Columbus entdecken: Short North, Märkte und Buckeyes
Reiseführer · redaktionellColumbus in Ohio wird oft unterschätzt – dabei ist die Hauptstadt des Bundesstaats eine der jüngsten, lebendigsten Großstädte des Mittleren Westens. Eine Reise nach Columbus führt in ein deutsches Backsteinviertel, über eine Galerienmeile mit leuchtenden Torbögen und in eine riesige Universitätsstadt, die am Footballwochenende rot-grau leuchtet. Für eine Städtereise mit gutem Essen und entspannter Atmosphäre ist die Stadt eine angenehme Überraschung.
Eine Hauptstadt aus dem Nichts
1812 legte das Parlament von Ohio fest, die neue Hauptstadt an den Ufern des Scioto River zu bauen, gegenüber der Siedlung Franklinton, und benannte sie nach Christoph Kolumbus. Das Ohio Statehouse im griechischen Stil wurde 1861 fertiggestellt. Im 19. Jahrhundert siedelten sich viele deutsche Einwanderer im Süden der Stadt an, was dem German Village bis heute seinen Charakter gibt. 1870 wurde die Ohio State University gegründet, heute eine der größten Universitäten der USA. Columbus wuchs durch Eingemeindungen stetig und ist inzwischen die größte Stadt Ohios, mit Versicherungen, Mode- und Einzelhandelskonzernen und einer wachsenden Technologieszene. Ein großes Chipwerk im nahen New Albany soll die Region weiter verändern.
Sehenswürdigkeiten in Columbus
Das German Village südlich von Downtown begeistert mit Kopfsteinpflaster, Backsteinhäusern und Gärten; im Labyrinth der Book Loft, einer Buchhandlung mit über 30 Räumen, kann man Stunden verbringen. Am Flussufer verläuft die Scioto Mile, ein Park mit Springbrunnen und Radwegen, ergänzt durch den Bicentennial Park. Das Franklin Park Conservatory zeigt Pflanzen aus aller Welt und Glaskunst von Dale Chihuly. Der Columbus Zoo im Norden gilt als einer der besten der USA, geprägt vom langjährigen Direktor Jack Hanna. Am Statehouse kann man an kostenlosen Führungen teilnehmen, und im Herbst ist ein Footballspiel der Ohio State Buckeyes im riesigen Ohio Stadium ein Erlebnis mit über 100.000 Fans.
Viertel und Kultur
Der Short North Arts District nördlich von Downtown ist die Galerien- und Restaurantmeile der Stadt; beleuchtete Torbögen überspannen die High Street, am ersten Samstag im Monat findet der Gallery Hop statt. Im Universitätsviertel rund um Weinland Park, Indianola Terrace und Tuttle Park wohnen Studierende und Familien in alten Holzhäusern, mit Cafés und Kneipen in Gehweite. Der Park Street District am Rand der Short North ist ein Ausgehviertel mit Bars und Clubs. Im Norden und Osten, etwa in Forest Park, Eastland und Crosswoods, liegen Wohngebiete mit Einkaufszentren und internationalen Restaurants. Kulturell bieten das Columbus Museum of Art, das Wexner Center for the Arts auf dem Campus mit avantgardistischer Architektur von Peter Eisenman und das COSI, ein großes Wissenschaftsmuseum, viel Abwechslung.
Essen in Columbus
Columbus gilt als Testmarkt für neue Restaurantketten, weil die Bevölkerung als besonders repräsentativ für die USA gilt – doch die eigentlichen Stärken liegen woanders. Der North Market, eine Markthalle seit 1876, ist ideal zum Probieren lokaler Spezialitäten. Im German Village gibt es Bratwurst, Schnitzel und riesige Windbeutel, in den Lokalen der Stadt die süßen Buckeyes, Erdnussbutterkugeln mit Schokolade. Ohio-typische Pizza im „Columbus-Stil“ mit dünnem Boden und quadratischem Schnitt ist allgegenwärtig. Die große somalische Gemeinde, eine der größten der USA, bereichert die Restaurants in Columbus ebenso wie Lokale aus Nepal, Bhutan und Mexiko. Eiscreme der örtlichen Manufaktur Jeni's ist ein Muss.
Grünes Columbus
Die Metro Parks rund um Columbus umfassen weite Wälder, Prärien und Flusstäler, etwa den Highbanks Metro Park mit Erdwerken der Ureinwohner. Entlang des Olentangy River und des Scioto River führen lange Radwege durch die Stadt. Im Sommer sind die Bootsfahrten auf dem Hoover Reservoir beliebt, und der Schiller Park im German Village bietet Freilichttheater mit Shakespeare-Stücken.
Unterwegs, Reisezeit und Ausflüge
Der John Glenn Columbus International Airport, benannt nach dem Astronauten aus Ohio, liegt rund 15 Minuten östlich der Innenstadt. Innerhalb der Stadt fahren COTA-Busse, die Innenstadt, die Short North und das German Village erkundet man gut zu Fuß, mit dem Rad oder E-Scooter. Die beste Reisezeit liegt zwischen Mai und Oktober; im Sommer finden zahlreiche Festivals statt, darunter das Columbus Arts Festival am Flussufer und das Comfest. Ausflüge führen in die Hocking Hills mit Schluchten, Wasserfällen und Höhlen, etwa eine Stunde südöstlich, und ins Amish Country im Holmes County.










