Region · Ebene 2

Nebraska

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Land
USA
Städte
25
Zuordnung
über Koordinaten
§ 3

Nebraska: Kraniche, Sandhügel und der Oregon Trail

Reiseführer · redaktionell

Jedes Frühjahr landen am Platte River in Nebraska Hunderttausende Kanadakraniche, ein Naturschauspiel, das Vogelfreunde aus aller Welt anzieht. Eine Nebraska Reise folgt den Spuren der Siedlertrecks nach Westen, durch grasbewachsene Sandhügel und zu einem Großstadtzoo, der zu den besten des Landes zählt.

Landschaft: Great Plains und Sandhills

Nebraska liegt in den zentralen Great Plains und steigt von etwa 300 Metern im Osten am Missouri auf über 1.600 Meter an der Grenze zu Wyoming an. Im Osten dominieren Mais- und Sojafelder, in der Mitte erstrecken sich die Sandhills, das größte Dünengebiet der westlichen Hemisphäre, das von Gras bewachsen und so zum Rinderland geworden ist. Darunter liegt der riesige Ogallala-Grundwasserleiter. Der Platte River zieht sich breit und flach von West nach Ost, und im Norden schneidet der Niobrara River eine waldige Schlucht mit Wasserfällen in die Prärie, ein beliebtes Revier für Kanu- und Schlauchboottouren.

Sehenswürdigkeiten in Nebraska

Zwischen Ende Februar und Anfang April versammeln sich zwischen Grand Island und Kearney die Kanadakraniche; von Beobachtungsständen am Fluss erlebt man, wie sie im Morgengrauen auffliegen. Im Westen weisen Chimney Rock und das Scotts Bluff National Monument den Weg, dem einst Hunderttausende Auswanderer auf dem Oregon Trail und dem Mormon Trail folgten; in manchen Felsen sind noch Wagenspuren zu sehen. Ein Original ist Carhenge bei Alliance, ein Nachbau von Stonehenge aus grau lackierten Autos. Der Toadstool Geologic Park im äußersten Nordwesten zeigt bizarre Badlands, und im Agate Fossil Beds National Monument liegen Säugetierfossilien aus dem Miozän.

Städte: Omaha, Lincoln und die Orte am Platte

Omaha am Missouri ist die größte Stadt. Im Old Market, einem Viertel aus Backsteinlagerhäusern mit Kopfsteinpflaster, reihen sich Restaurants, Galerien und Kneipen. Der Henry Doorly Zoo mit Wüstenkuppel und Indoor-Regenwald gehört zu den meistbesuchten Zoos der USA, und jeden Juni kommt mit der College World Series Baseballstimmung in die Stadt. Hier hat Warren Buffetts Berkshire Hathaway ihren Sitz; Bellevue südlich davon ist eine der ältesten Siedlungen des Staates. Die Hauptstadt Lincoln beeindruckt mit einem Art-déco-Kapitol mit über 120 Meter hohem Turm, und an Spieltagen der University of Nebraska färbt sich die ganze Stadt rot. In Kearney überspannt das Great Platte River Road Archway die Interstate, Grand Island bewahrt im Stuhr Museum eine Pionierstadt, North Platte bietet den Blick auf Bailey Yard, den größten Rangierbahnhof der Welt, und die Ranch von Buffalo Bill. Columbus und Norfolk sind ruhige Landstädte im Osten.

Geschichte

Pawnee, Omaha, Ponca, Lakota und andere Völker lebten in den Plains, bevor das Gebiet 1803 an die USA fiel. 1854 wurde das Territorium Nebraska gegründet, 1867 der Bundesstaat. Mit dem Homestead Act und der Union Pacific Railroad kamen Siedler, viele aus Deutschland, Tschechien und Skandinavien. Politisch ist Nebraska eine Ausnahme: Als einziger US-Staat hat es nur eine Parlamentskammer, die offiziell parteiunabhängig ist.

Essen und Trinken

Nebraska ist Rinderland, ein gutes Steak gehört zu jedem Besuch. Typisch ist das Runza, eine mit Hackfleisch, Kraut und Zwiebeln gefüllte Teigtasche, die auf wolgadeutsche Einwanderer zurückgeht. Das Reuben-Sandwich soll in einem Hotel in Omaha erfunden worden sein, und in Hastings entstand Kool-Aid, das bis heute mit einem Fest gefeiert wird. In Omaha lohnt das Viertel Old Market, wo in alten Lagerhäusern Steakhäuser, Bistros und kleine Brauereien eng beieinanderliegen. Zum Dessert passt ein Stück Kuchen aus einer der vielen tschechischen und deutschen Bäckereien in Wilber und Umgebung.

Anreise und beste Reisezeit

Der Flughafen Omaha ist das Haupttor, die Interstate 80 durchquert den Staat entlang des Platte River. Für den Westen und die Sandhills sind Nebenstraßen wie der Sandhills Journey Scenic Byway reizvoller. Die beste Reisezeit hängt vom Ziel ab: März bis April für den Kranichzug, Mai bis Oktober für Roadtrips. Die Sommer sind heiß mit Gewittern, die Winter kalt. Für die Kranichbeobachtung sollte man Plätze in den Beobachtungshütten früh buchen.