Charlotte entdecken: NASCAR, Uptown und Südstaatenküche
Reiseführer · redaktionellGlänzende Banktürme in Uptown, Rennwagen mit über 300 km/h auf dem Speedway und schattige Straßen mit alten Eichen: Charlotte verbindet das neue mit dem alten Süden. Eine Reise nach Charlotte lohnt sich für Motorsportfans, Wildwasser-Abenteurer und alle, die Südstaatenküche abseits der Klischees probieren wollen. Für eine Städtereise mit Ausflug in die Blue Ridge Mountains ist die größte Stadt North Carolinas ein guter Ausgangspunkt.
Von der Goldgräberstadt zum Finanzzentrum
Benannt wurde die Stadt 1768 nach Charlotte von Mecklenburg-Strelitz, der deutschstämmigen Ehefrau des britischen Königs Georg III. – daher der Spitzname „Queen City“ und die Krone im Stadtlogo. Ironischerweise galt die Region im Unabhängigkeitskrieg als besonders rebellisch, und der britische General Cornwallis soll sie ein „Hornissennest“ genannt haben, woraus sich der Name des Basketballteams Hornets ableitet. 1799 fand ein Junge in der Nähe einen Goldklumpen und löste den ersten Goldrausch der USA aus, sogar eine Münzprägeanstalt wurde eröffnet. Im 20. Jahrhundert wuchs Charlotte mit Textilindustrie und Banken; heute ist die Stadt nach New York das zweitgrößte Bankenzentrum der USA, Sitz der Bank of America.
Sehenswürdigkeiten in Charlotte
Das NASCAR Hall of Fame Museum in Uptown lässt Besucher in Rennsimulatoren Platz nehmen und erzählt von den Anfängen des Motorsports, der in den Bergen der Region mit schnellen Autos von Whiskeyschmugglern begann. Rennatmosphäre live gibt es am Charlotte Motor Speedway in Concord, wo im Mai das Coca-Cola 600 stattfindet. Das U.S. National Whitewater Center im Westen der Stadt ist eine künstliche Wildwasseranlage, auf der auch Olympiamannschaften trainieren; dazu gibt es Kletterwände, Ziplines und Mountainbike-Trails. Romare Bearden Park mit Blick auf die Skyline und der Freedom Park im Viertel Myers Park laden zum Spazieren ein. Für Geschichte empfiehlt sich das Levine Museum of the New South.
Viertel zwischen Uptown und South End
Uptown ist das kompakte Zentrum mit Hochhäusern, Museen und dem Football-Stadion der Carolina Panthers. Direkt südlich schließt South End an, ein ehemaliges Fabrikviertel, das sich entlang eines Bahnpfads, des Rail Trail, zu einem lebendigen Quartier mit Brauereien, Cafés und Restaurants entwickelt hat. Wesley Heights westlich von Uptown ist ein ruhiges, historisches Viertel mit Bungalows aus den 1920er-Jahren. NoDa, das North Davidson Arts District, lockt mit Wandbildern, Galerien und kleinen Musikclubs. Im Nordosten rund um University City und Mallard prägen der Campus der UNC Charlotte und Einkaufszentren das Bild, Northlake im Norden und Starmount sowie Mineral Springs sind typische Wohnviertel mit vielen internationalen Lokalen.
Museen und Kultur
Das Mint Museum, das älteste Kunstmuseum North Carolinas, wurde ursprünglich in der Münzprägeanstalt aus der Goldrauschzeit gegründet und hat heute einen modernen Standort in Uptown mit Schwerpunkt auf Kunsthandwerk und Design. Das Bechtler Museum of Modern Art zeigt Werke von Giacometti, Miró und Warhol, vor dem Haus steht Niki de Saint Phalles mosaikbesetzter Feuervogel. Das Harvey B. Gantt Center widmet sich afroamerikanischer Kunst und Kultur. Die Billy Graham Library erinnert an den berühmten Prediger, der aus Charlotte stammte.
Essen in Charlotte
North Carolina ist stolz auf sein Barbecue: Gezupftes Schweinefleisch mit Essig-Pfeffer-Sauce im Osten des Bundesstaates oder mit tomatiger Note im Westen, dazu Hushpuppies, frittierte Maisbällchen, und Krautsalat. Die Restaurants in Charlotte bieten außerdem Fried Chicken, Biscuits mit Sauce zum Frühstück und Shrimp and Grits. Cheerwine, eine kirschrote Limonade aus North Carolina, gehört dazu. South End und NoDa sind die Viertel für Craft-Beer, entlang der Central Avenue finden sich vietnamesische, äthiopische und lateinamerikanische Lokale.
Unterwegs, Reisezeit und Ausflüge
Charlotte Douglas ist ein großes Drehkreuz von American Airlines und bietet auch Direktflüge aus Europa. Die LYNX Blue Line verbindet University City über Uptown mit South End und dem Süden, die Straßenbahn Gold Line fährt durch Uptown. Für Ausflüge ist ein Auto sinnvoll. Die beste Reisezeit sind Frühling und Herbst mit milden Temperaturen und blühenden Azaleen bzw. buntem Laub; die Sommer sind heiß und feucht. Ausflüge führen an den Lake Norman, nach Asheville in den Blue Ridge Mountains mit dem Biltmore Estate, gut zwei Stunden westlich, und nach Charleston an der Küste.







