Dallas entdecken: Kunst, Cowboys und Brisket
Reiseführer · redaktionellGlastürme, ein leuchtender Kugelturm und darunter ein Park, der über eine Stadtautobahn gebaut wurde: Dallas erfindet sich gern neu. Eine Reise nach Dallas führt zu einem der größten Kunstviertel der USA, an die Orte des Kennedy-Attentats und in Lokale, in denen Brisket stundenlang im Rauch gart. Ein Urlaub in Dallas lässt sich zudem gut mit dem benachbarten Fort Worth verbinden.
Baumwolle, Öl und ein schwarzer Tag
1841 ließ sich der Händler John Neely Bryan an einer Furt des Trinity River nieder, die Stadt wuchs mit Baumwolle, Eisenbahn und später dem Ölboom in Ost-Texas. Banken, Versicherungen und Handel machten Dallas zum Finanzzentrum des Südwestens. Weltweit bekannt wurde die Stadt durch den 22. November 1963, als Präsident John F. Kennedy an der Dealey Plaza erschossen wurde. Später sorgten die Fernsehserie „Dallas“ und die Dallas Cowboys für ein anderes Bild. Heute ist die Metropolregion Dallas–Fort Worth eine der am schnellsten wachsenden der USA, Sitz zahlreicher Konzerne und ein Drehkreuz des Luftverkehrs.
Sehenswürdigkeiten in Dallas
Das Sixth Floor Museum im ehemaligen Schulbuchlager an der Dealey Plaza dokumentiert das Kennedy-Attentat genau dort, wo Lee Harvey Oswald gewartet haben soll; ein weißes X auf der Elm Street markiert die Stelle der Schüsse, und wenige Schritte entfernt steht das schlichte John F. Kennedy Memorial von Philip Johnson. Der Reunion Tower mit seiner Lichtkugel bietet eine Aussichtsplattform über der Stadt. Der Klyde Warren Park, auf einem Deckel über dem Woodall Rodgers Freeway angelegt, verbindet Downtown mit Uptown und ist mit Food Trucks, Yogakursen und Konzerten das Wohnzimmer der Stadt. Im Fair Park, Schauplatz der Texas-Weltausstellung von 1936, findet sich eine der größten Sammlungen von Art-déco-Bauten der USA, im Herbst lockt dort die State Fair of Texas mit dem Riesencowboy Big Tex. Das Dallas Arboretum am White Rock Lake ist besonders im Frühling während der Tulpenblüte ein Erlebnis.
Arts District und Museen
Der Dallas Arts District im Norden der Innenstadt erstreckt sich über rund 30 Häuserblöcke und gilt als eines der größten zusammenhängenden Kunstviertel des Landes. Das Dallas Museum of Art bei freiem Eintritt reicht von antiker Kunst bis zu Mondrian, das Nasher Sculpture Center von Renzo Piano zeigt Rodin, Giacometti und Richard Serra in einem Skulpturengarten. Das Crow Museum of Asian Art, das Meyerson Symphony Center von I. M. Pei und das rote Winspear Opera House von Foster + Partners liegen direkt nebeneinander. Das Perot Museum of Nature and Science begeistert Familien mit Dinosauriern und Experimenten. Auf dem Campus der Southern Methodist University befindet sich zudem die Präsidentenbibliothek von George W. Bush.
Viertel zum Bummeln
Uptown mit der historischen McKinney Avenue, auf der eine kostenlose Oldtimer-Straßenbahn fährt, ist das Viertel für Restaurants und Bars. Rund um die Knox Street reihen sich Boutiquen und Terrassenlokale. Deep Ellum östlich der Innenstadt war schon in den 1920er-Jahren ein Zentrum des Blues und ist heute mit Wandbildern, Live-Clubs und Brauereien das Ausgehviertel schlechthin. Bishop Arts in Oak Cliff begeistert mit kleinen Läden und Cafés, und das Gebiet um Vickery Meadow und Lower Greenville zeigt, wie international Dallas geworden ist. Der Bereich um die University Crossing nahe der SMU ist studentisch geprägt.
Essen in Dallas
Die Restaurants in Dallas spiegeln die texanische Vorliebe für Fleisch und Tex-Mex wider. Barbecue mit Brisket, Rippchen und scharfen Würsten gibt es in Deep Ellum und darüber hinaus, für die besten Adressen bildet sich mittags oft eine Schlange. Die Frozen Margarita wurde der Legende nach 1971 in Dallas erfunden, als ein Gastronom eine Softeismaschine umbaute. Chicken Fried Steak mit weißer Soße, Fajitas und Queso gehören ebenso zur lokalen Küche wie Steaks in edlen Steakhäusern. Dazu kommen vietnamesische, koreanische und indische Lokale in den Vororten, die ein Abstecher wert sind.
Unterwegs, Reisezeit und Ausflüge
Der riesige Flughafen Dallas/Fort Worth liegt zwischen beiden Städten und ist mit der DART-Stadtbahn sowie dem TEXRail-Zug angebunden; Love Field nahe der Innenstadt ist die Basis von Southwest Airlines. Das DART-Netz ist eines der längsten Stadtbahnsysteme der USA, für Ausflüge in die Vororte ist ein Auto aber oft bequemer. Die beste Reisezeit sind Frühling und Herbst, im Sommer wird es sehr heiß, Gewitter im Frühjahr können heftig sein. Fort Worth mit den Stockyards und täglichem Viehtrieb ist mit dem Trinity Railway Express gut erreichbar, Ausflüge führen außerdem nach Grapevine mit seiner historischen Main Street oder an die Seen der Umgebung. Ein Heimspiel der Cowboys im AT&T Stadium in Arlington ist für Sportfans ein Erlebnis.










