Mexiko: Pyramiden, Strände und große Küche
Reiseführer · redaktionellEin Urlaub in Mexiko führt meist an die Karibikküste von Cancún, doch das Land ist weit mehr als Strand und All-inclusive. Wer eine Mexiko Reise etwas breiter anlegt, erlebt Maya-Ruinen im Dschungel, Kolonialstädte im Hochland, Märkte mit getrockneten Chilis in zwanzig Sorten und eine Hauptstadt, die zu den spannendsten Metropolen der Welt gehört.
Landschaften zwischen Wüste und Regenwald
Mexiko ist mehr als fünfmal so groß wie Deutschland und landschaftlich außerordentlich vielfältig. Im Norden dominieren Wüsten und Kakteenlandschaften, durchschnitten von der Kupferschlucht in der Sierra Madre Occidental, die tiefer ist als der Grand Canyon. Die Halbinsel Baja California zieht sich über mehr als 1.200 Kilometer zwischen Pazifik und dem Golf von Kalifornien entlang, wo im Winter Grauwale ihre Jungen zur Welt bringen. Das zentrale Hochland liegt auf über 2.000 Metern, umgeben von Vulkanen wie dem Popocatépetl und dem Pico de Orizaba, dem höchsten Berg des Landes. Im Süden, in Oaxaca und Chiapas, werden die Berge grüner, Nebelwälder und Kaffeeplantagen bedecken die Hänge. Die Halbinsel Yucatán im Osten ist flach und von Kalkstein geprägt, in den unzähligen Cenoten, eingestürzten Karsthöhlen mit klarem Süßwasser, kann man schwimmen und tauchen.
Mexiko-Stadt, Guadalajara und die Kolonialstädte
Mexiko-Stadt ist riesig, mit über 20 Millionen Menschen im Großraum, und doch lässt sie sich gut zu Fuß in Vierteln erkunden. Rund um den Zócalo stehen die Kathedrale und die Reste des aztekischen Templo Mayor, im Nationalpalast erzählen Wandbilder von Diego Rivera die Geschichte des Landes. Die Viertel Roma und Condesa mit ihren Art-déco-Bauten, Cafés und Jacarandabäumen sind ideal zum Wohnen, im Süden locken das Blaue Haus von Frida Kahlo in Coyoacán und die bunten Boote in den Kanälen von Xochimilco. Das Anthropologische Museum im Chapultepec-Park gehört zu den bedeutendsten seiner Art. Guadalajara mit dem benachbarten Zapopan ist die Heimat von Mariachi und Tequila, Monterrey im Norden eine moderne Industriestadt vor dramatischer Bergkulisse. Puebla ist bekannt für bemalte Talavera-Kacheln und Mole Poblano, Querétaro für seinen Aquädukt und die gepflegte Altstadt, und León gilt als Hauptstadt der Lederverarbeitung. Im Bundesstaat Guanajuato liegen zudem die gleichnamige Stadt mit ihren Tunnelstraßen und San Miguel de Allende, die vielen als schönste Kolonialstadt Mexikos gilt. Tijuana an der Grenze zu Kalifornien hat sich mit Craft-Bier und einer kreativen Restaurantszene einen neuen Ruf erarbeitet.
Yucatán, Cancún und die Strände
Cancún ist der wichtigste Ferienort des Landes, mit einer langen Hotelzone zwischen Lagune und Karibik. Wer es ruhiger mag, fährt die Riviera Maya hinunter nach Playa del Carmen, Puerto Morelos oder Tulum, wo eine Maya-Stätte direkt über dem türkisfarbenen Meer liegt. Seit einigen Jahren treibt Seegras, Sargassum, vor allem zwischen Mai und September an die Küste, die Intensität schwankt von Jahr zu Jahr. Mérida, die Hauptstadt Yucatáns, ist ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge zu Haciendas, Flamingokolonien bei Celestún und den gelben Häusern von Izamal. An der Pazifikküste bieten Puerto Vallarta, Oaxacas Strände bei Puerto Escondido und Mazunte sowie Los Cabos an der Spitze der Baja California ganz andere Bilder, mit Surfwellen, Schildkrötenstränden und Felsbögen im Meer.
