Sonora: Wüste, Meer von Cortés und Carne asada
Reiseführer · redaktionellSaguaro-Kakteen, rote Felsen und das tiefblaue Meer von Cortés prägen Sonora, den zweitgrößten Bundesstaat Mexikos. Ein Urlaub in Sonora führt zu Vulkankratern in der Wüste, an Strände, die im Winter fast menschenleer sind, und in Städte, deren Steaks im ganzen Land einen legendären Ruf haben.
Wo die Wüste das Meer trifft
Sonora grenzt im Norden an Arizona und an einem kurzen Stück an New Mexico, im Westen an den Golf von Kalifornien, den Mexikaner auch Mar de Cortés nennen. Ein Großteil des Staates gehört zur Sonora-Wüste, einer der artenreichsten Wüsten der Welt, mit Saguaros, Orgelpfeifenkakteen und Ocotillos. Im Osten steigt das Land in die Sierra Madre Occidental an, wo Eichen- und Kiefernwälder wachsen. Die Flüsse Yaqui und Mayo bewässern im Süden eine große Agrarebene. Im Sommer wird es extrem heiß, mit Temperaturen von mehr als 45 Grad; der Winter ist dagegen mild und sonnig.
Hermosillo und die Städte des Staates
Die Landeshauptstadt Hermosillo ist eine moderne Stadt mit einem Fordwerk, Universitäten und einem kleinen historischen Zentrum um die Kathedrale. Der Cerro de la Campana, ein Felshügel mit Aussicht, überragt die Altstadt. Ciudad Obregón im Yaqui-Tal ist ein Zentrum des Weizenanbaus; hier entwickelte der Agrarwissenschaftler Norman Borlaug Sorten, die die Grüne Revolution prägten. Heroica Nogales und Agua Prieta sind Grenzstädte mit regem Handelsverkehr, San Luis Río Colorado liegt im äußersten Nordwesten nahe dem Colorado. Navojoa im Süden ist Tor zur Kolonialstadt Álamos. Guaymas ist eine traditionsreiche Hafenstadt, deren Nachbarort San Carlos mit Jachthafen und dem Doppelgipfel Tetakawi lockt.
Sehenswürdigkeiten in Sonora
Das Biosphärenreservat El Pinacate y Gran Desierto de Altar ist ein Welterbe und eine der eindrucksvollsten Landschaften Nordamerikas: Lavafelder, riesige Maar-Krater wie El Elegante und die größten aktiven Sanddünen des Kontinents. Puerto Peñasco, oft Rocky Point genannt, ist der nächstgelegene Badeort für Besucher aus Arizona, mit warmem, ruhigem Wasser und Fischmarkt. Álamos, ein Pueblo Mágico, war im 18. Jahrhundert eine reiche Silberstadt; heute stehen koloniale Häuser mit Innenhöfen an den Gassen, und im Januar findet ein Musikfestival statt. Bahía de Kino westlich von Hermosillo liegt gegenüber der Isla Tiburón, dem Territorium der Comcáac. Bei Magdalena de Kino ruht der Missionar Eusebio Kino, der Ende des 17. Jahrhunderts zahlreiche Missionen in der Region gründete. Seine Gebeine sind unter einer Glaskuppel auf dem Hauptplatz zu sehen. Entlang der Ruta de las Misiones lassen sich mehrere alte Missionskirchen wie Tubutama und Oquitoa besuchen.
Kultur und Menschen
Sonora ist Heimat mehrerer indigener Völker. Die Yaqui feiern in der Fastenzeit Zeremonien mit dem Hirschtanz, dem Danza del Venado, dessen Tänzer einen Hirschkopf auf dem Kopf tragen. Die Comcáac, auch Seri genannt, schnitzen Figuren aus Eisenholz und flechten Körbe. Die Mayo leben im Süden um Navojoa. Wie im übrigen Norden ist Baseball beliebt, und die Música Norteña begleitet Feste und Fahrten über Land.
Essen und Trinken
Sonora ist berühmt für Rindfleisch. Carne asada über Mesquite-Holz gegrillt, Arrachera und Steaks aus heimischer Zucht gibt es in jeder Stadt. Die Weizentortilla wird hier besonders dünn und groß gebacken, als Tortilla sobaquera. Dazu kommen Caguamanta, ein Eintopf mit Rochen und Garnelen, und der Sonora-Hotdog mit Speck, Bohnen und Salsas. Coyotas sind mit Piloncillo gefüllte Gebäckscheiben aus Hermosillo. Bacanora, ein Agavenbrand aus den Bergen, hat eine geschützte Herkunftsbezeichnung.
Anreise und beste Reisezeit
Der Flughafen Hermosillo (HMO) ist gut mit Mexiko-Stadt und anderen Städten verbunden; Guaymas, Ciudad Obregón und Puerto Peñasco haben ebenfalls Flughäfen. Viele Besucher kommen mit dem Auto aus Arizona. Fernbusse verbinden die Städte entlang der Bundesstraße 15. Die beste Reisezeit liegt zwischen Oktober und April; im Hochsommer ist die Hitze in der Wüste gefährlich. Vor Reisen ins Landesinnere, besonders in Grenznähe und in einige Regionen des Südens, sollte man aktuelle Sicherheitshinweise prüfen.









