Vancouver (Washington) entdecken: Fort am Columbia River
Reiseführer · redaktionellNicht zu verwechseln mit der kanadischen Metropole: Dieses Vancouver liegt am Nordufer des Columbia River im US-Bundesstaat Washington, direkt gegenüber von Portland in Oregon. Eine Reise nach Vancouver in Washington führt zu einem der ältesten Handelsposten im Nordwesten, einer neuen Uferpromenade und an den Rand der Columbia River Gorge.
Pelzhandel am Columbia
1825 errichtete die britische Hudson's Bay Company hier Fort Vancouver, das jahrzehntelang Zentrum des Pelzhandels im pazifischen Nordwesten war. Nach dem Oregon-Vertrag von 1846 fiel das Gebiet an die USA, und die Armee übernahm das Gelände als Vancouver Barracks, wo später Ulysses S. Grant und George C. Marshall stationiert waren. Im Zweiten Weltkrieg bauten die Kaiser-Werften hier Schiffe im Akkord, was die Bevölkerung stark wachsen ließ. Heute ist Vancouver die viertgrößte Stadt Washingtons; da der Bundesstaat keine Einkommensteuer erhebt, Oregon aber keine Umsatzsteuer, pendeln viele zum Einkaufen über den Fluss.
Sehenswürdigkeiten in Vancouver
Die Fort Vancouver National Historic Site zeigt das rekonstruierte Fort mit Palisaden, Schmiede und Bäckerei; im Sommer führen Darsteller in historischen Kostümen durch das Gelände. Gleich nebenan liegen die Officers' Row mit viktorianischen Offiziershäusern und das Pearson Air Museum an einem der ältesten noch genutzten Flugplätze der USA. Die Vancouver Waterfront mit dem Grant Street Pier, einem auffälligen Schrägseilsteg über dem Fluss, ist zum neuen Treffpunkt geworden. Rund um den Esther Short Park, einen der ältesten öffentlichen Plätze im Bundesstaat, findet von Frühjahr bis Herbst der Vancouver Farmers Market statt. Der Columbia River Renaissance Trail führt am Ufer entlang ostwärts.
Essen und Ausgehen in Vancouver
An der Waterfront und in Downtown haben sich Restaurants mit Flussblick, Weinbars und Brauereien angesiedelt. Die Küche des Nordwestens setzt auf Lachs, Dungeness-Krabben, Pilze, Beeren und Wein aus der nahen Columbia Gorge und dem Willamette Valley. Rund um die Main Street gibt es Cafés und Bars, im Uptown Village kleine Lokale. Wer mehr Auswahl sucht, ist in wenigen Minuten in Portland mit seinen Food-Cart-Pods.
Viertel und Uferwege
Esther Short, das Viertel rund um den gleichnamigen Park, ist das Herz der Innenstadt mit Glockenspielturm und Restaurants; im Sommer finden dort Konzerte statt. Weiter östlich liegt Hudson's Bay an den Uferwegen, während Ogden, Bennington und Fircrest ruhige Wohnviertel sind. Der Columbia River Renaissance Trail führt am Fluss vorbei zu Parks und Aussichtspunkten mit Blick auf den Mount Hood. Wer einkaufen möchte, findet im Viertel rund um die Vancouver Mall die großen Ketten – ohne Umsatzsteuer kauft man allerdings nur jenseits des Flusses in Oregon ein.
Unterwegs in Vancouver und beste Reisezeit
Der Portland International Airport liegt nur etwa 15 Minuten südlich auf der anderen Flussseite. Amtrak-Züge halten am Bahnhof Vancouver auf den Strecken nach Seattle und Kalifornien. C-Tran-Busse und die Schnellbuslinien The Vine verbinden die Stadtteile und fahren über die Brücke nach Portland. Beste Reisezeit sind die trockenen Sommermonate; von Oktober bis April regnet es häufig. Ausflüge führen in die Columbia River Gorge mit den Multnomah Falls, zum Mount St. Helens mit dem Johnston Ridge Observatory und in die Weingüter der Region.




