Nashville entdecken: Honky-Tonks, Opry und Hot Chicken
Reiseführer · redaktionellSchon am Mittag dröhnen aus den Honky-Tonks am Lower Broadway Gitarrenriffs und Fiddle-Melodien, und abends spielt in fast jeder Bar eine Band, die einmal berühmt werden will. Eine Reise nach Nashville ist eine Pilgerfahrt in die Hauptstadt der Country-Musik – aber auch ein Ausflug in eine wachsende Südstaatenmetropole mit scharfem Hähnchen und eleganten Vierteln. Für eine Städtereise mit Musik von morgens bis nachts gibt es kaum ein besseres Ziel.
Wie Nashville zur Music City wurde
1779 gründeten Siedler am Cumberland River das Fort Nashborough, benannt nach einem General des Unabhängigkeitskriegs. Die Stadt wurde 1843 Hauptstadt von Tennessee und im Bürgerkrieg früh von Unionstruppen besetzt. Den Titel „Music City“ verdankt sie zunächst den Fisk Jubilee Singers, einem afroamerikanischen Chor, der im 19. Jahrhundert durch Europa tourte. 1925 ging die Radiosendung „Grand Ole Opry“ auf Sendung, die bis heute läuft und Nashville zum Zentrum der Country-Musik machte. In den 1950er- und 1960er-Jahren entstand an der Music Row ein Netz aus Studios und Plattenfirmen, das Stars von Johnny Cash bis Dolly Parton hervorbrachte. Heute ist Nashville eine der am schnellsten wachsenden Städte der USA und ein beliebtes Ziel für Junggesellenabschiede.
Sehenswürdigkeiten in Nashville
Das Ryman Auditorium, eine ehemalige Kirche aus Backstein, war von 1943 bis 1974 Heimat der Grand Ole Opry und gilt wegen seiner Akustik als „Mother Church of Country Music“. Heute spielt die Opry im Grand Ole Opry House östlich der Stadt, im Winter oft wieder im Ryman. Der Lower Broadway in Downtown Nashville ist eine Meile aus Neonreklamen und Honky-Tonks mit Livemusik ohne Eintritt. Im Centennial Park steht eine originalgetreue Nachbildung des Parthenon aus Athen, samt einer 13 Meter hohen Athena-Statue. Das Tennessee State Capitol, der Bicentennial Capitol Mall State Park und der Fußgängersteg John Seigenthaler Pedestrian Bridge mit Blick auf die Skyline runden den Rundgang ab.
Museen und Musikgeschichte
Die Country Music Hall of Fame and Museum zeigt Elvis' goldenen Cadillac, Gitarren und Bühnenkostüme, von hier aus starten Touren zum historischen RCA Studio B, in dem Elvis und die Everly Brothers aufnahmen. Das Johnny Cash Museum und das National Museum of African American Music, das die schwarzen Wurzeln von Blues, Gospel, Jazz und Hip-Hop erzählt, sind weitere Höhepunkte. Im Bluebird Cafe, einem kleinen Lokal in einem Einkaufszentrum, präsentieren Songwriter ihre Lieder im Kreis – viele Hits wurden hier zum ersten Mal gespielt, Karten sind schnell weg. Das Frist Art Museum in einem Art-déco-Postamt bietet Wechselausstellungen.
Viertel und Essen in Nashville
The Gulch, ein ehemaliges Bahngelände südwestlich von Downtown, ist heute voller Restaurants, Boutiquen und der berühmten Flügel-Wandmalerei. Germantown, von deutschen Einwanderern gegründet, lockt mit restaurierten Backsteinhäusern und einigen der besten Restaurants der Stadt. East Nashville gilt als kreatives Viertel mit Bars und Plattenläden, 12 South mit Boutiquen und Cafés, Wedgewood-Houston mit Galerien und Brauereien in alten Fabriken. Das Gericht der Stadt ist Nashville Hot Chicken, frittiertes Hähnchen mit Cayennepfeffer-Paste auf Weißbrot mit Gewürzgurken – in Schärfegraden von mild bis kaum essbar. Dazu gibt es Meat-and-Three-Lokale, in denen man ein Fleischgericht mit drei Beilagen wie Mac and Cheese, grünen Bohnen oder Maisbrot wählt. Die Restaurants in Nashville haben sich vom einfachen Südstaatenlokal bis zur gehobenen Küche entwickelt.
Unterwegs, Reisezeit und Ausflüge
Der Flughafen Nashville International liegt rund 15 Minuten östlich der Innenstadt, Busse und Fahrdienste fahren nach Downtown. Die WeGo-Busse decken die Stadt ab, viele Besucher bewegen sich aber zu Fuß oder mit Fahrdiensten zwischen Downtown, Gulch und East Nashville. Die beste Reisezeit sind Frühling und Herbst; im Juni zieht das CMA Fest Hunderttausende Country-Fans an, der Sommer ist heiß und schwül. Ausflüge führen zur Plantage The Hermitage des Präsidenten Andrew Jackson, nach Franklin mit seiner historischen Main Street, zur Jack-Daniel's-Brennerei in Lynchburg oder in die Great Smoky Mountains.












