Phoenix entdecken: Wüste, Saguaros und Sonne
Reiseführer · redaktionellWer im Januar auf dem Gipfel des Camelback Mountain steht, blickt bei Sonne und 20 Grad über ein Meer aus Flachdächern, Palmen und Kakteen bis zu den Bergketten der Sonorawüste. Eine Reise nach Phoenix ist vor allem eine Winterflucht: Wanderwege mitten in der Stadt, Resorts mit Golfplätzen und eine überraschend reiche Kultur der Ureinwohner. Ein Urlaub in Phoenix lässt sich zudem ideal mit dem Grand Canyon und Sedona verbinden.
Aus der Asche der Hohokam
Lange bevor es Phoenix gab, bauten die Hohokam im Salt River Valley ein ausgeklügeltes Netz von Bewässerungskanälen, bis sie um 1450 verschwanden. Als amerikanische Siedler im 19. Jahrhundert die alten Kanäle wieder nutzten, gaben sie der neuen Siedlung den Namen des mythischen Vogels, der aus der Asche aufsteigt. 1912 wurde Arizona Bundesstaat, Phoenix seine Hauptstadt. Mit Klimaanlagen, Staudämmen und dem Central Arizona Project, das Wasser aus dem Colorado River heranführt, wuchs die Stadt nach 1945 explosionsartig. Heute ist sie die fünftgrößte Stadt der USA und Zentrum einer Metropolregion mit Scottsdale, Tempe und Mesa.
Sehenswürdigkeiten in Phoenix
Der Desert Botanical Garden im Papago Park zeigt auf Rundwegen Tausende Kakteenarten, besonders schön zur Blütezeit im Frühjahr und bei den abendlichen Lichtinstallationen im Winter. Gleich daneben liegen die roten Sandsteinfelsen des Papago Park mit dem Hole-in-the-Rock. Wanderer zieht es auf den Camelback Mountain im Stadtteil Camelback East oder auf den Piestewa Peak im Gebiet North Mountain; beide Aufstiege sind steil und anstrengend. Der South Mountain Park gehört zu den größten Stadtparks der USA, mit Felszeichnungen der Hohokam. Im Stadtteil Deer Valley bewahrt das Hedgpeth Hills Petroglyph Site Tausende Felsritzungen. In Encanto lädt der gleichnamige Park mit Lagune zu einer Pause ein, die historischen Viertel rund um den Encanto-Palmcroft zeigen spanische Kolonialvillen aus den 1920er-Jahren.
Museen und Kultur
Das Heard Museum gehört zu den bedeutendsten Museen für die Kunst und Kultur der Ureinwohner Nordamerikas, mit Kachina-Figuren der Hopi, Navajo-Teppichen und zeitgenössischer Kunst. Das Musical Instrument Museum im Norden präsentiert Instrumente aus fast allen Ländern der Welt, jeweils mit Kopfhörern zum Hineinhören. Das Phoenix Art Museum zeigt Kunst von der Renaissance bis zur Gegenwart, darunter Yayoi Kusamas Spiegelraum. In der Central City rund um Roosevelt Row finden sich Galerien und Wandbilder, am ersten Freitag im Monat lockt der First Friday Art Walk. Architekturfans fahren nach Scottsdale zu Taliesin West, dem Winterquartier von Frank Lloyd Wright.
Essen und Ausgehen
Die Küche der Sonorawüste ist eng mit Mexiko verbunden: Sonora-Hotdogs, in Speck gewickelt und mit Bohnen, Zwiebeln und Salsa belegt, Carne Asada, Machaca und Chimichangas, die Arizona für sich als Erfindung beansprucht. Navajo Fry Bread, frittiertes Fladenbrot, gibt es süß oder herzhaft. Die Restaurants in Phoenix verteilen sich auf viele Zentren – Downtown, das Viertel Alhambra mit Lokalen entlang der Camelback Road und das nahe Scottsdale mit seiner Bar- und Clubszene. Im Westen, etwa in Maryvale, finden sich viele authentische mexikanische Familienlokale. Sonnenuntergänge mit Margarita auf einer Terrasse sind ein festes Ritual.
Golf, Spas und Sport
Rund um Phoenix und das benachbarte Scottsdale liegen weit über hundert Golfplätze, viele mit Blick auf Kakteen und Berge, und luxuriöse Wellness-Resorts, die im Winter Gäste aus dem ganzen Land anziehen. Im Februar und März trainieren rund die Hälfte der Major-League-Baseballteams beim Spring Training in der Region – die Spiele in kleinen Stadien sind günstig und familiär. Das Golfturnier Phoenix Open gilt als das lauteste der Welt.
Unterwegs, Reisezeit und Ausflüge
Der Flughafen Phoenix Sky Harbor liegt nur wenige Kilometer östlich von Downtown, der kostenlose PHX Sky Train verbindet die Terminals mit der Stadtbahn Valley Metro Rail, die nach Tempe und Mesa fährt. Wegen der großen Distanzen ist ein Mietwagen dennoch fast unverzichtbar. Die beste Reisezeit liegt zwischen Oktober und April. Von Juni bis September steigen die Temperaturen regelmäßig über 40 Grad, Wandern ist dann nur in den frühen Morgenstunden ratsam, und von Juli bis September bringt der Monsun gelegentlich heftige Gewitter. Ausflüge führen nach Sedona mit seinen roten Felsen, gut zwei Autostunden nördlich, zum Grand Canyon in rund dreieinhalb Stunden, nach Tucson oder in die Superstition Mountains mit dem Apache Trail.











