Atlanta entdecken: Bürgerrechte, BeltLine und Soul Food
Reiseführer · redaktionellAn der Auburn Avenue steht das bescheidene Geburtshaus von Martin Luther King Jr., wenige Schritte weiter die Kirche, in der er predigte – Atlanta ist die Wiege der Bürgerrechtsbewegung. Eine Reise nach Atlanta führt zugleich in eine moderne Südstaatenmetropole mit grünem Baumdach, einem Rundweg auf alter Bahntrasse und einer der einflussreichsten Musikszenen der USA. Für eine Städtereise in den amerikanischen Süden ist Atlanta ein spannender Auftakt.
Eisenbahn, Feuer und Wiedergeburt
Atlanta begann 1837 als Endpunkt einer Eisenbahnlinie und hieß zunächst schlicht „Terminus“. Als Knotenpunkt für die Konföderierten wurde die Stadt 1864 von General Sherman eingenommen und weitgehend niedergebrannt – eine Szene, die durch „Vom Winde verweht“ weltberühmt wurde. Danach erhob sich Atlanta als Symbol des „New South“, was der Phönix im Stadtwappen symbolisiert. 1886 erfand ein Apotheker hier Coca-Cola. Im 20. Jahrhundert wurde die Stadt Zentrum der Bürgerrechtsbewegung um King, später Gastgeber der Olympischen Spiele von 1996 und Heimat von CNN. 2026 war Atlanta zudem einer der Spielorte der Fußball-Weltmeisterschaft.
Sehenswürdigkeiten in Atlanta
Der Martin Luther King Jr. National Historical Park umfasst das Geburtshaus, die Ebenezer Baptist Church und das King Center mit dem Grab von King und seiner Frau Coretta. Das National Center for Civil and Human Rights erzählt die Geschichte des Kampfes für Gleichberechtigung eindrücklich, unter anderem mit einer Simulation eines Sitzstreiks an einer Imbisstheke. Rund um den Centennial Olympic Park liegen das Georgia Aquarium, eines der größten der Welt mit Walhaien, und World of Coca-Cola mit Verkostungsraum für Getränke aus aller Welt. Die BeltLine, ein Rad- und Fußweg auf einem alten Eisenbahnring, verbindet Viertel wie Old Fourth Ward, Inman Park und den Ponce City Market, eine umgebaute Sears-Lagerhalle mit Food Hall und Dachterrasse.
Viertel zwischen Midtown und Reynoldstown
Midtown ist das kulturelle Zentrum mit dem High Museum of Art, dem Fox Theatre im maurischen Stil und dem Piedmont Park, Atlantas grüner Lunge. Atlantic Station wurde auf dem Gelände eines alten Stahlwerks als neues Quartier mit Geschäften, Kino und Wohntürmen errichtet. Am östlichen Abschnitt der BeltLine hat sich Reynoldstown von einem ehemaligen Arbeiterviertel zu einem gefragten Wohnort mit Cafés, Kunst und dem Krog Street Tunnel voller Graffiti in der Nähe gewandelt. Little Five Points ist das alternative Viertel mit Vintage-Läden und Plattengeschäften, Virginia-Highland mit Bungalows und Bistros, Buckhead mit Luxushotels und Einkaufszentren.
Museen, Musik und Essen in Atlanta
Das High Museum of Art in einem weißen Bau von Richard Meier zeigt amerikanische Kunst, Folk Art aus dem Süden und Fotografie. Das Atlanta History Center mit einem restaurierten Rundgemälde der Schlacht um Atlanta, die Präsidentenbibliothek von Jimmy Carter und die College Football Hall of Fame ergänzen das Angebot. Musikalisch ist Atlanta eine Hochburg des Hip-Hop und R&B, von OutKast bis zu den Trap-Stars der Gegenwart. Die Restaurants in Atlanta servieren klassisches Soul Food: Fried Chicken, Mac and Cheese, Collard Greens, Pfirsichkuchen – Georgia ist der „Peach State“. Lemon Pepper Wings sind ein lokales Kultgericht, an der Buford Highway reihen sich Dutzende koreanische, vietnamesische, chinesische und mexikanische Lokale, eine der besten internationalen Food-Meilen des Südens.
Grünes Atlanta
Atlanta wird wegen seines dichten Baumbestands auch „Stadt im Wald“ genannt. Neben dem Piedmont Park lohnen der Atlanta Botanical Garden mit Baumwipfelpfad, die Chattahoochee River National Recreation Area zum Kajakfahren und Wandern und der historische Oakland Cemetery, wo die Autorin von „Vom Winde verweht“, Margaret Mitchell, begraben ist. Die BeltLine soll in den kommenden Jahren zu einem vollständigen Ring um die Innenstadt ausgebaut werden.
Unterwegs, Reisezeit und Ausflüge
Hartsfield-Jackson ist einer der passagierstärksten Flughäfen der Welt und Drehkreuz von Delta. Die MARTA-U-Bahn fährt direkt vom Terminal nach Downtown, Midtown und Buckhead. Für viele Ziele ist Atlanta allerdings auf das Auto ausgelegt, der Verkehr kann zäh sein. Die beste Reisezeit sind Frühling, wenn Hartriegel und Azaleen blühen, und Herbst. Der Sommer ist heiß und schwül. Ausflüge führen zum Stone Mountain mit seinem riesigen Granitrelief, in die Ausläufer der Appalachen in Nord-Georgia mit Wasserfällen und Weingütern oder nach Savannah an der Küste, etwa vier Autostunden entfernt.
