Virginia: Kolonialgeschichte und Blue Ridge
Reiseführer · redaktionellIn Jamestown entstand 1607 die erste dauerhafte englische Siedlung in Amerika, und acht spätere Präsidenten kamen aus Virginia – mehr als aus jedem anderen Staat. Urlaub in Virginia verbindet diese Geschichte mit dem Skyline Drive in den Blue Ridge Mountains, den Stränden von Virginia Beach und den Weingütern im hügeligen Piedmont. Der Norden ist mit Arlington und Alexandria eng mit der Hauptstadt Washington verwoben.
Landschaft und Lage
Virginia erstreckt sich von der Atlantikküste und der Chesapeake Bay im Osten bis tief in die Appalachen im Westen. Die Küstenebene, Tidewater genannt, ist von Flussmündungen zerschnitten: Potomac, Rappahannock, York und James fließen hier in die Bucht. Westlich davon steigt das sanfte Piedmont an, dann folgen die Blue Ridge Mountains und das breite Shenandoah Valley. Auf der Delmarva-Halbinsel jenseits der Bucht liegt die Insel Chincoteague, berühmt für ihre Wildponys. Im Südwesten wird das Land rau und gebirgig, mit Kohlerevieren und Bluegrass-Tradition.
Städte und Orte
Richmond, die Hauptstadt am James River, war im Bürgerkrieg Hauptstadt der Konföderation; heute prägen Wandbilder, eine lebendige Kneipenszene und das Virginia Museum of Fine Arts die Stadt. Die Hampton-Roads-Region an der Mündung der Chesapeake Bay umfasst Norfolk mit dem größten Marinestützpunkt der Welt, Chesapeake und Virginia Beach, die einwohnerstärkste Stadt Virginias mit einer langen Strandpromenade. Im Norden liegt Arlington mit dem Nationalfriedhof und dem Pentagon, daneben Alexandria mit seiner Altstadt aus Backsteinhäusern am Potomac. Bethel Manor ist eine Wohnsiedlung der Luftwaffenbasis Langley bei Hampton. Charlottesville wird von der University of Virginia geprägt, deren Campus Thomas Jefferson selbst entwarf.
Sehenswürdigkeiten in Virginia
Das historische Dreieck aus Jamestown, Yorktown und Williamsburg ist der Kern vieler Virginia Reiseziele. In Colonial Williamsburg wurde die Hauptstadt der Kolonie im 18. Jahrhundert rekonstruiert, Handwerker in historischer Kleidung arbeiten in Schmieden und Druckereien. Bei Yorktown kapitulierten 1781 die britischen Truppen. Monticello, Jeffersons Landsitz bei Charlottesville, gehört gemeinsam mit der Universität zum UNESCO-Welterbe. George Washingtons Anwesen Mount Vernon liegt am Potomac südlich von Alexandria. Im Shenandoah-Nationalpark führt der Skyline Drive über rund 170 Kilometer den Bergkamm entlang, unterhalb liegen die Tropfsteinhöhlen von Luray Caverns.
Geschichte und Kultur
Die Kolonie wurde nach Elisabeth I., der „jungfräulichen Königin“, benannt. 1619 kamen in Point Comfort die ersten versklavten Afrikaner an, im selben Jahr tagte in Jamestown die erste gewählte Volksvertretung der Kolonien. Virginia stellte mit Washington, Jefferson, Madison und Monroe vier der ersten fünf Präsidenten. Im Bürgerkrieg war der Staat Hauptschauplatz, zahlreiche Schlachtfelder wie Manassas oder Fredericksburg sind heute Gedenkstätten. In den Bergen des Südwestens lebt die Musiktradition der Appalachen: Bristol an der Grenze zu Tennessee gilt als Geburtsort der Country-Musik, und der Crooked Road Musikweg verbindet Orte mit Live-Musik.
Essen und Trinken
Der Virginia Ham, ein lange gesalzener und geräucherter Schinken aus Smithfield, ist eine Spezialität der Tidewater-Region. Erdnüsse aus dem Süden des Staates, Austern und Blaukrabben aus der Chesapeake Bay gehören ebenfalls zur Küche. Virginia hat sich zudem zu einer ernstzunehmenden Weinregion entwickelt, mit über 300 Weingütern, besonders bekannt für Viognier und Cabernet Franc rund um Charlottesville. Auch Apfelcider aus dem Shenandoah Valley ist beliebt.
Anreise und beste Reisezeit
Die meisten Fernreisenden landen in Washington Dulles (IAD) im Norden Virginias, weitere Flughäfen sind Richmond (RIC) und Norfolk (ORF). Amtrak verbindet Washington mit Alexandria, Richmond, Williamsburg und Norfolk. Für die Berge braucht man ein Auto. Die beste Reisezeit liegt im Frühling mit blühenden Hartriegeln und im Herbst, wenn der Skyline Drive in Rot und Gold leuchtet. Die Sommer sind warm und feucht, ideal für die Strände von Virginia Beach und Bootstouren auf der Chesapeake Bay. Im Winter ist es an der Küste meist mild, in den Bergen des Westens kann dagegen Schnee liegen, und einige Höhenabschnitte des Skyline Drive werden bei Eis gesperrt.













