Vermont: Grüne Berge, Ahornsirup und Herbstlaub
Reiseführer · redaktionellIn Vermont gibt es keine einzige Plakatwand am Straßenrand, dafür überdachte Holzbrücken, weiße Kirchtürme und Hügel voller Zuckerahorn. Ein Urlaub in Vermont ist eine Reise in das ländliche Neuengland, wie man es aus Bilderbüchern kennt – mit Skipisten im Winter und einem spektakulären Laubfeuerwerk im Herbst.
Landschaft und Lage
Die Green Mountains, die dem Staat seinen französisch inspirierten Namen gaben, ziehen sich von Massachusetts bis zur kanadischen Grenze; der Mount Mansfield ist mit rund 1.340 Metern der höchste Gipfel. Im Westen bildet der Lake Champlain die Grenze zu New York, im Osten der Connecticut River die zu New Hampshire. Dazwischen liegen Milchviehweiden, Wälder und kleine Dörfer. Vermont ist nach Wyoming der bevölkerungsärmste Bundesstaat, und Montpelier ist die kleinste Hauptstadt der USA – ohne ein einziges McDonald’s. Im Nordosten, dem sogenannten Northeast Kingdom, wird es noch einsamer: Der Lake Willoughby liegt dort zwischen steilen Felswänden, die Dörfer bestehen oft nur aus Laden, Kirche und Postamt.
Städte und Orte
Burlington am Ufer des Lake Champlain ist mit Universität, der Fußgängerzone Church Street und einem Radweg auf einem alten Bahndamm die lebendigste Stadt des Staates. Ben & Jerry’s begann hier 1978 in einer ehemaligen Tankstelle; die Fabrik in Waterbury ist heute ein beliebtes Ausflugsziel. Stowe verbindet Skiberg und Dorfidylle, die Trapp Family Lodge erinnert an die Familie aus „The Sound of Music“. Im Süden liegen Brattleboro mit Künstlerszene, Bennington mit seinem Schlachtdenkmal und Manchester mit Outlets und Herrenhaus Hildene der Lincoln-Familie. Rutland ist Tor zu Killington.
Sehenswürdigkeiten in Vermont
Rund 100 überdachte Brücken sind erhalten, viele davon im Umland von Woodstock, dessen Billings Farm historische Milchwirtschaft zeigt. Die Route 100 führt quer durch die Green Mountains und gilt als eine der schönsten Herbststraßen der USA. Der Long Trail, der älteste Fernwanderweg des Landes, folgt dem Kamm über rund 440 Kilometer. Im Winter sind Killington, Stowe, Sugarbush und Jay Peak die großen Skigebiete im Osten Nordamerikas. Das Shelburne Museum südlich von Burlington zeigt historische Gebäude, einen Raddampfer und eine große Sammlung amerikanischer Volkskunst, und in Barre lässt sich einer der größten Granitsteinbrüche der Welt besichtigen.
Essen und Trinken
Vermont produziert mehr Ahornsirup als jeder andere Bundesstaat; im März und April öffnen die „Sugar Houses“ ihre Türen. Cheddar aus Cabot oder von kleinen Hofkäsereien, Apfelcider und Craft-Bier – etwa von The Alchemist oder Hill Farmstead – haben Kultstatus. Bauernmärkte und Farm-to-Table-Restaurants gehören zum Alltag. Eine Vermonter Eigenart ist „Sugar on Snow“: Heißer Sirup wird auf Schnee gegossen und zusammen mit sauren Gurken und Donuts gegessen.
Anreise und beste Reisezeit
Burlington hat einen Regionalflughafen, die meisten Reisenden kommen jedoch über Boston oder Montreal mit dem Mietwagen. Amtrak fährt mit dem Vermonter und dem Ethan Allen Express. Die beste Reisezeit ist Ende September bis Mitte Oktober zum Indian Summer, für Wintersport Dezember bis März. Die Schneeschmelze im April wird „Mud Season“ genannt und eignet sich wenig für Wanderungen. Wer mehr Zeit hat, verbindet die Rundreise mit den White Mountains in New Hampshire oder einer Fährfahrt über den Lake Champlain.






