Ciudad Obregón entdecken: Weizen, Yaqui und Grill
Reiseführer · redaktionellGoldene Weizenfelder bis zum Horizont, eine Lagune mitten in der Stadt und Rindfleisch vom Grill: Ciudad Obregón ist das Zentrum des Valle del Yaqui im Süden von Sonora. Für eine Reise durch den Nordwesten ist die junge Agrarstadt eher Zwischenstation als Ziel, doch sie erzählt viel über die Grüne Revolution und die Kultur der Yaqui.
Eine Stadt der Grünen Revolution
Die Siedlung entstand Anfang des 20. Jahrhunderts als Bahnstation namens Cajeme, benannt nach einem Anführer der Yaqui, der im 19. Jahrhundert gegen die Landnahme kämpfte. 1928 erhielt sie den Namen Ciudad Obregón, nach dem Revolutionsgeneral und Präsidenten Álvaro Obregón, der aus der Region stammte. Mit Staudämmen und Bewässerungskanälen wurde das Valle del Yaqui zu einer der produktivsten Agrarregionen Mexikos. Hier forschte der US-Agronom Norman Borlaug an ertragreichen Weizensorten, die als Teil der Grünen Revolution weltweit verbreitet wurden und ihm 1970 den Friedensnobelpreis einbrachten. Das Forschungszentrum CIMMYT unterhält bis heute eine Versuchsstation in der Nähe.
Sehenswürdigkeiten in Ciudad Obregón
Die Laguna del Náinari ist das grüne Herz der Stadt, ein künstlicher See mit Promenade, Joggingstrecken und Parks, an dem sich abends Familien treffen. Im Zentrum stehen die Kathedrale Sagrado Corazón de Jesús und die Plaza Álvaro Obregón. Das Museo de los Yaquis zeigt Geschichte und Kultur des indigenen Volkes, dessen acht traditionelle Dörfer entlang des Río Yaqui liegen. Die Yaqui bewahren eigene Zeremonien wie den Hirschtanz, die Danza del Venado, der zu Ostern und bei Festen aufgeführt wird. Der Parque Ostímuri bietet weitere Grünflächen, Spielplätze und Sportanlagen. Wer die Weite des Tals erleben möchte, fährt bei Sonnenuntergang auf eine der Landstraßen hinaus, wenn das Licht über den Feldern golden wird und Bewässerungskanäle das Bild durchziehen. In der Erntezeit im Frühjahr sind Mähdrescher und Lastwagen voller Weizen allgegenwärtig.
Essen in Ciudad Obregón
Sonora ist Rindfleischland, und Ciudad Obregón macht keine Ausnahme. Die Carne asada wird über Mesquite-Holz gegrillt und mit großen, dünnen Weizentortillas serviert. Dazu gehören Frijoles maneados, Bohnen mit Käse, und Salsa aus Chiltepín. Die Sonora-Hot-Dogs im Speckmantel gibt es an Straßenständen bis spät in die Nacht. Aus dem Weizen der Region entstehen Coyotas und Tortillas de harina in allen Größen. An der Küste bei Guaymas holt man Meeresfrüchte, die in der Stadt als Cocteles und Ceviche serviert werden.
Unterwegs, Sicherheit und Reisezeit
Der Flughafen Ciudad Obregón (CEN) hat Verbindungen nach Mexiko-Stadt, Tijuana und Guadalajara. Die Bundesstraße 15 verbindet die Stadt mit Hermosillo im Norden und Los Mochis im Süden. In der Stadt sind Taxis und Fahrdienste üblich. Ciudad Obregón verzeichnet seit Jahren hohe Gewaltraten im Zusammenhang mit dem organisierten Verbrechen; Besucher sollten sich vorab informieren, nachts keine Überlandfahrten unternehmen und belebte Gegenden bevorzugen. Die beste Reisezeit liegt zwischen November und März, wenn die Hitze erträglich ist. Ausflüge führen zum Stausee Presa Álvaro Obregón, an die Küste von Guaymas und San Carlos und nach Álamos, einem kolonialen Pueblo Mágico in den Ausläufern der Sierra.
