Norfolk entdecken: Marinestadt an der Chesapeake Bay
Reiseführer · redaktionellFlugzeugträger, Zerstörer und U-Boote liegen hier so dicht beieinander wie nirgends sonst: Norfolk beherbergt den größten Marinestützpunkt der Welt. Eine Reise nach Norfolk verbindet maritime Geschichte mit Kunst, viktorianischen Vierteln und Stränden an der Chesapeake Bay im Südosten Virginias.
Hafen, Krieg und Marine
Norfolk wurde 1682 gegründet und wuchs als Hafen an der Mündung des Elizabeth River in die Hampton Roads. 1776 brannten britische und patriotische Truppen die Stadt nieder; eine Kanonenkugel steckt bis heute in der Mauer der St. Paul's Episcopal Church. Im Bürgerkrieg lieferten sich in den Hampton Roads die Panzerschiffe Monitor und Virginia ein berühmtes Duell. Seit dem Ersten Weltkrieg prägt die Marine die Stadt: Die Naval Station Norfolk ist Heimathafen der Atlantikflotte, und Werften in der Region bauen und warten Flugzeugträger.
Sehenswürdigkeiten in Norfolk
Am Flussufer liegt Nauticus, ein Meeresmuseum mit Ausstellungen zur Marine, und daneben das Schlachtschiff USS Wisconsin, das man an Deck und teilweise im Innern besichtigen kann. Von hier starten Bootsfahrten am Marinestützpunkt vorbei, auf denen man die grauen Riesen aus der Nähe sieht. Das Chrysler Museum of Art besitzt eine herausragende Glassammlung und europäische Malerei; der Eintritt ist frei. Das MacArthur Memorial in einem ehemaligen Rathaus erinnert an General Douglas MacArthur, der hier begraben liegt. Im Viertel Ghent mit Backsteinhäusern und Bäumen spaziert man an Cafés und Galerien vorbei. Der Norfolk Botanical Garden nahe dem Flughafen ist besonders zur Azaleenblüte im April prächtig.
Essen und Ausgehen in Norfolk
Die Chesapeake Bay liefert Blue Crabs, Austern und Rockfish. Crab Cakes, gedämpfte Krabben mit Old-Bay-Gewürz und Austern aus Lynnhaven gehören auf den Tisch. Die Granby Street in Downtown und die Colley Avenue in Ghent sind Ausgehmeilen mit Bars, Restaurants und Livemusik, im NEON District sorgen Wandbilder und kleine Brauereien für ein kreatives Flair. Der Waterside District am Fluss bietet Restaurants mit Blick auf die Schiffe. Im Sommer finden zahlreiche Festivals statt, etwa das Harborfest mit Segelschiffen.
Viertel von Norfolk
Ghent ist das beliebteste Wohnviertel mit Bäumen, Backsteinhäusern und Cafés an der Colley Avenue. Freemason, das älteste Viertel, hat Kopfsteinpflasterstraßen und historische Häuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Der NEON District ist mit Wandbildern, Theatern und Galerien das Kunstviertel. Ocean View an der Chesapeake Bay bietet ruhige Strände mit flachem Wasser, ideal für Familien. Wer sich für Marinegeschichte interessiert, findet im Hampton Roads Naval Museum im Nauticus eine kostenlose Ausstellung.
Unterwegs in Norfolk und beste Reisezeit
Der Norfolk International Airport liegt nordöstlich der Innenstadt. Die Stadtbahn The Tide fährt durch Downtown, und eine Fähre setzt über den Fluss nach Portsmouth über. Amtrak verbindet Norfolk mit Washington und dem Nordosten. Beste Reisezeit sind späte Frühjahrs- und Herbstmonate; im Sommer ist es schwül, und gelegentlich bedrohen Hurrikane die Küste. Ausflüge führen nach Virginia Beach mit seiner langen Strandpromenade, zum historischen Dreieck aus Williamsburg, Jamestown und Yorktown sowie in die Sümpfe des Great Dismal Swamp.






