Monterrey entdecken: Berge, Industrie und Cabrito
Reiseführer · redaktionellÜber Monterrey thront der Cerro de la Silla, ein Berg in Form eines Sattels, und rundherum ragen die schroffen Kalkwände der Sierra Madre Oriental auf. Eine Reise in die Industriemetropole des mexikanischen Nordens ist weniger Kolonialromantik als Begegnung mit einem modernen, wohlhabenden Mexiko – mit großen Museen, Wanderwegen vor der Haustür und einer Grillkultur, auf die die Regiomontanos stolz sind.
Vom Grenzposten zur Industriehauptstadt
Monterrey wurde 1596 gegründet, blieb aber lange ein abgelegener Außenposten im trockenen Norden. Der Aufschwung kam Ende des 19. Jahrhunderts mit der Eisenbahn in die USA: Die Brauerei Cuauhtémoc, ein Stahlwerk und Glashütten machten die Stadt zum industriellen Zentrum Mexikos. Das Unternehmertum prägt Monterrey bis heute, ebenso die angesehene Technische Hochschule Tec de Monterrey. Die Nähe zu Texas ist spürbar – im Straßenbild, im Englisch vieler Menschen und in den großen Einkaufszentren.
Sehenswürdigkeiten in Monterrey
Herzstück ist die Macroplaza, einer der größten Stadtplätze der Welt, der sich über mehrere Blocks zieht. An ihrem Rand stehen die Kathedrale, der Regierungspalast und der Faro del Comercio, ein orangefarbener Turm, der nachts einen Laserstrahl über die Stadt schickt. Von hier führt der Paseo Santa Lucía, ein künstlicher Kanal mit Bootsfahrten, bis zum Parque Fundidora. Auf dem Gelände des ehemaligen Stahlwerks blieben Hochöfen und Hallen erhalten; heute finden hier Konzerte, Festivals und Messen statt, und der Hochofen Horno 3 ist ein Museum mit Aussichtsplattform. Das Barrio Antiguo östlich der Macroplaza bewahrt niedrige Häuser aus dem 19. Jahrhundert, in denen Cafés und Bars untergebracht sind; am Wochenende gibt es dort Kunsthandwerksmärkte. Ein architektonischer Blickfang ist die Basílica de la Purísima aus den 1940er-Jahren, ein früher Schlüsselbau der mexikanischen Moderne mit geschwungenen Betongewölben, nur wenige Blocks westlich der Macroplaza.
Museen und Viertel
Das Museo de Historia Mexicana gibt einen guten Überblick über die Landesgeschichte, das MARCO zählt zu den wichtigsten Museen für zeitgenössische Kunst in Lateinamerika, erkennbar an der großen Taubenskulptur am Eingang. Westlich grenzt San Pedro Garza García an, eine der wohlhabendsten Gemeinden des Landes, mit Hochhäusern, gepflegten Parks und vielen Restaurants. Im Süden reichen Viertel wie Cañada del Sur und Wohnanlagen in Olinalá bis an die Berghänge, im Nordwesten erstreckt sich das große Wohngebiet Cumbres, und in San Jerónimo mischen sich Wohnhäuser mit Shopping-Centern.
Essen in Monterrey: Cabrito und Carne asada
Das berühmteste Gericht ist der Cabrito, junges Zicklein, das langsam am Spieß über Holzkohle gegart wird; traditionelle Restaurants rösten es sichtbar im Schaufenster. Am Wochenende feiern Familien die Carne asada, das gemeinsame Grillen von Rindfleisch, dazu gibt es Mehl-Tortillas, Guacamole und Frijoles charros. Machacado con huevo, getrocknetes Rindfleisch mit Rührei, ist ein typisches Frühstück. Bier hat hier Tradition: Die Brauerei Cuauhtémoc Moctezuma bietet Besuche in ihrem historischen Gelände an. Zum Nachtisch essen Regiomontanos gern Glorias, Karamellbonbons mit Nüssen aus dem nahen Linares.
Natur und Ausflüge
Monterrey ist eine Stadt für Draußenmenschen. Der Parque Ecológico Chipinque in den Bergen über San Pedro hat Wander- und Mountainbike-Strecken mit Blick über das Tal. Rund 40 Kilometer südlich stürzt bei Santiago der Wasserfall Cola de Caballo, der „Pferdeschwanz“, über eine Felsstufe; das Städtchen Santiago selbst ist ein Pueblo Mágico. Die Grutas de García, Tropfsteinhöhlen im Norden, erreicht man mit einer Seilbahn. Kletterer zieht es nach Potrero Chico bei Hidalgo, eines der bekanntesten Kalksteingebiete der Welt.
Unterwegs, Sicherheit und beste Reisezeit
Der Flughafen Mariano Escobedo (MTY) liegt nordöstlich der Stadt in Apodaca und hat Verbindungen in alle Landesteile und die USA. Das Metrorrey-Netz mit mehreren Linien verbindet das Zentrum mit den Vororten, für viele Ziele sind Taxis per App oder ein Mietwagen praktischer. Die Sicherheitslage hat sich nach schwierigen Jahren um 2010 deutlich verbessert, in Zentrum, Barrio Antiguo und San Pedro ist man bei üblicher Vorsicht gut unterwegs. Die Sommer sind sehr heiß mit Temperaturen oft deutlich über 35 Grad, daher ist die beste Reisezeit für Monterrey von Oktober bis April.








