Oklahoma: Prärie, Route 66 und indigene Kultur
Reiseführer · redaktionellDer Name Oklahoma stammt aus der Sprache der Choctaw und bedeutet „rote Menschen“ – kein Zufall, denn kaum ein Bundesstaat ist so stark von indigener Geschichte geprägt. Eine Reise nach Oklahoma führt zu Cowboy- und Stammeskultur, auf den längsten befahrbaren Abschnitt der Route 66, in das Art-déco-Tulsa und in eine Prärielandschaft, über der sich gewaltige Gewitterwolken auftürmen.
Landschaft zwischen Ozarks und High Plains
Oklahoma ist vielfältiger, als der Ruf als flacher Präriestaat vermuten lässt. Im Osten ziehen sich die bewaldeten Ausläufer der Ozark- und Ouachita-Berge mit Seen wie dem Lake Tenkiller und Flüssen wie dem Illinois River, auf dem im Sommer Kanus treiben. Im Südwesten ragen die Wichita Mountains auf, Granitkuppen, zwischen denen im Wildschutzgebiet Bisons, Wapitis und Longhorn-Rinder grasen. Die Mitte ist offenes Grasland, der schmale Panhandle im Nordwesten gehört bereits zu den High Plains mit Mesas wie dem Black Mesa, dem höchsten Punkt des Staates. Im Frühjahr liegt Oklahoma mitten in der Tornado Alley, und Sturmjäger reisen eigens an.
Oklahoma City und Tulsa
Oklahoma City entstand an einem einzigen Tag: Beim Land Run am 22. April 1889 strömten rund 50.000 Siedler in das freigegebene Gebiet und steckten Parzellen ab. Heute ist die Hauptstadt eine weitläufige Metropole mit dem National Cowboy & Western Heritage Museum, dem Viertel Bricktown mit Kanal und Lagerhallen-Restaurants und dem Oklahoma City National Memorial, das an den Bombenanschlag von 1995 mit 168 Toten erinnert. Unter dem Kapitol stehen noch Ölbohrtürme. Tulsa war in den 1920er-Jahren „Oil Capital of the World“ und hat eine bemerkenswerte Art-déco-Innenstadt. Das Philbrook und das Gilcrease Museum zeigen Kunst aus Amerika und Europa, der Gathering Place am Arkansas River ist einer der größten privat finanzierten Parks der USA. Im Bob Dylan Center und im Woody Guthrie Center kann man Musikgeschichte erleben. Im Viertel Greenwood erinnert das Greenwood Rising an das Massaker von 1921, bei dem ein weißer Mob die wohlhabende schwarze „Black Wall Street“ zerstörte. Norman ist Sitz der University of Oklahoma, Stillwater der Oklahoma State University; Edmond, Broken Arrow, Lawton und Midwest City sind weitere große Städte.
Sehenswürdigkeiten in Oklahoma und indigenes Erbe
In Oklahoma leben 39 anerkannte Stämme, viele davon wurden im 19. Jahrhundert auf dem „Pfad der Tränen“ aus dem Südosten der USA hierher zwangsumgesiedelt. Tahlequah ist Hauptstadt der Cherokee Nation mit dem Cherokee Heritage Center, und in Oklahoma City zeigt das 2021 eröffnete First Americans Museum die Geschichte und Gegenwart der Stämme. In Anadarko und bei Powwows im Sommer erlebt man Tänze und Kunsthandwerk. Die Route 66 führt auf rund 650 Kilometern durch den Staat, mit Kultstätten wie dem Blue Whale in Catoosa, der Round Barn in Arcadia und Pops mit seiner riesigen Limonadenflasche. Bei Lawton erinnert Fort Sill an die Indianerkriege; hier ist Geronimo begraben.
Kultur und Musik
Das Musical „Oklahoma!“ machte den Staat 1943 weltberühmt. Country-Stars wie Garth Brooks, Reba McEntire und Carrie Underwood stammen von hier, ebenso Woody Guthrie. Rodeos, etwa beim International Finals Rodeo, und die Cowboy-Kultur sind lebendig; im Viertel Stockyards City in Oklahoma City werden noch Rinder versteigert.
Essen und Trinken
Das offizielle Staatsgericht ist eine üppige Platte mit Barbecue, Chicken Fried Steak, Okra, Maisbrot, Erbsen und Pecan Pie. Eine regionale Spezialität sind Onion Burgers aus El Reno, bei denen hauchdünne Zwiebeln ins Fleisch gedrückt werden. Indigene Küche bringt Frybread und Hominy auf den Tisch.
Beste Reisezeit und Anreise
Frühling und Herbst sind die angenehmsten Jahreszeiten, wobei im April und Mai die Gefahr von Unwettern und Tornados am größten ist. Die Sommer sind heiß. Die Flughäfen Oklahoma City (OKC) und Tulsa (TUL) werden über US-Drehkreuze angeflogen. Zwischen beiden Städten liegen rund 170 Kilometer, ein Teil davon auf der Route 66. Ohne Mietwagen kommt man kaum voran.















