Stadt · Ebene 3

Torreón

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Region
Staat Coahuila de Zaragoza, Mexiko
Einwohner
690.193
Zentrum
25.5427° N · -103.4105° E
Stadtteile
8
Torreón – Stadtansicht
Torreón · © BlatZzz · CC BY-SA 3.0
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Karte von Torreón

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§ 3

Torreón entdecken: Cristo de las Noas und Laguna

Reiseführer · redaktionell

Hoch über der Stadt breitet eine riesige Christusfigur die Arme aus, unten erzählen Bahnhofsbauten und Kaufmannshäuser von einer Boomtown der Baumwolle. Torreón ist das Zentrum der Comarca Lagunera im Westen von Coahuila – keine klassische Urlaubsstadt, aber auf einer Reise durch den Norden ein überraschend interessanter Halt.

Eine junge Stadt der Eisenbahn

Torreón ist für mexikanische Verhältnisse jung. Der Name geht auf einen Wachturm zurück, der im 19. Jahrhundert auf einer Hacienda am Río Nazas stand. Als sich um 1880 zwei wichtige Eisenbahnlinien hier kreuzten, wuchs der Ort rasant. Baumwolle aus den bewässerten Feldern der Laguna brachte Wohlstand, und Einwanderer aus Spanien, dem Libanon, Deutschland und China gründeten Handelshäuser. 1907 erhielt Torreón Stadtrecht. In der Revolution war die Stadt mehrfach umkämpft; Pancho Villa eroberte sie 1913 und 1914. Eine dunkle Episode ist das Massaker an der chinesischen Gemeinde 1911. Heute bildet Torreón mit Gómez Palacio und Lerdo auf der Durango-Seite eine Metropolregion mit über einer Million Menschen.

Sehenswürdigkeiten in Torreón

Wahrzeichen ist der Cristo de las Noas auf dem gleichnamigen Hügel, eine der größten Christusstatuen Lateinamerikas. Eine Seilbahn, der Teleférico, führt vom Zentrum hinauf, und oben bietet sich ein weiter Blick über die Stadt und die Wüste. Im Centro Torreón stehen die Plaza de Armas, der Kiosko und historische Gebäude mit Art-déco-Fassaden. Der Bosque Venustiano Carranza ist der älteste Park der Stadt, mit alten Bäumen und Wegen. Ein Spaziergang über die Calzada Colón zeigt Villen aus der Blütezeit der Baumwolle. Der Paseo Morelos, eine zur Fußgängerzone umgestaltete Hauptstraße, lädt mit Cafés, Straßenkünstlern und Läden zum Bummeln ein.

Museen und Kultur

Torreón hat eine erstaunliche Museumslandschaft. Das Museo Arocena im Zentrum zeigt in einem eleganten Gebäude Kunst von der Kolonialzeit bis zur Gegenwart, dazu Ausstellungen zur Geschichte der Region. Im Museo del Algodón dreht sich alles um die Baumwolle, die die Stadt groß machte. Das Museo de la Revolución erinnert an die Kämpfe von 1913 und 1914. Das Teatro Isauro Martínez, ein maurisch-gotisch anmutender Bau von 1930, ist eine der schönsten Bühnen im Norden. Der Fußballclub Santos Laguna spielt im modernen Estadio Corona, das an Spieltagen viele Fans anzieht. Die Fankultur der Guerreros, wie die Spieler genannt werden, ist ein wichtiger Teil der lokalen Identität, und ein Heimspiel ist eine gute Gelegenheit, die Laguneros von ihrer lautesten Seite kennenzulernen.

Essen in Torreón

Die Küche der Laguna ist herzhaft. Gorditas, gefüllte Maisfladen mit Bohnen, Fleisch oder Chicharrón, gibt es an jeder Ecke. Asado de puerco, Schweinefleisch in roter Chilisoße, ist ein Festtagsgericht. Aus der Region kommt viel Milch, denn um Torreón liegt eines der größten Milchwirtschaftsgebiete Mexikos; entsprechend gut sind Käse, Cajeta und Süßigkeiten. Wein spielt ebenfalls eine Rolle: Bei Parras de la Fuente, rund zwei Autostunden entfernt, liegt das älteste Weingut Amerikas, Casa Madero, gegründet 1597. Abends treffen sich die Laguneros in Cantinas und Grillrestaurants im Zentrum und in den neueren Vierteln wie Fraccionamiento Moretto.

Unterwegs in Torreón

Der Flughafen Francisco Sarabia (TRC) liegt nordöstlich der Stadt und hat Verbindungen nach Mexiko-Stadt, Monterrey, Guadalajara und Tijuana. Der Metrobús Laguna verbindet Torreón mit Gómez Palacio. Für die meisten Wege sind Taxis und Fahrdienste praktisch. Die Sicherheitslage hat sich nach schwierigen Jahren um 2010 deutlich verbessert; Torreón gilt heute als vergleichsweise ruhig. Übliche Vorsicht nachts und bei Überlandfahrten bleibt dennoch angebracht.

Beste Reisezeit und Ausflüge

Die Sommer in der Laguna sind heiß und trocken, die Winter mild. Die beste Reisezeit liegt zwischen Oktober und April. Lohnend sind Ausflüge in die Dunas de Bilbao, Sanddünen in der Wüste von Viesca, wo man mit Sandboards hinabgleiten kann. Weiter östlich liegt Parras de la Fuente, ein Pueblo Mágico mit Weingütern, Quellen und kolonialer Architektur. In der Gegend der Zona del Silencio, einer Wüstenregion, die von Mythen über Funkstörungen umgeben ist, lassen sich bizarre Landschaften entdecken.