San Francisco entdecken: Cable Cars, Nebel und Golden Gate
Reiseführer · redaktionellWenn der Nebel „Karl“ – so nennen die Einheimischen ihn liebevoll – über die Pfeiler der Golden Gate Bridge kriecht, zeigt San Francisco sein berühmtestes Gesicht. Eine Reise nach San Francisco führt über steile Hügel und mit klingelnden Cable Cars zu viktorianischen Häusern, in Chinatown und an eine Bucht voller Geschichte. Für eine Städtereise in Kalifornien ist die kompakte Stadt am Pazifik ein Klassiker.
Goldrausch, Erdbeben und Blumenkinder
1776 gründeten Spanier die Mission Dolores und das Presidio. Das kleine Dorf Yerba Buena wurde nach dem Goldfund 1848 fast über Nacht zur Großstadt: Innerhalb weniger Jahre strömten Zehntausende Glückssucher aus aller Welt herbei, darunter viele Chinesen, die die älteste Chinatown Nordamerikas gründeten. Das Erdbeben und die Brände von 1906 zerstörten weite Teile der Stadt. In den 1950er-Jahren trafen sich die Beat-Poeten in North Beach, 1967 feierten Hippies im Haight-Ashbury den „Summer of Love“, und das Viertel Castro wurde zum Zentrum der Schwulenbewegung, verbunden mit dem Namen Harvey Milk. Mit dem nahen Silicon Valley wurde San Francisco zur Tech-Metropole, heute vor allem rund um künstliche Intelligenz.
Sehenswürdigkeiten in San Francisco
Die Golden Gate Bridge überquert man am besten zu Fuß oder mit dem Rad, Ausblicke bieten Fort Point, Battery Spencer auf der Marin-Seite und der Strand Baker Beach. Die Gefängnisinsel Alcatraz ist nur mit dem offiziellen Fährbetreiber erreichbar, Tickets sollte man Wochen im Voraus buchen. Die Cable Cars, die letzten handbetriebenen Seilbahnen der Welt, fahren die Powell- und California Street hinauf; ihr Antrieb lässt sich im kostenlosen Cable Car Museum bestaunen. Die Lombard Street mit ihren Haarnadelkurven, die viktorianischen „Painted Ladies“ am Alamo Square in der Western Addition, der Coit Tower auf dem Telegraph Hill und das Ferry Building mit Bauernmarkt sind weitere Höhepunkte. Am Fisherman's Wharf liegen die Seelöwen von Pier 39 – touristisch, aber unterhaltsam.
Museen und Viertel
Im Golden Gate Park, größer als der Central Park in New York, liegen das de Young Museum mit Aussichtsturm, die California Academy of Sciences mit lebendem Dach und Regenwaldkuppel sowie der Japanese Tea Garden. Das SFMOMA im Viertel South of Market gehört zu den größten Museen moderner Kunst der USA, das Exploratorium am Pier 15 ist ein Mitmachmuseum für alle Altersgruppen. Jedes Viertel hat seinen eigenen Charakter: Mission District mit Wandbildern und Burritos, Castro mit Regenbogenflaggen, North Beach mit italienischen Cafés und dem City Lights Bookstore. Hayes Valley lockt mit Boutiquen und Biergärten, das Lower Haight mit Kneipen und Plattenläden, das nahe Haight-Ashbury mit Hippie-Nostalgie.
Essen in San Francisco
Die Restaurants in San Francisco gehören zu den besten der USA, mit starkem Fokus auf saisonale Zutaten aus Nordkalifornien. Klassiker sind Sauerteigbrot, das seit dem Goldrausch gebacken wird, Clam Chowder im ausgehöhlten Brotlaib, Dungeness-Krabben im Winter und der Mission Burrito, ein üppig gefüllter Riesenburrito aus dem Mission District. In Chinatown und im Richmond District gibt es exzellentes Dim Sum, Cioppino, ein Fischeintopf italienischer Fischer, stammt aus North Beach. Der Bauernmarkt am Ferry Building ist samstags ein Fest für Feinschmecker, und das Napa Valley liefert den Wein gleich mit.
Unterwegs, Reisezeit und Ausflüge
Vom Flughafen SFO fährt die BART-Bahn in rund 30 Minuten in die Innenstadt, ebenso nach Daly City und hinüber nach Oakland und Berkeley. Innerhalb der Stadt fahren Muni-Busse, Straßenbahnen und Cable Cars; bezahlt wird mit der Clipper-Karte oder kontaktlos. Ein Auto ist wegen Parkplatznot und Steigungen eher hinderlich. Die beste Reisezeit für San Francisco sind September und Oktober, wenn der „Indian Summer“ warme, klare Tage bringt; im Juli und August ist es oft kühl und neblig, eine Jacke gehört immer ins Gepäck. Mit der Fähre erreicht man Sausalito mit Hausbooten, südlich lockt Brisbane mit Wanderwegen am San Bruno Mountain. Weitere Ausflüge führen zu den Mammutbäumen im Muir Woods, ins Weinland von Napa und Sonoma oder entlang der Küste nach Half Moon Bay.














