Tulum entdecken: Maya-Ruinen über der Karibik
Reiseführer · redaktionellEin Maya-Tempel auf einer Klippe, darunter türkisfarbenes Wasser und weißer Sand: Kaum ein Bild steht so sehr für die mexikanische Karibik wie die Ruinen von Tulum. Ein Urlaub hier verbindet Archäologie, Cenoten, Strände und ein Lebensgefühl zwischen Yoga, Öko-Hotels und Dschungel, das Tulum in den letzten Jahren rasant verändert hat.
Eine Maya-Stadt am Meer
Tulum, in der Maya-Zeit vermutlich Zamá, „Morgenröte“, genannt, war eine befestigte Hafenstadt, die zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert ihre Blüte erlebte. Von hier aus wurde Handel mit Obsidian, Jade, Kakao und Federn betrieben. Die Spanier sahen die Stadt 1518 vom Schiff aus und beschrieben sie als so groß wie Sevilla. Lange lag Tulum dann abseits, bis in den 1970er-Jahren Rucksackreisende den Strand entdeckten. Heute wächst der Ort schnell, mit neuen Wohnvierteln, Hotels und einem eigenen Flughafen, was auch Debatten über Wasser, Mangroven und Abwasser auslöst.
Sehenswürdigkeiten in Tulum
Die Zona Arqueológica de Tulum ist von einer Mauer umgeben, daher wohl der heutige Name, der „Mauer“ bedeutet. Das Hauptgebäude El Castillo steht auf der Klippe über dem Meer, daneben der Tempel der Fresken mit Resten bemalter Wände und der Tempel des herabsteigenden Gottes. Am besten kommt man früh morgens, bevor die Hitze und die Gruppen eintreffen. Seit 2023 gehört das Gebiet zum Parque del Jaguar, einem Nationalpark mit Wegen und Radstrecken. Südlich davon zieht sich die Hotelzone am Strand entlang, bis zum Eingang des Biosphärenreservats Sian Ka'an, UNESCO-Welterbe, mit Lagunen, Mangroven und Kanälen, die schon die Maya nutzten. Bootstouren führen durch die Kanäle von Muyil, wo man sich mit Schwimmwesten von der Strömung treiben lässt, und hinaus zu Delfinen, Schildkröten und Seevögeln in der Bucht von Punta Allen.
Cenoten, Essen und Ausgehen
Rund um Tulum liegen zahlreiche Cenoten, mit Süßwasser gefüllte Kalksteinhöhlen, etwa Gran Cenote, Dos Ojos, Calavera und Carwash, die zum Schwimmen, Schnorcheln und Tauchen einladen. Im Ort, dem Pueblo, gibt es Taquerías mit Cochinita pibil, Tacos al pastor und Panuchos zu moderaten Preisen, während die Restaurants an der Hotelzone für kreative Küche, Holzfeuer und gehobene Preise bekannt sind. Abends finden in Strandclubs und im Dschungel Partys mit elektronischer Musik statt. Wer ausgeht, sollte auf Getränke achten und nur offizielle Transportmittel nutzen. Ruhiger geht es im Pueblo selbst zu, wo an der Avenida Tulum Mezcal-Bars, Cafés und kleine Lokale bis Mitternacht geöffnet haben.
Unterwegs, Reisezeit und Ausflüge
Seit Ende 2023 hat Tulum einen eigenen internationalen Flughafen (TQO), und der Tren Maya hält an einem Bahnhof außerhalb des Ortes. Der Flughafen Cancún liegt rund 130 Kilometer nördlich, ADO-Busse fahren mehrmals täglich. Vor Ort sind Fahrräder, Colectivos und Taxis üblich; die Taxipreise sind vergleichsweise hoch. Die beste Reisezeit liegt zwischen Dezember und April, von Juni bis November ist Hurrikansaison, und im Sommer kann Sargassum die Strände belasten. Ausflüge führen zur Maya-Stadt Cobá mit ihrer hohen Pyramide, nach Akumal, wo man mit Meeresschildkröten schnorcheln kann, und zur Lagune von Bacalar.

