertes Schweineschnitzel, das weit über das Brötchen hinausragt. Zum Nachtisch gehört Sugar Cream Pie, ein schlichter Kuchen mit Zucker-Sahne-Füllung. Seit 1902 serviert ein traditionsreiches Steakhaus am Monument Circle seinen scharfen Shrimp Cocktail mit Meerrettich. Die Restaurants in Indianapolis haben in den vergangenen Jahren deutlich aufgeholt, vor allem an der Mass Ave, in Fletcher Place und in Fountain Square. Craft-Brauereien sind zahlreich, und der City Market, eine Markthalle von 1886, ist ein guter Ort für ein schnelles Mittagessen.
Sportstadt Indianapolis
Kaum eine Stadt der USA hat sich so konsequent dem Sport verschrieben. Im Lucas Oil Stadium spielen die Colts, im Gainbridge Fieldhouse die Pacers, und regelmäßig finden große Hochschulmeisterschaften statt. Viele Hotels sind per Skywalks mit dem Kongresszentrum verbunden. Wer Motorsport liebt, kann im Mai schon die Trainingstage am Speedway erleben, wenn die Fahrer sich für das Rennen qualifizieren.
Unterwegs, Reisezeit und Ausflüge
Der Indianapolis International Airport liegt rund 25 Minuten südwestlich von Downtown und gilt als einer der kundenfreundlichsten Flughäfen der USA. Die Innenstadt ist kompakt und gut zu Fuß zu erkunden, Schnellbuslinien von IndyGo fahren auf mehreren Achsen. Die beste Reisezeit liegt zwischen Mai und Oktober; im Mai dreht sich alles um das Indy 500 mit Paraden und Festen, im Sommer finden zahlreiche Konzerte und die Indiana State Fair statt. Ausflüge führen nach Bloomington mit der Indiana University, in den Brown County State Park mit bunten Herbstwäldern und in das Amish Country im Norden des Bundesstaats.













