Florida: Strände, Everglades und Freizeitparks
Reiseführer · redaktionellKein Ort in Florida liegt weiter als etwa 100 Kilometer vom Meer entfernt – die Halbinsel zwischen Atlantik und Golf von Mexiko ist eine einzige lange Küste. Urlaub in Florida heißt Sandstrände und Art-déco-Hotels, Alligatoren im Sumpf, Raketenstarts am Cape Canaveral und die Themenparks von Orlando. Der „Sunshine State“ ist seit Jahrzehnten das Winterziel der Amerikaner.
Landschaft: Flach, grün und vom Wasser bestimmt
Florida ist bemerkenswert flach; die höchste Erhebung liegt kaum mehr als 100 Meter über dem Meer. Im Norden, im sogenannten Panhandle, wachsen Kiefernwälder bis an die Smaragdküste mit ihrem fast weißen Quarzsand. Zentralflorida ist von tausenden Seen und kristallklaren Quellen durchzogen, in denen im Winter Seekühe Schutz suchen. Im Süden liegen die Everglades, ein riesiges „Grasmeer“, das langsam nach Süden in die Florida Bay fließt. Daran schließt sich die Inselkette der Florida Keys an, über die der Overseas Highway mit seinen 42 Brücken bis Key West führt.
Städte: Von Miami bis Jacksonville
Miami ist das Tor nach Lateinamerika: In Little Havana wird Domino gespielt und kubanischer Kaffee getrunken, in Wynwood bedecken Wandbilder ganze Lagerhallen. Gegenüber liegt Miami Beach mit dem Art-déco-Viertel am Ocean Drive. Fort Lauderdale ist mit seinen Kanälen und Jachthäfen ruhiger. Orlando lebt von seinen Themenparks, Tampa verbindet den historischen Zigarrenbezirk Ybor City mit einer langen Uferpromenade, und gegenüber an der Bucht hat Saint Petersburg das Salvador Dalí Museum. Jacksonville im Nordosten ist flächenmäßig eine der größten Städte der USA, Tallahassee im Panhandle der eher beschauliche Regierungssitz mit eichenbeschatteten Alleen, den sogenannten Canopy Roads. An der Golfküste bieten Naples und Sarasota feinsandige Strände und eine ruhigere Atmosphäre als die Ostküste.
Sehenswürdigkeiten in Florida
Das Walt Disney World Resort und die Universal-Parks bei Orlando gehören zu den meistbesuchten Freizeitzielen der Welt. Wer Natur sucht, fährt in den Everglades-Nationalpark und beobachtet auf dem Anhinga Trail Alligatoren, Reiher und Kormorane. Am Kennedy Space Center auf Merritt Island lassen sich Saturn-V-Rakete und Space Shuttle Atlantis besichtigen; Raketenstarts sind von den Stränden aus zu sehen. St. Augustine, 1565 von Spaniern gegründet, gilt als älteste durchgehend bewohnte europäische Siedlung auf dem Gebiet der USA. Key West, der südlichste Punkt der kontinentalen USA, lockt mit Hemingways Wohnhaus und Sonnenuntergängen am Mallory Square. Zu den ruhigeren Florida Reiseziele zählen Sanibel Island mit seinen Muschelstränden und der Dry-Tortugas-Nationalpark.
Geschichte und Kultur
Den Namen gab der spanische Entdecker Juan Ponce de León, der 1513 um Ostern hier landete – zur „Pascua Florida“. Nach spanischer und kurzer britischer Herrschaft wurde Florida 1821 Teil der USA und 1845 Bundesstaat. Die Seminolen leisteten in drei Kriegen Widerstand und leben bis heute in den Everglades. Mit der Eisenbahn Henry Flaglers begann um 1900 der Tourismus, und nach der kubanischen Revolution 1959 veränderte die Einwanderung aus Kuba Miami grundlegend. Heute prägen Rentner aus dem Norden, Latinos und Karibikkulturen den Alltag.
Essen und Trinken
Der Key Lime Pie mit kleinen, säuerlichen Limetten ist der Klassiker der Keys. In Miami gehören das Cubano-Sandwich und ein starker Cafecito zum Tag, in Tampa streiten sich die Einheimischen, wer das Sandwich erfunden hat. Stone Crab Claws, Steinkrabbenscheren, gibt es von Mitte Oktober bis Anfang Mai. Grouper-Sandwiches, Conch Fritters und frisch gepresster Orangensaft aus dem Inland runden das Bild ab, dazu kommen Golfgarnelen und geräucherter Fisch im Panhandle.
Anreise und beste Reisezeit
Miami (MIA) und Orlando (MCO) haben Direktflüge aus Europa, dazu kommen Tampa und Fort Lauderdale. Der Brightline-Zug verbindet Miami, Fort Lauderdale und Orlando, ansonsten ist ein Mietwagen praktisch. Die beste Reisezeit liegt zwischen November und April, wenn es warm, aber trocken ist. Der Sommer bringt Hitze, hohe Luftfeuchtigkeit und tägliche Gewitter; die Hurrikansaison dauert offiziell vom 1. Juni bis 30. November. Der Panhandle ist dagegen im Frühjahr und Frühsommer besonders beliebt.
