Sehenswürdigkeiten in Mexiko: Pyramiden und Kultur
Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Mexiko gehören die Spuren der präkolumbischen Kulturen. Chichén Itzá mit der Pyramide des Kukulcán zählt zu den meistbesuchten Stätten, ruhiger sind Uxmal, Calakmul tief im Regenwald und Palenque in Chiapas, dessen Tempel von Dschungel umgeben sind. Unweit der Hauptstadt erhebt sich in Teotihuacán die Sonnenpyramide, früh am Morgen ist sie am schönsten, wenn Heißluftballone über dem Tal schweben. In Oaxaca thront Monte Albán auf einem abgeflachten Berg. Die spanische Kolonialzeit hinterließ barocke Kirchen und Silberstädte wie Taxco und Zacatecas. Lebendig ist die Tradition beim Día de Muertos Anfang November, wenn Familien Altäre mit Ringelblumen, Kerzen und Fotos der Verstorbenen schmücken und Friedhöfe die ganze Nacht erleuchtet sind, besonders eindrucksvoll in Oaxaca und am Pátzcuaro-See in Michoacán.
Essen und Trinken: weit mehr als Tacos
Die mexikanische Küche ist von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt, und das schmeckt man. Grundlage ist Mais, der zu Tortillas, Tamales und Tlayudas verarbeitet wird. Tacos al pastor mit am Spieß gegrilltem Schweinefleisch und Ananas sind das Straßenessen der Hauptstadt, in Yucatán kommt Cochinita pibil auf den Tisch, mariniert mit Achiote und Bitterorange und im Erdofen gegart. Oaxaca gilt als Land der sieben Moles, komplexer Saucen aus Chili, Schokolade, Nüssen und Gewürzen, und auch für Mezcal, der aus verschiedenen Agavensorten gebrannt wird. Tequila stammt aus der Gegend um die Stadt Tequila in Jalisco, unweit von Guadalajara. An den Küsten gibt es Ceviche und Fischtacos, in Baja California dazu Weine aus dem Valle de Guadalupe. Märkte wie der Mercado de San Juan in Mexiko-Stadt oder der Mercado 20 de Noviembre in Oaxaca sind die besten Orte, um sich durchzuprobieren.
Anreise und Unterwegs in Mexiko
Direktflüge aus Frankfurt nach Mexiko-Stadt dauern etwa zwölf Stunden, nach Cancún gibt es Nonstop-Verbindungen aus mehreren deutschen Städten mit rund elfeinhalb Stunden Flugzeit. Deutsche benötigen für touristische Aufenthalte kein Visum, der Reisepass muss für die Dauer des Aufenthalts gültig sein, die Aufenthaltsdauer legt der Grenzbeamte fest, maximal 180 Tage. Inlandsflüge mit Gesellschaften wie Aeroméxico, Volaris oder Viva Aerobus sind günstig und schnell. Zwischen den Städten fahren komfortable Fernbusse der ersten Klasse mit Liegesitzen, auf der Halbinsel Yucatán verbindet seit kurzem der Tren Maya Cancún, Mérida, Palenque und weitere Orte. Mit dem Mietwagen lässt sich Yucatán gut erkunden, in anderen Regionen ist es ratsam, die aktuellen Sicherheitshinweise zu beachten, nachts keine langen Überlandfahrten zu machen und die mautpflichtigen Autobahnen zu nutzen.
Beste Reisezeit für Mexiko
Die beste Reisezeit für Mexiko ist die Trockenzeit von November bis April. Auf Yucatán und an der Karibikküste liegen die Temperaturen dann bei 27 bis 30 Grad, ab Mai wird es schwül und heiß. Von Juni bis Oktober ist Regenzeit, am Nachmittag gibt es meist kräftige, aber kurze Schauer, zwischen August und Oktober können an beiden Küsten Hurrikane auftreten. Im Hochland um Mexiko-Stadt, Puebla und Oaxaca ist es dank der Höhe ganzjährig mild, tagsüber um 22 bis 26 Grad, im Winter können die Nächte aber nahe null Grad fallen. Für Walbeobachtung in Baja California sind Januar bis März ideal, die Monarchfalter überwintern von November bis März in den Wäldern Michoacáns.
Mexiko Reiseziele für eine Rundreise
Für eine erste Rundreise bietet sich die Kombination aus Mexiko-Stadt, Puebla und Oaxaca mit anschließendem Flug nach Yucatán an, wo man zwischen Mérida, Cenoten und der Karibik einige Tage entspannen kann. Andere Mexiko Reiseziele lassen sich gut zu einer Route durch das koloniale Herz verbinden: Querétaro, San Miguel de Allende, Guanajuato und Guadalajara. Wer Natur sucht, fährt mit dem Zug „El Chepe“ durch die Kupferschlucht oder verbringt Zeit im Hochland von Chiapas rund um San Cristóbal de las Casas, wo indigene Gemeinden ihre Märkte in eigener Sprache und Tracht abhalten.















