New York entdecken: Skyline, Bagels und Broadway
Reiseführer · redaktionellWer zum ersten Mal aus dem Fenster eines gelben Taxis auf die Brücken über den East River blickt, versteht sofort, warum eine Reise nach New York für viele ein Lebenstraum ist. Ein Urlaub in New York verbindet Weltklasse-Museen, Broadway-Abende und Nachbarschaften, die sich anfühlen wie eigene Kleinstädte. Fünf Boroughs, unzählige Küchen der Welt und eine Subway, die nie schläft, machen die Stadt zum Inbegriff der Städtereise.
Von Nieuw Amsterdam zur Weltmetropole
Die Geschichte beginnt bescheiden: 1624 gründeten niederländische Kaufleute an der Südspitze Manhattans die Handelssiedlung Nieuw Amsterdam, 1664 übernahmen die Engländer und benannten sie nach dem Herzog von York. Die Wall Street erinnert noch an den Holzwall, der die Siedlung schützte. Im 19. Jahrhundert kamen Millionen Einwanderer über Ellis Island ins Land, viele blieben gleich hier – Iren, Italiener, Deutsche, osteuropäische Juden, später Puerto Ricaner, Chinesen, Dominikaner. Diese Schichten prägen New York bis heute. 1898 wurden Manhattan, Brooklyn, Queens, die Bronx und Staten Island zu einer Stadt vereint, im 20. Jahrhundert wuchs die Skyline mit Chrysler Building und Empire State Building in den Himmel. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 entstand am Ground Zero das One World Trade Center, heute das höchste Gebäude der westlichen Hemisphäre, daneben die stille Gedenkstätte mit ihren zwei Wasserbecken.
Manhattan, Brooklyn, Queens: die Boroughs im Überblick
Manhattan ist das, was die meisten vor Augen haben: Midtown mit Times Square und Rockefeller Center, die Upper East Side mit ihren Stadtpalais, Greenwich Village mit Jazzkellern und Backsteinhäusern, SoHo mit gusseisernen Fassaden und Boutiquen, die Lower East Side mit Bars in ehemaligen Mietskasernen. Harlem im Norden lockt mit Gospelgottesdiensten, Soul Food und dem legendären Apollo Theater. Brooklyn hat sich längst vom kleinen Bruder zum Trendsetter gemausert: Williamsburg mit Rooftop-Bars und Flohmärkten, DUMBO mit dem berühmten Blick auf die Manhattan Bridge, Park Slope mit seinen Brownstones und dem Prospect Park. Queens gilt als einer der vielfältigsten Orte der Welt – in Flushing isst man chinesisch wie in Chengdu, in Jackson Heights indisch, nepalesisch und kolumbianisch, in Astoria griechisch. Die Bronx ist Heimat des Yankee Stadium, des Botanischen Gartens und der Arthur Avenue, der wohl authentischsten Little Italy der Stadt. Und Staten Island erreicht man mit der kostenlosen Fähre, die unterwegs dicht an der Freiheitsstatue vorbeizieht.
Sehenswürdigkeiten in New York
Die Klassiker lohnen sich, wenn man sie klug plant. Die Freiheitsstatue und Ellis Island mit dem Einwanderungsmuseum besucht man am besten früh am Morgen. Für den Blick von oben stehen das Empire State Building, Top of the Rock am Rockefeller Center, das One World Observatory und das gläserne Edge an den Hudson Yards zur Wahl. Der Central Park ist mit gut 340 Hektar größer als manches Stadtviertel – Bethesda Terrace, Strawberry Fields und das Reservoir sind schöne Ziele für einen langen Spaziergang. Ein Muss ist der Fußweg über die Brooklyn Bridge, idealerweise in Richtung Manhattan, wenn die Skyline vor einem wächst. Die High Line, eine zum Park umgebaute Hochbahntrasse, führt durch den Meatpacking District bis zu den Hudson Yards. Grand Central Terminal mit seinem Sternenhimmel an der Decke, die St. Patrick's Cathedral und die Flatiron-Spitze runden den Rundgang ab.
Museen und Broadway
Kaum eine Stadt bietet eine solche Museumsdichte. Das Metropolitan Museum of Art an der Museum Mile umfasst fünf Jahrtausende Kunstgeschichte, vom ägyptischen Tempel von Dendur bis zu Vermeer. Das MoMA zeigt van Goghs „Sternennacht“ und Warhols Suppendosen, das Guggenheim begeistert schon durch Frank Lloyd Wrights spiralförmigen Bau. Das American Museum of Natural History mit seinen Dinosaurierskeletten ist ideal mit Kindern, das Whitney widmet sich amerikanischer Kunst, das Tenement Museum erzählt vom Alltag der Einwanderer. Abends lockt der Theater District: Rund 40 Broadway-Bühnen spielen Musicals und Dramen, günstigere Tickets gibt es am TKTS-Schalter am Times Square oder per Lotterie. Wer es experimenteller mag, sucht Off-Broadway-Bühnen im Village oder Jazzclubs wie das Village Vanguard.
Essen in New York: von Pizza bis Pastrami
Die Restaurants in New York decken buchstäblich die ganze Welt ab. Typisch sind der dünne, gefaltete Pizza-Slice, der Bagel mit Cream Cheese und Lachs, das Pastrami-Sandwich im jüdischen Deli, der Cheesecake und der Hotdog vom Straßenwagen. In Chinatown gibt es Dumplings und Dim Sum, in Koreatown an der 32nd Street Barbecue bis spät in die Nacht. Food Halls wie der Chelsea Market oder Essex Market an der Lower East Side sind gute Anlaufstellen für einen Querschnitt, am Wochenende lockt Smorgasburg in Brooklyn mit Dutzenden Ständen. Ausgehen ist in New York eine Disziplin für sich: Speakeasy-Bars im East Village, Dachterrassen in Midtown, Craft-Beer in Brooklyn, Clubs in Bushwick.
Unterwegs in New York
Internationale Flüge landen meist am JFK in Queens oder in Newark in New Jersey; vom JFK fährt der AirTrain zur Subway und zur Long Island Rail Road, von Newark der AirTrain zu den Zügen nach Penn Station. Die Subway fährt rund um die Uhr, bezahlt wird kontaktlos per Karte oder Smartphone mit dem OMNY-System, nach einigen Fahrten pro Woche wird das Fahren automatisch kostenlos. Manhattan ist im Raster gut zu Fuß zu erkunden: Avenues verlaufen von Nord nach Süd, nummerierte Streets von Ost nach West. Für den Süden Manhattans gilt seit 2025 eine Staugebühr für Autos – ein weiterer Grund, auf Mietwagen zu verzichten. Fähren wie die NYC Ferry verbinden Manhattan mit Brooklyn und Queens und sind zugleich günstige Hafenrundfahrten.
Beste Reisezeit und Ausflüge
Die beste Reisezeit für New York sind Frühling und Herbst: Im Mai blühen die Parks, im Oktober färbt sich das Laub, die Temperaturen sind angenehm. Der Sommer ist heiß und schwül, dafür gibt es kostenlose Konzerte und Shakespeare im Central Park. Der Dezember ist teuer, aber stimmungsvoll mit dem Weihnachtsbaum am Rockefeller Center und geschmückten Schaufenstern an der Fifth Avenue; Januar und Februar sind kalt, aber die günstigste Zeit für Hotels. Für Ausflüge bieten sich das Hudson Valley mit Kunstzentrum Dia:Beacon, die Strände von Coney Island und Rockaway oder ein Tag in den Hamptons auf Long Island an. Mit dem Zug sind auch Philadelphia und Washington in wenigen Stunden erreichbar.













