Mesa entdecken: Wüste, Kanäle und Frühjahrsbaseball
Reiseführer · redaktionellLange bevor hier Einfamilienhäuser und Golfplätze entstanden, gruben die Hohokam ein ausgeklügeltes Kanalsystem durch die Wüste – einige moderne Bewässerungskanäle folgen bis heute ihren Spuren. Eine Reise nach Mesa führt in die drittgrößte Stadt Arizonas, östlich von Phoenix, die mit Wüstenlandschaften, Baseball im Frühjahr und einem überraschend lebendigen Kulturzentrum aufwartet.
Von Pioniersiedlung zur Großstadt im Valley
Mesa wurde 1878 von Mormonen-Pionieren gegründet, die das Tafelland – spanisch „mesa“ – über dem Salt River besiedelten. Der Arizona Temple der Kirche Jesu Christi aus den 1920er-Jahren erinnert an diese Anfänge; seine Gartenanlage ist öffentlich zugänglich und in der Adventszeit festlich beleuchtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Stadt mit Klimaanlagen, Luftwaffenstützpunkten und dem Zuzug von Ruheständlern rasant. Heute ist Mesa eine weitläufige Stadt mit eigener Identität, die sich nicht als bloßer Vorort von Phoenix versteht.
Sehenswürdigkeiten in Mesa
Im Zentrum steht das Mesa Arts Center, einer der größten Kunstkomplexe im Südwesten, mit Theatern, Galerien und Ateliers. Gleich daneben zeigt das Arizona Museum of Natural History Dinosaurierskelette und eine Ausstellung zur Hohokam-Kultur. Flugzeugfreunde besuchen das Commemorative Air Force Museum am Falcon Field mit restaurierten Maschinen aus dem Zweiten Weltkrieg. Im Frühjahr dreht sich vieles um Baseball: Die Chicago Cubs trainieren im Sloan Park, die Athletics nutzen das Hohokam Stadium – das Spring Training lockt jedes Jahr Tausende Fans an. Die Main Street in Downtown Mesa ist mit Skulpturen gesäumt und eignet sich für einen Bummel.
Essen in Mesa: Tex-Mex, Farm-Restaurants und Food Trucks
Mexikanisch geprägte Küche gehört zum Alltag – von Carne-asada-Tacos bis zu Chimichangas, die in Arizona erfunden worden sein sollen. Am Stadtrand Richtung Gilbert und Queen Creek liegen Farmbetriebe mit Hofläden und Restaurants, etwa Olivenölmühlen und Obstgärten, in denen man frühstücken kann. In Downtown haben sich kleine Brauereien, Cafés und Lokale mit Südwestküche angesiedelt. Wer mag, probiert Prickly-Pear-Limonade aus Kaktusfeigen oder Gerichte mit Hatch-Chili.
Snowbirds, Feste und Spring Training
Im Winter füllen sich die Wohnmobilparks im Osten der Stadt mit „Snowbirds“, Rentnern aus dem Norden der USA und aus Kanada, die hier die kalte Jahreszeit verbringen – mit Shuffleboard, Tanzabenden und Ausflugsgruppen. Zur Adventszeit erstrahlt der Tempelgarten im Lichterglanz, und Downtown Mesa feiert mit Märkten. Im Frühjahr sind die Tickets für das Spring Training deutlich günstiger als in der regulären Saison, und die Spieler kommen den Zuschauern auffallend nah. Familien besuchen das i.d.e.a. Museum in Downtown, ein Kindermuseum für Kunst und Kreativität.
Unterwegs in Mesa und beste Reisezeit
Der große Flughafen Phoenix Sky Harbor liegt rund 25 Kilometer westlich; im Südosten der Stadt bedient der kleinere Phoenix-Mesa Gateway Airport vor allem Billigflieger. Die Stadtbahn Valley Metro Rail verbindet Downtown Mesa mit Tempe und Phoenix, für Ausflüge ist ein Mietwagen aber nahezu unverzichtbar. Beste Reisezeit ist Oktober bis April, wenn die Temperaturen angenehm sind – im Sommer werden regelmäßig über 40 Grad erreicht. Direkt vor der Haustür beginnen Tonto National Forest und das Usery Mountain Regional Park mit Wanderwegen zwischen Saguaro-Kakteen. Am Salt River kann man im Sommer mit Reifenschläuchen flussabwärts treiben, oft begleitet von Wildpferden. Der Apache Trail führt zu den Stauseen Saguaro Lake und Canyon Lake sowie zu den Superstition Mountains mit der Legende der Lost Dutchman Mine.
