Jacksonville entdecken: Strände, Fluss und Shrimps
Reiseführer · redaktionellBrücken über den breiten St. Johns River, kilometerlange Atlantikstrände und Eichen voller Spanischem Moos – Jacksonville ist eine Großstadt, die sich wie eine Ansammlung von Kleinstädten anfühlt. Eine Reise nach Jacksonville führt in historische Viertel, auf frische Shrimps im Hafen und in ein riesiges Netz aus Parks und Naturschutzgebieten. Ein Urlaub in Jacksonville lässt sich ideal mit dem nahen St. Augustine verbinden, der ältesten Stadt der USA.
Franzosen, Spanier und ein großer Brand
Bereits 1564 errichteten französische Hugenotten am St. Johns River das Fort Caroline, bevor die Spanier sie vertrieben. Die heutige Stadt wurde 1822 gegründet und nach Andrew Jackson benannt, dem ersten Militärgouverneur von Florida. Ende des 19. Jahrhunderts war Jacksonville ein beliebter Winterkurort, bis die Eisenbahn die Reichen weiter nach Süden brachte. 1901 zerstörte ein Großbrand weite Teile der Innenstadt, beim Wiederaufbau entstanden zahlreiche Bauten im Prairie-Stil. In den 1910er-Jahren war die Stadt kurz ein Zentrum der Stummfilmproduktion, ehe Hollywood übernahm. 1968 fusionierte Jacksonville mit dem Duval County und wurde dadurch flächenmäßig zur größten Stadt der USA außerhalb Alaskas.
Sehenswürdigkeiten in Jacksonville
Das Cummer Museum of Art and Gardens im Viertel Riverside zeigt europäische und amerikanische Kunst und hat prächtige Gärten mit uralten Eichen am Fluss. Der Riverwalk in Downtown und Southbank bietet Blicke auf die Brücken, besonders auf die beleuchtete blaue Main Street Bridge. Die Timucuan Ecological and Historic Preserve umfasst Salzmarschen, die Rekonstruktion von Fort Caroline und die Kingsley Plantation, eine der ältesten erhaltenen Plantagen Floridas mit Ruinen der Sklavenhütten. Der Jacksonville Zoo and Gardens gehört zu den größeren Zoos des Südostens. Footballfans besuchen ein Heimspiel der Jaguars, und das Museum of Science and History liegt direkt am Southbank Riverwalk.
Viertel und Strände
Riverside und Avondale westlich von Downtown sind historische Viertel mit Bungalows, Läden und Lokalen an der Five Points Kreuzung; der Riverside Arts Market unter der Fuller-Warren-Brücke ist samstags ein Treffpunkt. San Marco am Südufer des Flusses lockt mit mediterraner Architektur, einem Platz mit Löwenbrunnen und guten Restaurants. Brooklyn am Rand von Downtown hat sich vom Arbeiterviertel zu einem modernen Quartier mit Cafés und Wohnungen gewandelt, Brentwood, Englewood und Loretto sind ruhigere Wohngebiete. Am Atlantik liegen die Strandorte Atlantic Beach, Neptune Beach und Jacksonville Beach mit Pier, Surfschulen und Strandbars. Im Hanna Park gibt es Dünen, Seen und Mountainbike-Trails nur wenige Minuten vom Meer.
Essen in Jacksonville
Die Restaurants in Jacksonville leben von Meeresfrüchten: Mayport-Shrimps, die im Fischerhafen an der Mündung des St. Johns River angelandet werden, gelten als besonders süß. Typisch sind auch Fried Shrimp, Fish Tacos und Oysters an der Bar. Eine lokale Kuriosität ist das „Camel Rider“, ein Pita-Sandwich mit Wurst und Käse, das auf die große arabischstämmige Gemeinde zurückgeht. Datil-Pfeffer, eine scharfe Chili-Sorte aus dem nahen St. Augustine, würzt Saucen und Eintöpfe. Craft-Brauereien haben sich in Riverside und an den Stränden angesiedelt, die einen eigenen „Ale Trail“ bilden.
Draußen in Jacksonville
Jacksonville besitzt eines der größten städtischen Parksysteme der USA. Kajaktouren durch die Salzmarschen, Delfinbeobachtung am St. Johns River und Angeln von den Piers gehören zum Alltag. Im Huguenot Memorial Park an der Mündung darf man mit dem Auto auf den Strand fahren, und der Little Talbot Island State Park bietet unberührte Dünen und einen Strand mit verwittertem Treibholz, den sogenannten Boneyard Beach.
Unterwegs, Reisezeit und Ausflüge
Der Jacksonville International Airport liegt rund 20 Kilometer nördlich der Innenstadt. Die Stadt ist sehr weitläufig, ein Auto ist nahezu unverzichtbar; der Skyway, eine kleine Hochbahn in Downtown, und die Busse der JTA helfen nur im Zentrum. Die beste Reisezeit sind Frühling und Herbst. Im Sommer ist es heiß, schwül und gewittrig, von Juni bis November ist Hurrikansaison. Ausflüge führen nach St. Augustine mit dem spanischen Castillo de San Marcos, gut 40 Minuten südlich, auf die Amelia Island mit dem viktorianischen Fernandina Beach und zur Cumberland Island National Seashore mit Wildpferden in Georgia.










