Guadalupe entdecken: Cerro de la Silla und Fußball
Reiseführer · redaktionellWer den sattelförmigen Berg sieht, der über dem Großraum Monterrey aufragt, blickt auf das Wahrzeichen von Guadalupe. Die Stadt in Nuevo León grenzt direkt östlich an Monterrey und ist auf einer Reise in den Norden vor allem für Fußballfans, Wanderer und Liebhaber der Grillküche interessant.
Eine Stadt im Schatten des Sattels
Guadalupe wurde im 18. Jahrhundert als Mission und später als Dorf gegründet, benannt nach der Jungfrau von Guadalupe. Lange war es ein landwirtschaftliches Umland der Industriestadt Monterrey, dann wuchs es im 20. Jahrhundert mit Arbeitersiedlungen und Fabriken zu einer der großen Gemeinden der Metropolregion. Heute ist es überwiegend Wohnstadt, mit Vierteln wie Linda Vista und Nueva Linda Vista sowie großen Gewerbeachsen entlang der Avenida Benito Juárez und der Avenida Pablo Livas.
Sehenswürdigkeiten in Guadalupe
Der Cerro de la Silla mit seinen markanten Gipfeln ist ein geschütztes Naturdenkmal und erhebt sich auf rund 1.800 Meter. Ein beliebter Wanderweg beginnt im Osten und führt in mehreren Stunden steil hinauf; für den Aufstieg sollte man früh starten, genug Wasser mitnehmen und die Mittagshitze meiden. Im Zentrum von Guadalupe stehen die Pfarrkirche an der Plaza Principal und kleine Geschäfte, Bäckereien und Eisdielen, in denen sich am Wochenende die Nachbarschaft trifft. Der Parque La Pastora am Río La Silla bietet Grünflächen, Seen und einen Zoo, der vor allem bei Familien beliebt ist.
Fußball im Estadio BBVA
Seit 2015 spielt der Club CF Monterrey, genannt Rayados, im Estadio BBVA am Rand von Guadalupe. Das moderne Stadion mit Blick auf den Cerro de la Silla gilt als eines der schönsten Lateinamerikas und war Spielort der Fußball-Weltmeisterschaft 2026, die Mexiko gemeinsam mit den USA und Kanada ausrichtete. Ein Heimspiel der Rayados, besonders der Clásico Regiomontano gegen die Tigres, ist ein lautes, farbiges Erlebnis. Wer keine Karten bekommt, schaut in einer der Sportbars an der Avenida Pablo Livas zu.
Essen in Guadalupe
Die Küche von Nuevo León ist eine Fleischküche. Am Wochenende wird überall gegrillt, die Carne asada ist ein soziales Ritual. Typisch sind Cabrito, am Spieß gegartes Zicklein, und Machacado con huevo, getrocknetes Rindfleisch mit Ei, zum Frühstück. Dazu gehören Tortillas aus Weizenmehl, die im Norden üblich sind. Taquerías mit Tacos de trompo und Tacos al vapor findet man in jedem Viertel, und die Glorias, Milchkaramellbonbons aus dem nahen Linares, sind beliebte Mitbringsel. Abends treffen sich Familien in den Food-Courts und an den Taco-Ständen rund um die Plaza Principal, während in den Sportbars an Spieltagen Bier aus den großen Brauereien von Monterrey fließt – die Region ist seit über hundert Jahren ein Zentrum des mexikanischen Bierbrauens.
Unterwegs in Guadalupe
Die Linie 1 der Metrorrey verbindet Guadalupe mit dem Zentrum von Monterrey und endet an der Station Exposición. Für die meisten Wege sind Busse, Taxis oder Fahrdienste nötig, denn die Stadt ist stark auf das Auto ausgerichtet. Der internationale Flughafen Monterrey (MTY) liegt im nahen Apodaca und ist in etwa 20 Minuten erreichbar. Im Großraum Monterrey ist die Lage für Besucher meist ruhig; wie überall empfiehlt sich, nachts nicht allein in abgelegenen Gegenden unterwegs zu sein.
Beste Reisezeit
Die beste Reisezeit liegt zwischen Oktober und April, wenn die Temperaturen angenehm sind. Im Sommer klettert das Thermometer oft auf über 38 Grad, Wanderungen auf den Cerro de la Silla werden dann zur Qual. Ausflüge führen in die Sierra Madre, zum Parque Fundidora in Monterrey oder zur Cola de Caballo, einem Wasserfall bei Santiago. Lohnend ist auch der Parque Ecológico Chipinque in der Sierra Madre, von dessen Aussichtspunkten man über die gesamte Metropole bis zum Cerro de la Silla blickt. Wer Höhlen mag, fährt zu den Grutas de García, einer Tropfsteinhöhle nordwestlich von Monterrey, die man mit einer Seilbahn erreicht. Für alle Ziele ist ein Mietwagen oder eine organisierte Tour praktisch.
