Querétaro entdecken: Aquädukt, Plazas und Wein
Reiseführer · redaktionellWer sich Querétaro über die Autobahn nähert, fährt fast zwangsläufig an den hohen Steinbögen des Aquädukts vorbei, die seit fast 300 Jahren das Stadtbild prägen. Eine Städtereise nach Querétaro bietet eines der gepflegtesten Kolonialzentren Mexikos, ruhige Plätze mit Brunnen und eine Umgebung mit Weingütern und Käsereien – nur rund drei Stunden nördlich der Hauptstadt.
Wo Mexikos Geschichte geschrieben wurde
Die Spanier gründeten Santiago de Querétaro 1531 in einem Gebiet der Otomí. Kaum eine Stadt war für die Landesgeschichte so wichtig: Hier planten 1810 Verschwörer um Josefa Ortiz de Domínguez, die „Corregidora“, den Aufstand gegen Spanien; als das Komplott aufflog, warnte sie die Mitstreiter, und Miguel Hidalgo rief wenige Tage später zur Unabhängigkeit auf. 1867 wurde auf dem Cerro de las Campanas Kaiser Maximilian von Habsburg erschossen, 1917 verabschiedete man im Teatro de la República die bis heute gültige Verfassung. Seit den 1990er-Jahren ist die Stadt eines der Wirtschaftszentren Mexikos, unter anderem mit Luftfahrt- und Autoindustrie.
Sehenswürdigkeiten in Querétaro
Das historische Zentrum gehört seit 1996 zum UNESCO-Welterbe. Sein Herz sind Plätze wie der Jardín Zenea mit Musikpavillon, die Plaza de Armas mit dem Neptunbrunnen und Kolonialpalästen sowie die Plaza de los Fundadores. Die Kirche Santa Rosa de Viterbo besitzt ungewöhnliche, nach außen geschwungene Strebebögen und eine prächtige Barockausstattung; ähnlich üppig ist der Templo de Santa Clara. Das Aquädukt mit seinen 74 Bögen, Anfang des 18. Jahrhunderts erbaut, ist über 1,2 Kilometer lang und mehr als 20 Meter hoch; es führt zum Mirador, von dem man die Bögen am besten überblickt. Abends lohnt ein Spaziergang durch das Barrio de la Cruz mit dem Kloster Santa Cruz, wo man den Dornenbaum zeigt, dessen Stacheln Kreuzform haben sollen.
Museen und Kultur
Das Museo de Arte de Querétaro residiert in einem ehemaligen Augustinerkloster mit einem der schönsten Barock-Kreuzgänge Amerikas, verziert mit grimassierenden Steinfiguren. Das Museo Regional im Franziskanerkloster erzählt die Stadtgeschichte bis zu Maximilians Ende. Auf dem Cerro de las Campanas erinnern eine Kapelle, die Österreich stiftete, und eine riesige Juárez-Statue an das Jahr 1867. Am Wochenende treten im Zentrum Conchero-Tänzer mit Federschmuck auf. Im Teatro de la República erinnert ein Saal an die Verfassunggebende Versammlung von 1917.
Essen in Querétaro
Die Restaurants in Querétaro servieren Gerichte aus der Region des Bajío und der Sierra Gorda. Typisch sind Enchiladas queretanas mit Chili-Soße, Kartoffeln und Karotten, Gorditas de migajas, gefüllt mit den knusprigen Resten von Schweineschmalz, sowie Nopal-Salate. Auf dem Mercado de la Cruz isst man günstig an Garküchen. Der Bundesstaat gilt als zweitwichtigstes Weinbaugebiet Mexikos, und lokaler Käse aus Tequisquiapan und Bernal kommt in vielen Restaurants auf den Tisch.
Ausflüge in die Umgebung
Die Ruta del Arte, Queso y Vino führt zu Weingütern und Käsereien rund um Ezequiel Montes und Tequisquiapan, ein Städtchen mit Thermalbädern. Bekanntestes Ziel ist Peña de Bernal, ein gewaltiger Monolith über dem gleichnamigen Pueblo Mágico. Weiter nördlich bewahren die Franziskanermissionen der Sierra Gorda mit ihren farbenprächtigen Fassaden ein weiteres UNESCO-Welterbe. San Miguel de Allende liegt gut eine Stunde entfernt. Wer Ende Juli oder im August unterwegs ist, kann auf vielen Weingütern die Lese miterleben; die Fiestas de la Vendimia bringen dann Verkostungen, Musik und Traubenstampfen in die Dörfer. Ganzjährig beliebt sind Ballonfahrten über die Hochebene bei Tequisquiapan.
Unterwegs und beste Reisezeit
Der internationale Flughafen von Querétaro (QRO) liegt rund 30 Kilometer östlich der Stadt und hat Direktflüge in die USA; viele Reisende kommen per Fernbus aus Mexiko-Stadt. Das Centro Histórico erkundet man zu Fuß, für Wege in die modernen Viertel wie Milenio III oder die Delegación Josefa Vergara gibt es Stadtbusse und Taxis per App. Querétaro gilt als eine der sichereren Großstädte Mexikos. Die beste Reisezeit ist von Oktober bis Mai mit trockenem, sonnigem Wetter; im Sommer regnet es nachmittags häufig.








