Los Angeles entdecken: Strände, Studios und Tacos
Reiseführer · redaktionellPalmen vor rosa Abendhimmel, Surfer am Pier von Santa Monica und darüber die weißen Buchstaben am Mount Lee: Eine Reise nach Los Angeles beginnt meist mit Bildern, die man aus Filmen kennt. Doch wer seinen Urlaub in Los Angeles plant, entdeckt dahinter eine riesige, vielschichtige Metropole aus Dutzenden Vierteln, die mehr mit Tacos, Kunst und Wanderwegen zu tun hat als mit rotem Teppich. Für eine Städtereise braucht man Zeit – und einen guten Plan.
Vom spanischen Pueblo zur Traumfabrik
1781 gründeten spanische Siedler am Fluss Los Angeles das kleine Pueblo de Nuestra Señora la Reina de los Ángeles; an der Olvera Street erinnert noch die älteste erhaltene Lehmziegelhaus-Siedlung der Stadt an diese Zeit. Nach mexikanischer Herrschaft wurde die Region 1848 amerikanisch. Der eigentliche Aufstieg kam mit Eisenbahn, Öl und Orangenplantagen, ab den 1910er-Jahren dann mit dem Film: Das sonnige Klima und die Vielfalt an Landschaften lockten Studios aus dem Osten nach Hollywood. Wasserleitungen aus der Sierra Nevada ermöglichten das explosive Wachstum, Autobahnen formten eine Stadt ohne klares Zentrum. Heute ist L. A. Zentrum der Unterhaltungsindustrie, eines der größten Hafenareale der Welt und Heimat großer mexikanischer, koreanischer, armenischer und iranischer Gemeinden. 2028 richtet die Stadt zum dritten Mal Olympische Sommerspiele aus.
Viertel zwischen Valley und Pazifik
Los Angeles ist ein Flickenteppich. Hollywood selbst ist touristisch und etwas schrill, spannender sind Silver Lake und Echo Park mit Cafés und Vintage-Läden. Downtown hat sich mit dem Arts District, dem Grand Central Market und restaurierten Kinopalästen am Broadway neu erfunden. Am Meer reihen sich Santa Monica, das bunte Venice mit Kanälen und Boardwalk sowie Malibu. Nördlich der Hügel liegt das San Fernando Valley, in dem ein großer Teil des Alltagslebens stattfindet: Studio City mit den CBS-Studios und Lokalen am Ventura Boulevard, Sherman Oaks und Encino mit Einkaufsstraßen und Sushi-Bars, North Hollywood mit seinem NoHo Arts District voller kleiner Theater, dazu Van Nuys, Canoga Park und Woodland Hills, wo Familien leben und Taquerías und Thai-Restaurants günstiger sind als am Strand.
Sehenswürdigkeiten in Los Angeles
Das Griffith Observatory bietet den besten Blick auf das Hollywood Sign und das nächtliche Lichtermeer; der Griffith Park rundherum ist einer der größten Stadtparks Nordamerikas mit Wanderwegen bis hinauf zum Schriftzug. Auf dem Hollywood Walk of Fame und vor dem TCL Chinese Theatre mit seinen Hand- und Fußabdrücken drängen sich die Besucher. Wer hinter die Kulissen will, bucht eine Tour durch die Warner Bros. Studios in Burbank oder besucht die Universal Studios mit ihrem Themenpark. Der Santa Monica Pier mit Riesenrad markiert das Ende der legendären Route 66, von dort führt ein Radweg am Strand entlang bis Venice und Marina del Rey. In Downtown fallen die silbrig geschwungene Walt Disney Concert Hall von Frank Gehry und die Union Station mit ihrer Art-déco-Halle auf. Ein Abstecher nach Beverly Hills mit dem Rodeo Drive gehört für viele dazu.
Museen und Kultur
Die Kunstszene ist erstklassig und erstaunlich oft kostenlos. Das Getty Center thront auf einem Hügel über Brentwood, schon der Bau von Richard Meier, die Gärten und der Blick lohnen den Besuch; die Getty Villa in Malibu widmet sich der Antike. Das Broad in Downtown zeigt zeitgenössische Kunst von Koons bis Kusama, das LACMA am Wilshire Boulevard beeindruckt mit der Lichtinstallation „Urban Light“ aus alten Straßenlaternen. Gleich daneben liegen die La Brea Tar Pits, in deren Asphaltgruben noch heute Fossilien von Mammuts und Säbelzahnkatzen geborgen werden. Das Academy Museum of Motion Pictures erzählt die Geschichte des Kinos, und die Hollywood Bowl ist im Sommer die stimmungsvollste Open-Air-Bühne der Stadt.
Essen in Los Angeles
Die Restaurants in Los Angeles spiegeln die Einwanderung wider. Tacos sind fast eine Religion – von Food Trucks in East L. A. bis zu Stammlokalen in Boyle Heights, oft mit Al Pastor oder Fisch nach Baja-Art. Koreatown ist berühmt für Barbecue und lange Nächte, das San Gabriel Valley für chinesische Regionalküchen, Little Tokyo für Ramen und Sushi, Thai Town in East Hollywood für scharfe Currys. Kalifornisch frische Küche mit Avocado und Gemüse vom Bauernmarkt prägt Santa Monica, wo der Farmers Market am Mittwoch Köche aus der ganzen Stadt anzieht. Der Grand Central Market in Downtown ist ein guter Ort, um vieles auf einmal zu probieren. Ein Burger bei der Westküsten-Kette In-N-Out ist für viele Besucher Pflicht.
Unterwegs in Los Angeles
Der Flughafen LAX liegt im Südwesten; Shuttles und der neue automatische People Mover stellen die Verbindung zur Metro her. Das Metro-Netz wächst stetig: Die B-Linie fährt von Downtown nach Hollywood und North Hollywood, die E-Linie bis nach Santa Monica, und seit 2023 verbindet ein Tunnel unter Downtown die Linien direkter miteinander. Trotzdem sind Entfernungen gewaltig, und wer mehrere Ecken erkunden will, greift meist zu Mietwagen oder Fahrdiensten. Am besten plant man die Tage nach Regionen – ein Tag am Strand, einer in Hollywood und Griffith Park, einer in Downtown – und meidet die Rushhour auf den Freeways.
Beste Reisezeit und Ausflüge
Los Angeles hat mildes Klima mit rund 280 Sonnentagen im Jahr. Die beste Reisezeit sind Frühling und Herbst; im Mai und Juni liegt morgens oft der Küstennebel „June Gloom“ über den Stränden, im Spätsommer wird es im Valley sehr heiß. Im Winter ist es mild, gelegentlich regnerisch. Lohnende Ausflüge führen nach Malibu und weiter die Küste hinauf, nach Pasadena mit der Huntington Library, nach Anaheim ins Disneyland, auf die Insel Catalina oder in den Joshua Tree Nationalpark, gut zwei Autostunden östlich in der Wüste.















