Region · Ebene 2

Staat Yucatán

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Land
Mexiko
Städte
28
Zuordnung
über Koordinaten
§ 3

Staat Yucatán: Maya-Städte, Cenoten und Mérida

Reiseführer · redaktionell

Ein Urlaub in Staat Yucatán führt auf eine flache Kalksteinplatte, unter der ein Labyrinth aus unterirdischen Flüssen liegt und auf der einige der bedeutendsten Ruinen der Maya stehen. Die Hauptstadt Mérida gilt als eine der sichersten Großstädte Mexikos, und die gelb gestrichenen Kolonialstädte im Landesinneren verbinden Geschichte mit gelebter Maya-Kultur.

Eine Landschaft ohne Flüsse

Yucatán hat keine oberirdischen Flüsse und kaum Hügel. Das Regenwasser versickert im porösen Kalk und sammelt sich in Höhlen und Dolinen, den Cenoten, die für die Maya heilige Zugänge zur Unterwelt waren. Tausende davon gibt es im Bundesstaat, viele mit Treppen oder Leitern zum Schwimmen erschlossen. Im Norden grenzt das Land an den Golf von Mexiko; Mangroven und Lagunen bei Celestún und Río Lagartos beherbergen große Flamingokolonien. Im Süden steigt der Puuc, eine niedrige Hügelkette, leicht an. Der Krater von Chicxulub, dessen Einschlag vor rund 66 Millionen Jahren das Ende der Dinosaurier einläutete, liegt unter der Nordküste und hat den Halbkreis der Cenoten mitgeformt.

Mérida, Valladolid und Izamal

Mérida wurde 1542 auf den Ruinen der Maya-Stadt T'Hó gegründet. Die Kathedrale am Zócalo gehört zu den ältesten auf dem amerikanischen Festland, ihre Steine stammen teils von den Pyramiden. Entlang des Paseo de Montejo erzählen Stadtpaläste vom Reichtum der Sisal-Barone, deren Hanfplantagen um 1900 die Region zu einer der wohlhabendsten Mexikos machten. Sonntags wird die Innenstadt für Autos gesperrt, und auf den Plätzen tanzen Paare zur Jarana. Vororte wie Cholul, Caucel und Xcanatún wachsen rasch. Valladolid im Osten ist ein ruhiges Kolonialstädtchen mit dem Cenote Zací mitten im Zentrum. Izamal, die gelbe Stadt, besitzt ein riesiges Franziskanerkloster, das auf einer Maya-Pyramide errichtet wurde, und mehrere weitere Pyramiden zwischen den Häusern. Tizimín im Nordosten ist das Zentrum der Viehzucht.

Sehenswürdigkeiten in Staat Yucatán

Chichén Itzá mit der Pyramide des Kukulcán ist das bekannteste Ziel; zur Tagundnachtgleiche wirft die Sonne eine Schattenschlange auf die Treppe. Wer früh ankommt, erlebt den großen Ballspielplatz und das Observatorium El Caracol ohne Gedränge. Weniger besucht, aber architektonisch ebenso eindrucksvoll ist Uxmal im Puuc-Gebiet mit der ovalen Pyramide des Zauberers und dem Gouverneurspalast. Auf der Ruta Puuc folgen Kabah, Sayil und Labná, außerdem die Tropfsteinhöhlen von Loltún. Ek' Balam nördlich von Valladolid zeigt gut erhaltenen Stuck. Die Cenoten von Homún und Cuzamá lassen sich mit Pferdekarren auf alten Gleisen erreichen. An der Küste liegt Progreso, Merídas Hausstrand mit einer der längsten Seebrücken der Welt.

Maya-Alltag und Geschichte

Ein großer Teil der Bevölkerung spricht Yucatekisches Maya, und in Dörfern tragen Frauen noch den weißen, bestickten Huipil. Die Region hatte lange ein eigenes Selbstverständnis; im 19. Jahrhundert erklärte sich Yucatán zeitweise unabhängig, und der Kastenkrieg der Maya gegen die weißen Großgrundbesitzer dauerte Jahrzehnte. Viele der verfallenen Haciendas sind heute zu Hotels oder Museen umgebaut, etwa Sotuta de Peón, wo die Sisal-Verarbeitung noch vorgeführt wird. Das Gran Museo del Mundo Maya in Mérida gibt einen guten Überblick.

Essen und Trinken

Die yucatekische Küche unterscheidet sich deutlich vom Rest Mexikos. Cochinita pibil, in Achiote und Bitterorangensaft mariniertes Schweinefleisch, wird traditionell in einer Erdgrube gegart. Dazu gibt es eingelegte rote Zwiebeln und Habanero-Salsa. Sopa de lima, Papadzules mit Kürbiskernsauce, Panuchos und Salbutes sind weitere Klassiker, und in Mérida knabbert man abends Marquesitas, gerollte Waffeln mit Edamer-Käse. An der Küste stehen frischer Fisch und Ceviche auf dem Tisch.

Unterwegs und beste Reisezeit

Der Flughafen Mérida hat Verbindungen nach Mexiko-Stadt, in die USA und nach Kanada; der Tren Maya verbindet Mérida, Izamal, Valladolid und Chichén Itzá mit Cancún und Campeche. Gut ausgebaute Straßen machen Rundreisen mit dem Mietwagen einfach. Die beste Reisezeit ist von November bis April; im Mai erreichen die Temperaturen oft über 40 Grad, und von Juni bis Oktober ist Regen- und Hurrikanzeit.