Miami Beach entdecken: Art déco, Strand und Nachtleben
Reiseführer · redaktionellPastellfarbene Hotels mit Neonschriftzügen am Ocean Drive, bunte Rettungsschwimmertürme am weißen Sand und Oldtimer vor Strandcafés – Miami Beach ist eine Kulisse, die man aus unzähligen Filmen kennt. Eine Reise nach Miami Beach verbindet Badeurlaub mit dem größten Art-déco-Ensemble der Welt, Kunst und einem legendären Nachtleben. Für einen Urlaub in Florida, gerade im Winter, ist die Insel vor Miami ein Klassiker.
Vom Mangrovensumpf zur Strandstadt
Anfang des 20. Jahrhunderts war die schmale Barriereinsel noch eine Plantage mit Mangroven. Der Unternehmer Carl Fisher ließ sie trockenlegen, Brücken bauen und verwandelte sie in einen Badeort für Reiche. In den 1930er-Jahren entstanden in South Beach Hunderte Hotels und Wohnhäuser im Art-déco- und Streamline-Moderne-Stil. Nach Jahrzehnten des Verfalls retteten Denkmalschützer um Barbara Capitman das Viertel in den 1970er-Jahren, das Fernsehen mit „Miami Vice“ und Modefotografen machten es ab den 1980ern wieder berühmt.
Sehenswürdigkeiten in Miami Beach
Der Art Deco Historic District rund um Ocean Drive, Collins Avenue und Washington Avenue umfasst rund 800 denkmalgeschützte Gebäude, Führungen starten am Art Deco Welcome Center. Die Lincoln Road ist eine Fußgängerzone mit Geschäften, Restaurants und Architektur von Morris Lapidus. Im South Pointe Park am Südende der Insel beobachtet man Kreuzfahrtschiffe, die aus dem Hafen auslaufen. Das Bass Museum zeigt zeitgenössische Kunst, das Wolfsonian–FIU Design und Propaganda aus der Zeit von 1850 bis 1950. Das Holocaust Memorial mit einer riesigen ausgestreckten Hand gehört zu den eindrücklichsten Denkmälern Floridas. Die Villa Casa Casuarina, einst Wohnhaus von Gianni Versace, ist heute ein Hotel.
Strand, Essen und Nachtleben
South Beach ist lebhaft und voller Menschen, Mid-Beach und North Beach weiter nördlich sind ruhiger und familienfreundlicher, mit einer langen Strandpromenade für Fußgänger und Radfahrer. Die Restaurants in Miami Beach reichen von Strandbars mit Mojitos über kubanische Sandwiches bis zu eleganter Küche in Hotelrestaurants; Steinkrabbenscheren gibt es von Oktober bis Mai. Das Nachtleben ist berühmt: Clubs und Rooftop-Bars rund um Collins Avenue und Washington Avenue sind bis in den frühen Morgen geöffnet. Während der Spring Break im März gelten in South Beach strengere Regeln und Ausgangssperren sind möglich.
Kunst und Kultur
Abseits des Strandes hat Miami Beach viel Kultur zu bieten. Das New World Center von Frank Gehry ist Heimat der New World Symphony, deren Konzerte im Sommer per Großleinwand auf einen Park übertragen werden. Das Jewish Museum of Florida erzählt in zwei ehemaligen Synagogen von jüdischem Leben im Sunshine State. Im Fillmore Miami Beach treten Bands und Comedians auf, und im Botanischen Garten findet man Ruhe zwischen Palmen und Orchideen. Viele Hotels zeigen in ihren Lobbys zeitgenössische Kunst.
Unterwegs, Reisezeit und Ausflüge
Vom Flughafen Miami International fahren Busse in etwa 40 Minuten nach Miami Beach, alternativ Taxis und Fahrdienste. Auf der Insel gibt es einen kostenlosen Trolley-Bus, Leihräder und kurze Wege zu Fuß. Die beste Reisezeit liegt zwischen November und April; im Dezember zieht die Kunstmesse Art Basel Miami Beach Sammler aus aller Welt an. Der Sommer ist heiß und schwül, von Juni bis November herrscht Hurrikansaison. Ausflüge führen nach Miami mit Little Havana und Wynwood, in die Everglades und auf die Florida Keys.









