General Escobedo entdecken: Monterreys Norden
Reiseführer · redaktionellGeneral Escobedo, meist nur Escobedo genannt, ist eine der am schnellsten gewachsenen Gemeinden im Norden der Metropolregion Monterrey. Für eine Reise nach Nuevo León ist die Industriestadt vor allem als günstige, gut angebundene Basis interessant – mit Grillkultur, Parks und kurzen Wegen in die Berge.
Geschichte: Von der Hacienda zur Industriestadt
Das Gebiet war lange von Haciendas und Viehweiden geprägt. Im 19. Jahrhundert wurde die Gemeinde eigenständig und nach General Mariano Escobedo benannt, einem Militär aus Nuevo León, der 1867 Kaiser Maximilian in Querétaro gefangen nahm und so das Ende des Zweiten Mexikanischen Kaiserreichs besiegelte. Bis in die 1970er-Jahre blieb Escobedo ländlich, dann wuchsen Wohnsiedlungen und Industrieparks entlang der Straßen nach Laredo und Monclova. Heute leben hier fast eine halbe Million Menschen, viele arbeiten in Fabriken für Automobilteile, Stahl und Haushaltsgeräte.
Sehenswürdigkeiten in Escobedo
Klassische Sehenswürdigkeiten gibt es wenige, doch die Natur liegt nahe. Der Parque Metropolitano de Escobedo bietet Grünflächen, Seen, Wege und Sportanlagen und ist am Wochenende Treffpunkt für Familien. Im alten Ortskern stehen die Pfarrkirche und die Plaza Principal, wo zu Festen Musik gespielt wird. Am Horizont erhebt sich der Cerro del Topo Chico, ein Berg zwischen Escobedo, San Nicolás und Monterrey, nach dem das bekannte Mineralwasser aus der Region benannt ist. Weiter westlich beginnt die Sierra Madre Oriental mit Wanderwegen und Klettergebieten. Im Norden der Gemeinde öffnen sich weite, trockene Ebenen mit Mezquite-Sträuchern und Kakteen, die einen Eindruck von der Landschaft geben, die hier vor der Industrialisierung vorherrschte.
Essen in Escobedo
Hier wird gegessen wie überall in Nuevo León: Carne asada am Wochenende, Cabrito, Machacado und Tacos de trompo. Viele Familien grillen im Hof oder in den Parks, und auf den Märkten gibt es Fleisch in allen Schnitten. Am Morgen sind Barbacoa und Menudo beliebt, mittags Comida corrida in einfachen Lokalen. In den Panaderías findet man Empanadas, Pan de elote und Semitas, ein Brot mit Anis. Getrunken wird oft Topo Chico, das Mineralwasser aus der Region, das inzwischen weltweit verkauft wird. Zu einer Carne asada gehören außerdem Frijoles charros, gegrillte Zwiebeln und Chiles toreados, und dazu ein kaltes Bier aus den großen Brauereien von Monterrey.
Unterwegs, Reisezeit und Ausflüge
Die Linie 2 der Metrorrey endet in Escobedo an der Station Sendero und verbindet die Stadt mit San Nicolás und dem Zentrum von Monterrey. Der Flughafen Monterrey (MTY) liegt rund 25 Kilometer östlich. Für die meisten Wege nutzt man Busse, Taxis oder Fahrdienste. Die Lage ist für Besucher meist ruhig, übliche Vorsicht nachts ist angebracht. Die beste Reisezeit liegt zwischen Oktober und April; im Sommer sind über 38 Grad normal. Ausflüge führen zu den Grutas de García, in den Parque Fundidora, zum Cerro de la Silla und in den Cañón de la Huasteca bei Santa Catarina, wo steile Kalksteinwände zum Klettern und Wandern einladen. Auch das Dorf Santiago mit der Cola de Caballo ist gut zu erreichen.
