Region · Ebene 2

Texas

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Land
USA
Städte
335
Zuordnung
über Koordinaten
§ 3

Texas: Weites Land zwischen Golf und Wüste

Reiseführer · redaktionell

Von El Paso im Westen bis an die Golfküste fährt man in Texas rund zwölf Stunden, ohne den Bundesstaat zu verlassen. Eine Texas Reise führt durch Baumwollfelder, Kalksteinhügel, Ölfelder und Chihuahua-Wüste, durch Metropolen wie Houston und Dallas und durch Kleinstädte, in denen der Freitagabend dem Highschool-Football gehört. Nach Alaska ist Texas der flächengrößte Staat der USA.

Landschaft und Lage

Der Osten ist feucht und bewaldet, die Piney Woods erinnern eher an Louisiana als an Westernfilme. Richtung Westen wird das Land trockener: Die Prärien des Nordens gehen in das Panhandle über, das Hill Country um Austin ist von Flüssen, Kalksteinquellen und Wildblumenwiesen geprägt, die im Frühjahr blau von Bluebonnets leuchten. Ganz im Westen beginnt die Chihuahua-Wüste mit dem Big-Bend-Nationalpark, wo der Rio Grande tiefe Canyons in die Grenze zu Mexiko geschnitten hat. Entlang des Golfs von Mexiko ziehen sich Barriereinseln wie Padre Island mit langen Sandstränden.

Städte: Houston, Dallas, Austin und San Antonio

Houston ist die größte Stadt, geprägt von Energiekonzernen, dem Space Center Houston der NASA und einem Museumsviertel mit der Menil Collection. Dallas besitzt mit dem Sixth Floor Museum am Dealey Plaza einen Ort, an dem das Attentat auf John F. Kennedy 1963 dokumentiert wird; das benachbarte Fort Worth pflegt in den Stockyards das Cowboy-Erbe mit täglichem Viehtrieb durch die Straßen. Zwischen den beiden liegen Arlington mit den Stadien der Cowboys und Rangers sowie Plano mit vielen Firmenzentralen. Austin, die Hauptstadt, nennt sich „Live Music Capital of the World“ und feiert jedes Frühjahr das Festival South by Southwest. San Antonio verbindet den River Walk mit der Geschichte des Alamo, und El Paso liegt direkt gegenüber dem mexikanischen Ciudad Juárez.

Sehenswürdigkeiten in Texas

Das Alamo in San Antonio ist das symbolträchtigste Bauwerk des Staates; die vier weiteren Missionen der Stadt bilden zusammen mit ihm ein UNESCO-Welterbe. Der Big-Bend-Nationalpark und der Guadalupe-Mountains-Nationalpark mit dem höchsten Gipfel von Texas sind Ziele für Wanderer, die Weite suchen. Im Panhandle öffnet sich der Palo Duro Canyon, einer der größten Canyons der USA. Kleinstädte wie Fredericksburg im Hill Country, von deutschen Einwanderern gegründet, oder das Künstlerstädtchen Marfa im Westen gehören zu den ungewöhnlicheren Texas Reiseziele. Galveston lockt mit viktorianischen Häusern und Strand, während Corpus Christi mit dem Flugzeugträger USS Lexington als Museum und der Nähe zur Padre Island National Seashore punktet, wo Meeresschildkröten ihre Eier ablegen.

Geschichte und Kultur

Sechs Flaggen wehten über Texas: Spanien, Frankreich, Mexiko, die Republik Texas, die Konföderierten Staaten und die USA. Nach der Unabhängigkeit von Mexiko 1836 war Texas fast zehn Jahre eine eigene Republik, bevor es 1845 den Vereinigten Staaten beitrat. Dieser Stolz prägt das Selbstbild bis heute. Rinderzucht und ab 1901 der Ölboom um Spindletop machten den Staat reich. Die mexikanische Kultur ist allgegenwärtig, ebenso deutsche und tschechische Spuren in Zentraltexas, wo Polka und Kolaches zum Alltag gehören. Rodeos wie die Houston Livestock Show and Rodeo ziehen jährlich Millionen Besucher an.

Essen und Trinken

Texanisches Barbecue bedeutet vor allem Rinderbrust, die stundenlang über Eichenholz geräuchert wird; Pilgerziele sind die Smokehouses in Lockhart und Austin. Tex-Mex mit Fajitas, Enchiladas und Queso ist hier entstanden, zum Frühstück gibt es Breakfast Tacos. Chili con Carne gilt als offizielles Staatsgericht, Kolaches erinnern an die tschechischen Einwanderer. Dazu passt ein Shiner-Bier aus der gleichnamigen Kleinstadt.

Anreise, Unterwegs und beste Reisezeit

Dallas/Fort Worth (DFW) und Houston (IAH) sind große Drehkreuze mit Verbindungen nach Europa; Austin und San Antonio haben ebenfalls internationale Flüge. Die Distanzen sind gewaltig, ein Mietwagen ist fast unverzichtbar. Die beste Reisezeit liegt im Frühjahr von März bis Mai, wenn die Wildblumen blühen, und im Herbst. Der Sommer ist vielerorts sehr heiß und an der Golfküste schwül, von Juni bis November besteht zudem Hurrikangefahr. Der Winter ist im Süden mild, im Panhandle kann es aber schneien.