Oakland entdecken: Lake Merritt, Kultur und Küche
Reiseführer · redaktionellAm Lake Merritt, einer Salzwasserlagune mitten in der Stadt, joggen Menschen unter einer Lichterkette, Familien grillen am Ufer und Trommelkreise spielen am Sonntag – Oakland zeigt sich offen, vielfältig und kreativ. Eine Reise nach Oakland ist das Gegenstück zum nahen San Francisco: weniger touristisch, sonniger und mit einer der spannendsten Restaurantszenen Kaliforniens. Für eine Städtereise in die Bay Area lohnt sich ein Abstecher auf die andere Seite der Bucht.
Hafen, Eisenbahn und Bürgerrechte
Oakland entstand 1852 auf dem Land einer spanisch-mexikanischen Ranch und wurde 1869 westlicher Endpunkt der transkontinentalen Eisenbahn. Nach dem Erdbeben von 1906 flüchteten viele aus San Francisco hierher. Werften im Zweiten Weltkrieg zogen afroamerikanische Arbeiter aus dem Süden an, 1966 gründeten Huey Newton und Bobby Seale in Oakland die Black Panther Party. Der Hafen gehört heute zu den größten Containerhäfen der Westküste, seine Kräne sollen George Lucas zu den Kampfläufern in „Star Wars“ inspiriert haben.
Sehenswürdigkeiten in Oakland
Der Lake Merritt ist mit einem Rundweg, Bootsverleih und dem ältesten Vogelschutzgebiet der USA das Herz der Stadt; am Ufer liegt das Children's Fairyland, ein Märchenpark, der Walt Disney inspiriert haben soll. Das Oakland Museum of California erzählt Kunst, Geschichte und Natur des Bundesstaats in einem terrassenförmigen Bau mit Dachgarten. Jack London Square an der Uferpromenade ehrt den Schriftsteller, der hier aufwuchs, mit einer kleinen Hütte und dem Heinold's First and Last Chance Saloon von 1883. Das Fox Theater im Stil der 1920er-Jahre ist ein prachtvoller Konzertsaal. In den Oakland Hills bieten Parks wie Redwood Regional Park Wanderwege unter Mammutbäumen.
Viertel und Essen
Das Viertel Temescal lockt mit Cafés und Boutiquen in kleinen Gassen, Rockridge mit Restaurants und Feinkost, Uptown rund um das Fox Theater mit Bars und Galerien. Chinatown, Fruitvale mit mexikanischer und mittelamerikanischer Kultur und die äthiopischen und eritreischen Lokale an der Telegraph Avenue spiegeln die Vielfalt wider. Die Restaurants in Oakland verbinden kalifornische Frische mit Einflüssen aus aller Welt, und Weinstuben in ehemaligen Lagerhallen in Jack London Square bieten Weine aus nahen Anbaugebieten.
Kultur und Ausgehen
Oakland hat eine kreative Kunst- und Musikszene. Galerien und Ateliers verteilen sich über Uptown, Jack London Square und West Oakland, und das Paramount Theatre, ein prachtvoller Art-déco-Palast, beherbergt Konzerte und das Oakland Symphony. Jazz, Soul und Hip-Hop haben in der Stadt tiefe Wurzeln. Im Chabot Space & Science Center in den Hügeln blickt man durch große Teleskope in den Nachthimmel. Biergärten und Weinbars in umgebauten Lagerhallen laden bei warmem Wetter zum Verweilen ein.
Unterwegs, Reisezeit und Ausflüge
Der Oakland International Airport ist mit einer automatischen Bahn an das BART-Netz angeschlossen, mit dem man in rund 15 Minuten nach San Francisco fährt; auch Fähren verbinden Jack London Square mit dem Ferry Building. Wie in vielen Großstädten sollte man nachts in manchen Gegenden aufmerksam sein. Die beste Reisezeit ist von Mai bis Oktober, Oakland ist oft wärmer und weniger neblig als San Francisco. Ausflüge führen nach Berkeley mit der Universität, in den Mount Diablo State Park, ins Napa Valley und natürlich nach San Francisco.








