Staat Durango: Westernkulisse und Sierra Madre
Reiseführer · redaktionellEin Urlaub in Staat Durango führt in einen der weitläufigsten und am wenigsten touristischen Bundesstaaten Mexikos. Hier drehte Hollywood Dutzende Western vor Halbwüste und Bergkulisse, die koloniale Hauptstadt besitzt eines der schönsten Zentren des Nordens, und im Westen stürzen die Schluchten der Sierra Madre Occidental zum Pazifik hinab.
Landschaft und Lage
Durango ist flächenmäßig der viertgrößte Bundesstaat Mexikos, aber dünn besiedelt. Im Westen erhebt sich die Sierra Madre Occidental mit dichten Kiefernwäldern, tiefen Quebradas und Hochtälern um El Salto, das zu den kältesten Orten des Landes zählt. Der Osten gehört zum Hochland mit Steppen, Weideflächen und Halbwüsten, die in die Region La Laguna übergehen. Dort, an der Grenze zu Coahuila, liegt die Bolsón de Mapimí, ein Wüstenbecken mit der rätselhaften Zona del Silencio, um die sich Legenden über gestörte Funkwellen ranken. Zwischen den Landschaften liegen Bewässerungsgebiete um Santiago Papasquiaro, Guadalupe Victoria und Nuevo Ideal, wo Mennoniten Landwirtschaft betreiben.
Die Hauptstadt Durango
Victoria de Durango, meist einfach Durango genannt, wurde 1563 gegründet und lebte vom Silber der Region. Das historische Zentrum mit der barocken Kathedrale, dem Palacio de Zambrano und dem Casa del Conde de Súchil ist Teil des Welterbes Camino Real de Tierra Adentro, der alten Silberstraße von Mexiko-Stadt nach Santa Fe. Eine Seilbahn führt auf den Cerro del Mercado, einen Berg, der fast vollständig aus Eisenerz besteht und der Stadt ihren Bergbau-Ruhm einbrachte. Unter dem Zentrum gibt es einen Rundgang durch einen restaurierten Tunnel, und das Museo Francisco Villa erinnert an den Revolutionär, der in Durango geboren wurde. Gómez Palacio und Ciudad Lerdo im Osten bilden zusammen mit dem benachbarten Torreón die Metropolregion La Laguna, ein Zentrum von Industrie und Milchwirtschaft.
Sehenswürdigkeiten in Staat Durango
Zu den außergewöhnlichsten Durango Reisezielen gehören die Filmkulissen. Seit den 1950er-Jahren wurden in der Umgebung über hundert Filme gedreht, darunter Western mit John Wayne. Westerndörfer wie Villa del Oeste und Chupaderos stehen noch und werden für Vorführungen mit Schießereien genutzt. Die Autobahn Durango-Mazatlán durch die Sierra Madre ist ein Erlebnis für sich: Mit dem Puente Baluarte überquert sie eine Schlucht in etwa 400 Metern Höhe, sie zählt zu den höchsten Schrägseilbrücken der Welt. Bei Mapimí lassen sich die Ruinen der Bergbausiedlung Ojuela und eine lange Hängebrücke über eine Schlucht besuchen. Im Westen locken Wasserfälle und Wälder bei Mexiquillo, ein Naturpark mit Felsformationen und Tunneln einer verlassenen Bahnstrecke.
Kultur und Geschichte
Durango war zur Kolonialzeit Hauptstadt der Provinz Nueva Vizcaya, die weite Teile Nordmexikos umfasste. Während der Revolution war der Bundesstaat Heimat und Rückzugsgebiet von Pancho Villa, dessen Geburtsort in San Juan del Río liegt. In der Sierra leben Tepehuanes und Huichol in abgelegenen Gemeinden. Feste wie die Feria Nacional im Juli feiern die ländliche Kultur mit Charreadas, Musik und Viehausstellungen. Die Holz-, Bergbau- und Landwirtschaft prägen bis heute die Wirtschaft.
Essen und Trinken
Durango ist ein Land des Fleisches: Caldillo durangueño, eine Suppe aus Trockenfleisch mit Chile, ist das bekannteste Gericht, dazu Gorditas und Asado. Der Bundesstaat besitzt eine eigene Herkunftsbezeichnung für Mezcal, der aus wilden Agaven, vor allem Cenizo, gebrannt wird. Aus den Mennonitengemeinden kommt Käse, und Quitten-Ate ist eine traditionelle Süßigkeit. In Gómez Palacio und Lerdo gehören Milchprodukte und Fleischspezialitäten zum Alltag.
Anreise und beste Reisezeit
Der Flughafen Durango hat Verbindungen nach Mexiko-Stadt, Tijuana und in die USA; La Laguna wird über Torreón angeflogen. Die Autobahn nach Mazatlán macht Kombinationen mit der Pazifikküste in rund drei Stunden möglich. In abgelegenen Teilen der Sierra ist wegen der Sicherheitslage Vorsicht geboten, und Reisende sollten sich vorab informieren. Die beste Reisezeit ist von Oktober bis April; im Sommer kann es im Hochland heiß werden, und in der Sierra fällt dann reichlich Regen. Im Winter sind die Nächte frostig.




