Seattle entdecken: Space Needle, Kaffee und Puget Sound
Reiseführer · redaktionellFähren gleiten über den Puget Sound, im Hintergrund leuchtet bei klarem Wetter der schneebedeckte Mount Rainier – Seattle liegt zwischen Wasser, Wald und Vulkanen. Eine Reise nach Seattle verbindet Kaffeekultur, Musikgeschichte und frischen Fisch vom Markt mit einer Natur, die gleich vor der Haustür beginnt. Für eine Städtereise im Nordwesten der USA, gern kombiniert mit Portland oder Vancouver, ist die Emerald City ideal.
Holz, Gold und Software
Die Stadt trägt den Namen von Häuptling Si'ahl der Duwamish und Suquamish, auf dessen Land 1851 die ersten Siedler landeten. Holzindustrie und Hafen ließen Seattle wachsen, 1897 wurde es zum Ausgangspunkt des Klondike-Goldrauschs in Kanada – Ausrüster der Goldsucher machten hier ihr Vermögen. Im 20. Jahrhundert prägte Boeing die Region, die Weltausstellung von 1962 schenkte der Stadt die Space Needle. Später kamen Microsoft, Starbucks und Amazon, in den frühen 1990ern Nirvana, Pearl Jam und Soundgarden, die mit dem Grunge eine ganze Generation prägten. Heute ist Seattle eine wohlhabende Tech-Metropole mit hohen Mieten und starkem Umweltbewusstsein.
Sehenswürdigkeiten in Seattle
Der Pike Place Market von 1907 ist das Herz der Stadt: Fischhändler werfen sich Lachse zu, es gibt Blumen, Kunsthandwerk und Gebäck, und in den unteren Etagen versteckt sich ein Labyrinth kleiner Läden. Gleich nebenan liegt die erste Starbucks-Filiale mit langer Schlange, gegenüber die bunte Gum Wall aus Kaugummis. Die Space Needle mit gläsernem Drehboden bietet einen Rundblick über Stadt, Sound und Berge, zu ihren Füßen stehen im Seattle Center das Museum of Pop Culture von Frank Gehry und die Glasskulpturen von Dale Chihuly im Museum Chihuly Garden and Glass. Die neue Waterfront mit Promenade und Riesenrad verbindet den Markt mit dem Hafen. Unter dem Pioneer Square führt die Underground Tour durch verschüttete Straßen aus der Zeit vor dem großen Brand von 1889.
Viertel und Kultur
Ballard im Norden war einst ein skandinavisches Fischerviertel; heute gibt es dort Brauereien, ein nordisches Museum und die Ballard Locks, an denen man im Sommer Lachse beim Aufstieg durch die Fischtreppe beobachten kann. South Lake Union ist der Amazon-Campus mit den gläsernen Kugeln der „Spheres“, am angrenzenden Lake Union starten Wasserflugzeuge und Kajaks. Eastlake und Westlake säumen den See mit Hausbooten, darunter das aus „Schlaflos in Seattle“. Capitol Hill ist das Ausgehviertel mit Bars und Musikclubs, Fremont ist für seine schrägen Skulpturen wie den Troll unter der Brücke bekannt. Im Chinatown-International District liegen Little Saigon und das Wing Luke Museum über asiatisch-amerikanische Geschichte. Das Seattle Art Museum in Downtown und der Olympic Sculpture Park am Wasser ergänzen das Kulturangebot.
Essen in Seattle
Die Restaurants in Seattle leben vom Pazifik: Wildlachs, Dungeness-Krabben, Austern aus dem Puget Sound und Geoduck, eine riesige Muschel, die vor allem in asiatischen Lokalen serviert wird. Clam Chowder am Pike Place Market ist ein Klassiker, ebenso der Seattle Dog mit Frischkäse und gegrillten Zwiebeln, den es nachts vor Clubs gibt. Kaffee ist eine ernste Angelegenheit – neben Starbucks gibt es unzählige unabhängige Röstereien. In Little Saigon findet man hervorragendes Pho und Banh Mi, Ballard und Fremont sind für Craft-Beer bekannt, und das Weinbaugebiet in Ost-Washington liefert die passenden Weine.
Unterwegs, Reisezeit und Ausflüge
Vom Flughafen Seattle-Tacoma fährt die Link Light Rail in rund 40 Minuten nach Downtown, das Netz wird stetig ausgebaut, auch Richtung Eastside mit Bellevue. Die Monorail von 1962 verbindet Downtown mit dem Seattle Center, die Fähren nach Bainbridge Island sind eine günstige Sightseeing-Tour. Die beste Reisezeit ist der Sommer von Juni bis September, wenn es trocken und angenehm warm ist; von Oktober bis April regnet es häufig, aber selten stark. Lohnende Ausflüge führen zum Mount-Rainier-Nationalpark, zu den Regenwäldern des Olympic-Nationalparks, auf die San Juan Islands zur Walbeobachtung oder nach Snoqualmie Falls, bekannt aus „Twin Peaks“.












