Tuxtla Gutiérrez entdecken: Tor zum Sumidero-Canyon
Reiseführer · redaktionellNur wenige Kilometer vom Stadtrand entfernt fallen Felswände fast tausend Meter tief zum Río Grijalva ab – der Cañón del Sumidero ist der Hauptgrund, warum Reisende nach Tuxtla Gutiérrez kommen. Wer auf einer Reise durch Chiapas einen Tag in der Hauptstadt einplant, entdeckt außerdem Marimba-Abende, einen der besten Zoos Lateinamerikas und eine herzhafte regionale Küche.
Von Coyatoc zur Hauptstadt
Der Name Tuxtla geht auf das Nahuatl-Wort für „Ort der Kaninchen“ zurück, die ursprüngliche Siedlung der Zoque hieß Coyatoc. Nach der Conquista blieb Tuxtla lange ein kleiner Ort im Schatten von San Cristóbal de las Casas, das bis 1892 Hauptstadt von Chiapas war. Dann verlegte die Regierung ihren Sitz in das tiefer gelegene, wärmere Tuxtla. Der Zusatz Gutiérrez ehrt Joaquín Miguel Gutiérrez, einen Politiker, der für den Anschluss von Chiapas an Mexiko kämpfte. Heute ist die Stadt das wirtschaftliche Zentrum des Bundesstaats, modern und funktional, mit Wurzeln, die im Viertel San Roque oder in Copoya noch sichtbar sind.
Sehenswürdigkeiten in Tuxtla Gutiérrez
Ein Muss ist die Bootsfahrt durch den Cañón del Sumidero, die vom Anleger in Chiapa de Corzo oder vom Cahuaré-Ufer startet. Unterwegs sieht man Krokodile, Klammeraffen, Wasserfälle wie den Árbol de Navidad, dessen Moos an einen Weihnachtsbaum erinnert, und senkrechte Felswände. Von oben bieten mehrere Aussichtspunkte an der Panoramastraße einen atemberaubenden Blick in die Schlucht. In der Stadt lohnt der ZooMAT, der Zoo Miguel Álvarez del Toro, der ausschließlich Tiere aus Chiapas zeigt, darunter Jaguare, Quetzale und Tapire, in naturnahen Gehegen im Wald. Im Zentrum stehen die Kathedrale San Marcos mit Glockenspiel und der Parque de la Marimba.
Museen und Marimba
Das Museo Regional de Chiapas im Parque Madero zeigt Funde der Olmeken, Maya und Zoque sowie Kunst aus der Kolonialzeit. Im selben Park liegen der botanische Garten und das Teatro de la Ciudad. Abends ist der Parque de la Marimba der Treffpunkt: Ein Orchester spielt auf dem Holzxylophon, das als Nationalinstrument von Chiapas gilt, und Paare jeden Alters tanzen unter den Bäumen. Wer die Wurzeln der Zoque-Kultur sucht, fährt nach Copoya, einem Ortsteil auf einem Hügel südlich der Stadt, wo religiöse Feste mit traditionellen Tänzen gefeiert werden. Dort befindet sich auch das große Monument Cristo de Chiapas mit Aussicht.
Essen in Tuxtla Gutiérrez
Die chiapanekische Küche ist ein Grund zum Bleiben. Typisch sind Tamales in vielen Varianten, etwa mit Chipilín-Kraut oder Bohnen, und Cochito horneado, im Ofen gegartes Schweinefleisch mit Gewürzen. Sopa de pan, eine Brotsuppe mit Gemüse und Rosinen, wird bei Festen serviert. Dazu trinkt man Pozol, ein Getränk aus fermentiertem Mais und Kakao, das schon die Maya kannten, oder Tascalate, ein kaltes Getränk aus Mais, Kakao und Achiote. Auf dem Mercado Juan Sabines und in den Lokalen rund um den Parque de la Marimba lassen sich diese Spezialitäten günstig probieren. Chiapas ist zudem ein wichtiges Kaffeeanbaugebiet, und die Cafés der Stadt servieren Bohnen aus dem Hochland.
Unterwegs in Tuxtla Gutiérrez
Der Flughafen Ángel Albino Corzo (TGZ) liegt rund 30 Kilometer südöstlich und hat Verbindungen nach Mexiko-Stadt, Monterrey und Cancún. Von dort und vom Busbahnhof geht es auf einer gut ausgebauten Schnellstraße in etwa einer Stunde hinauf nach San Cristóbal de las Casas. In der Stadt fährt der Conejobús, ein Schnellbussystem, ergänzt durch Colectivos und Taxis. Die Stadt ist für Besucher in der Regel unproblematisch, Überlandfahrten in Chiapas sollte man aber tagsüber planen und aktuelle Hinweise beachten.
Beste Reisezeit und Ausflüge
Die beste Reisezeit liegt zwischen November und April, wenn es trocken ist und die Sicht in den Canyon klar. Im Mai kann es sehr heiß werden, von Juni bis Oktober bringt die Regenzeit kräftige Schauer, die Wasserfälle sind dann aber besonders voll. Ein schöner Ausflug führt nach Chiapa de Corzo mit seinem maurisch inspirierten Brunnen La Pila. Im Januar feiert der Ort die Fiesta Grande mit den Parachicos, maskierten Tänzern, die zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO gehören.
