Laredo entdecken: Grenzstadt am Río Grande
Reiseführer · redaktionellÜber die Brücken am Río Grande rollen jeden Tag Tausende Lastwagen – Laredo ist der verkehrsreichste Landgrenzübergang für den Handel zwischen den USA und Mexiko. Eine Reise nach Laredo zeigt aber auch eine historische Stadt mit spanischer Kolonialvergangenheit, in der man auf der Straße fast ebenso oft Spanisch hört wie Englisch.
Sieben Flaggen und eine eigene Republik
Laredo wurde 1755 von Tomás Sánchez als spanische Siedlung gegründet und zählt damit zu den ältesten Städten am Río Grande. Nach dem Mexikanisch-Amerikanischen Krieg wurde der Fluss 1848 zur Grenze; viele Bewohner zogen auf das Südufer und gründeten Nuevo Laredo. Eine Besonderheit ist die kurzlebige Republik Rio Grande von 1840, deren Hauptstadt Laredo war – daher die Redensart von den „sieben Flaggen“, unter denen die Stadt stand. Heute ist der überwiegende Teil der Bevölkerung mexikanisch-amerikanischer Herkunft.
Sehenswürdigkeiten in Laredo
Das historische Zentrum um die Plaza San Agustín mit der Kathedrale San Agustín bewahrt den Charme der Kolonialzeit. Gleich daneben steht das Republic of the Rio Grande Museum in einem schlichten Bau aus dem 19. Jahrhundert. Das Laredo College erinnert mit dem Gelände des früheren Fort McIntosh an die Militärgeschichte. Der Lake Casa Blanca International State Park im Osten der Stadt bietet Angeln, Picknickplätze und Wanderwege. Viele Besucher bummeln auf der San Bernardo Avenue mit ihren mexikanischen Kunsthandwerksläden. Wer in die Natur möchte, beobachtet am Río Grande Vögel, die nur in Südtexas vorkommen.
Essen in Laredo
Die Küche ist tief in der Grenzkultur verwurzelt. Fajitas, Cabrito (gegrilltes Zicklein), Tamales und Menudo stehen auf den Speisekarten, ebenso Breakfast Tacos mit Machacado, getrocknetem Rindfleisch mit Ei. Zu Weihnachten werden große Mengen Tamales gefertigt. Abends trifft man sich in Lokalen in der Innenstadt oder entlang der Hauptstraßen; das Nachtleben ist eher familiär als ausschweifend.
Grenze und Handel im Alltag
Die Grenze prägt das tägliche Leben. Über mehrere internationale Brücken pendeln Familien, Schüler und Arbeitskräfte zwischen beiden Städten, und Lkw-Kolonnen stauen sich an den Zollanlagen. Im Zentrum nahe der Brücke reihen sich Geschäfte, die vor allem Kundschaft aus Mexiko bedienen, von Kleidung bis Elektronik. Wer die Kultur der Grenze verstehen möchte, besucht das Villa Antigua Border Heritage Museum am Fluss. Die Musik von Conjunto und Tejano, die aus vielen Lokalen klingt, erinnert daran, dass hier zwei Länder zu einer Region verschmelzen.
Feste, Anreise und beste Reisezeit
Höhepunkt des Jahres ist die Washington's Birthday Celebration im Februar, eines der größten Feste dieser Art in den USA. Es dauert mehrere Wochen und umfasst Paraden, eine Pocahontas-Zeremonie, einen Kolonialball mit prachtvollen Kleidern und das symbolische Treffen von Kindern aus Laredo und Nuevo Laredo auf der Brücke. Der Laredo International Airport hat Verbindungen nach Dallas und Houston, San Antonio liegt etwa zweieinhalb Autostunden nördlich. Beste Reisezeit ist der Winter, wenn es mild ist; der Sommer ist sehr heiß. Wer über die Grenze nach Nuevo Laredo möchte, sollte die aktuellen Sicherheitshinweise beachten, da der Bundesstaat Tamaulipas als Risikogebiet gilt.




