Region · Ebene 2

Staat Quintana Roo

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Land
Mexiko
Städte
21
Zuordnung
über Koordinaten
§ 3

Quintana Roo: Karibikküste, Cenoten und Maya-Ruinen

Reiseführer · redaktionell

Weißer Kalksand, türkisfarbenes Wasser und ein Korallenriff direkt vor der Küste haben Quintana Roo zum meistbesuchten Ferienstaat Mexikos gemacht. Ein Urlaub in Quintana Roo bietet aber mehr als Hotelstrände: Maya-Städte im Dschungel, Süßwasserhöhlen voller Tropfsteine und die stille Lagune von Bacalar.

Ein junger Staat an der Karibik

Quintana Roo nimmt den Osten der Halbinsel Yucatán ein und grenzt im Süden an Belize. Die Landschaft ist flach, bedeckt von niedrigem Trockenwald, und hat keine oberirdischen Flüsse: Das Regenwasser versickert im porösen Kalkstein und sammelt sich in unterirdischen Flusssystemen, die an eingestürzten Stellen als Cenoten zutage treten. Vor der Küste zieht sich das Mesoamerikanische Riff entlang, das zweitgrößte Barriereriff der Welt. Erst 1974 wurde das frühere Territorium zum Bundesstaat erhoben, im selben Jahrzehnt, in dem die Planstadt Cancún auf einer fast unbewohnten Sandbank entstand.

Cancún, Playa del Carmen und Tulum

Cancún besteht aus zwei Welten: der Hotelzone auf einer langen Nehrung zwischen Karibik und Nichupté-Lagune und der Stadt auf dem Festland, wo die meisten Einheimischen leben und man in Märkten wie dem Mercado 28 günstiger isst. Puerto Morelos südlich davon ist ein ruhigeres Fischerdorf mit geschütztem Riff. Playa del Carmen hat sich vom Fährhafen zu einer Kleinstadt mit Fußgängermeile, der Quinta Avenida, entwickelt. Tulum wiederum verbindet Maya-Ruinen auf einer Klippe über dem Meer mit einer Strandzone aus Boutique-Hotels. Die Hauptstadt Chetumal im Süden liegt an der Grenze zu Belize, ist ruhig, wenig touristisch und hat ein gutes Museum der Maya-Kultur.

Sehenswürdigkeiten in Quintana Roo

Die Insel Cozumel mit dem Hauptort San Miguel de Cozumel gilt als eines der besten Tauchreviere der Karibik, mit Steilwänden und starker Strömung. Isla Mujeres vor Cancún ist kleiner und entspannter; im Sommer kann man von hier aus mit Walhaien schnorcheln. Die Ruinen von Cobá im Inland liegen mitten im Wald und sind durch Sacbé-Wege verbunden. Im Biosphärenreservat Sian Ka'an, einem Welterbe, gleiten Boote durch Lagunen und Mangrovenkanäle, Seekühe und Krokodile leben hier. Cenoten wie Dos Ojos oder der Gran Cenote laden zum Schwimmen und Höhlentauchen ein. Im Süden liegt die Lagune von Bacalar, die wegen ihrer Blautöne „Lagune der sieben Farben“ heißt, mit Stromatolithen am Ufer und einer spanischen Festung. Weiter landeinwärts locken die wenig besuchten Ruinen von Kohunlich und Dzibanché.

Kultur und Geschichte

Lange vor den Spaniern betrieben die Maya hier Handel entlang der Küste; Tulum war ein wichtiger Hafen. Im 19. Jahrhundert wurde das Gebiet zum Rückzugsort der aufständischen Maya während des Kastenkriegs, und Felipe Carrillo Puerto war ihr religiöses Zentrum. In Dörfern im Inland wird bis heute Yukatekisch-Maya gesprochen, und der Kult des sprechenden Kreuzes hat Spuren hinterlassen. Die Küste dagegen ist ein Ort der Zuwanderung: Arbeitskräfte aus ganz Mexiko und viele Ausländer leben hier.

Essen und Trinken

Die Küche greift auf das Erbe Yucatáns zurück: Cochinita pibil, in Achiote mariniertes Schweinefleisch, Panuchos und Salbutes sowie Sopa de lima. Am Meer kommen Ceviche, Tikin Xic, in Achiote gegrillter Fisch, und Hummer hinzu. Auf Märkten werden frische Säfte aus Chaya, einem spinatartigen Blattgemüse, und Horchata angeboten. Xtabentún, ein Anislikör mit Honig, wird traditionell nach dem Essen gereicht.

Anreise und beste Reisezeit

Der Flughafen Cancún (CUN) wird direkt aus Europa angeflogen; seit Ende 2023 gibt es zudem den Flughafen Tulum (TQO), dazu Cozumel (CZM) und Chetumal (CTM). Der Tren Maya verbindet Cancún mit Playa del Carmen, Tulum, Bacalar und Chetumal sowie weiter mit Yucatán und Campeche. Fähren pendeln nach Cozumel und Isla Mujeres, und Busse von ADO fahren entlang der Küste. Die beste Reisezeit liegt zwischen Dezember und April. Von Juni bis November ist Hurrikansaison, und im Sommer kann angeschwemmter Sargassum-Tang einige Strände beeinträchtigen. Zur Sicherheit: Die großen Touristenorte sind belebt, dennoch sollte man in Ausgehvierteln nachts aufmerksam sein.