Portland entdecken: Rosen, Bücher und Food Carts
Reiseführer · redaktionellEin Buchladen, der einen ganzen Häuserblock füllt, Hunderte Food Carts und ein Rosengarten mit Blick auf den Vulkan Mount Hood – Portland in Oregon ist entspannt, eigenwillig und grün. Eine Reise nach Portland führt in Brauereien, Kaffeeröstereien und Viertel mit viktorianischen Holzhäusern. Für eine Städtereise mit Naturerlebnis ist die Stadt am Willamette River ideal, denn Wasserfälle und Wälder liegen gleich vor den Toren.
Eine Münze entschied den Namen
Portland entstand in den 1840er-Jahren am Zusammenfluss von Willamette und Columbia River, als das Ende des Oregon Trail Siedler in den Nordwesten brachte. Die Gründer Asa Lovejoy aus Boston und Francis Pettygrove aus Portland in Maine warfen eine Münze, um den Namen festzulegen – Pettygrove gewann. Holz, Weizen und der Hafen ließen die Stadt wachsen. In den 1970er-Jahren setzte Portland Maßstäbe in der Stadtplanung: Eine Wachstumsgrenze schützt das Umland vor Zersiedelung, und an der Stelle einer Uferautobahn entstand der Tom McCall Waterfront Park. Die Stadt wurde zum Symbol für Radfahrer, Bioläden und alternative Lebensstile, wie sie die Serie „Portlandia“ augenzwinkernd porträtierte.
Sehenswürdigkeiten in Portland
Im Washington Park über der Stadt liegen der International Rose Test Garden mit Tausenden Rosenstöcken, der Japanische Garten, der als einer der schönsten außerhalb Japans gilt, sowie Zoo und Arboretum. Powell's City of Books im Pearl District ist die größte unabhängige Buchhandlung der Welt, mit farbcodierten Räumen und Millionen Büchern. Der Lan Su Chinese Garden in Old Town ist ein stiller Garten im Stil der Ming-Dynastie. Am Wochenende lockt der Portland Saturday Market unter der Burnside Bridge mit Kunsthandwerk. Der Forest Park am Rand des Northwest District ist einer der größten Stadtwälder der USA, mit über 120 Kilometern Wanderwegen. Das Pittock Mansion, eine Villa von 1914, besucht man vor allem für den Blick auf Mount Hood und Mount St. Helens.
Viertel mit Eigenleben
Downtown mit dem Pioneer Courthouse Square, dem „Wohnzimmer“ der Stadt, ist kompakt und gut zu Fuß zu erkunden. Der Pearl District, ein ehemaliges Lagerhausviertel, ist heute voller Galerien, Lofts und Restaurants; der Northwest District rund um die 23rd Avenue lockt mit Boutiquen in viktorianischen Häusern. Auf der Ostseite des Flusses liegen die Viertel, in denen Portland am authentischsten ist: Buckman und Kerns mit Brauereien, Cafés und dem Industriegebiet am Fluss, in dem Weinstuben und Röstereien entstanden sind, Richmond entlang der Division Street mit einer der besten Restaurantmeilen der Stadt, und Boise an der Mississippi Avenue mit Vintage-Läden und Bars.
Essen und Trinken in Portland
Food Carts sind Portlands bekanntester Beitrag zur Esskultur: kleine Wagen, die sich in sogenannten Pods zusammenfinden und alles von thailändischem Hühnchen mit Reis bis zu georgischem Käsebrot anbieten. Die Restaurants in Portland setzen stark auf regionale Zutaten aus Oregon – Lachs, Haselnüsse, Pilze, Beeren. Die Stadt ist eine der Craft-Beer-Hauptstädte der USA, und das nahe Willamette Valley ist berühmt für Pinot Noir. Zum Frühstück gehören Donuts in skurrilen Varianten, zum Nachmittag Kaffee aus einer der vielen Röstereien. Da Oregon keine Umsatzsteuer erhebt, ist Shopping hier günstiger als in den Nachbarstaaten.
Rad, Natur und Märkte
Portland gilt als eine der fahrradfreundlichsten Städte der USA; auf Leihrädern des Biketown-Systems erkundet man die Brücken über den Willamette, darunter die autofreie Tilikum Crossing. Am Eastbank Esplanade gleitet der Blick über Fluss und Skyline. Jeden Samstag findet auf dem Campus der Portland State University ein großer Bauernmarkt statt, und im Sommer locken Open-Air-Kinos und Straßenfeste in den Vierteln.
Unterwegs, Reisezeit und Ausflüge
Der Flughafen Portland International, dessen neues Terminal mit einem gewaltigen Holzdach beeindruckt, ist mit der MAX-Stadtbahn in gut einer halben Stunde mit Downtown verbunden. Das MAX-Netz, die Streetcar und zahlreiche Radwege machen ein Auto in der Stadt weitgehend überflüssig. Die beste Reisezeit sind die trockenen, warmen Monate von Juni bis September; im Juni feiert die Stadt das Rose Festival. Im Winter regnet es oft. Ausflüge führen in die Columbia River Gorge mit den Multnomah Falls, zum Mount Hood mit ganzjährigem Skigebiet, an die Pazifikküste nach Cannon Beach mit dem Haystack Rock und zu den Weingütern im Willamette Valley.











