Hermosillo entdecken: Wüste, Carne asada und Meer
Reiseführer · redaktionellSaguaros am Stadtrand, Rindfleisch auf glühender Mesquite-Kohle und ein Hausberg, von dem man über die Wüste blickt: Hermosillo ist die Hauptstadt von Sonora und Tor zu einer der eindrucksvollsten Landschaften Mexikos. Eine Reise hierher lohnt sich vor allem im Winter, wenn die Sonne mild und der Himmel stahlblau ist.
Geschichte einer Wüstenstadt
Auf dem Gebiet lebten ursprünglich Seri und Pima, ehe die Spanier im 18. Jahrhundert einen Presidio, eine Militärsiedlung, gründeten. Der Ort hieß zunächst Pitic und erhielt 1828 den Namen Hermosillo, zu Ehren des Unabhängigkeitskämpfers José María González de Hermosillo. Im 19. Jahrhundert wurde die Stadt Hauptstadt von Sonora. Die Mexikanische Revolution brachte mehrere einflussreiche Politiker aus Sonora hervor, darunter Álvaro Obregón und Plutarco Elías Calles. Heute ist Hermosillo ein Zentrum für Viehzucht, Landwirtschaft und Industrie, darunter ein großes Ford-Werk.
Sehenswürdigkeiten in Hermosillo
Den besten Überblick bietet der Cerro de la Campana, dessen Gipfel man zu Fuß oder mit dem Auto erreicht; besonders bei Sonnenuntergang leuchtet die Wüste rötlich. Am Fuß liegt die Plaza Zaragoza mit der weißen Kathedrale de la Asunción und dem Palacio de Gobierno, dessen Wandbilder die Geschichte Sonoras erzählen. Das Museo de Sonora in einem ehemaligen Gefängnis zeigt Archäologie und Geschichte der Region. Ein besonderes Ziel ist das Centro Ecológico de Sonora, ein Zoo und botanischer Garten mit Tieren und Pflanzen der Sonora-Wüste, vom Wüstenluchs bis zum Dickhornschaf. Wer früh morgens kommt, erlebt die Tiere aktiver und die Temperaturen erträglicher. Am Stadtrand lohnt zudem ein Blick auf die Presa Abelardo L. Rodríguez, einen Stausee, an dessen Ufern Spazierwege angelegt wurden.
Kultur und Ausgehen
Die Universidad de Sonora prägt das Kulturleben, ihr Hauptgebäude mit Arkaden ist ein bekanntes Motiv. Im Teatro de la Ciudad finden Konzerte und Theater statt, das Musas, das Museo de Arte de Sonora, zeigt zeitgenössische Kunst. Ein wichtiges kulturelles Ereignis ist das Festival del Pitic im Frühjahr mit Musik, Tanz und Theater auf Bühnen in der Altstadt. Weil die Tage heiß sind, beginnt das Leben am Abend: In Bars, Brauereien und auf Terrassen entlang des Bulevar Kino trifft man sich nach Sonnenuntergang. Viele Lokale bieten Livemusik, von Norteño bis Rock.
Essen in Hermosillo
Sonora ist bekannt für sein Rindfleisch, und Hermosillo nimmt das ernst. Die Carne asada wird über Mesquite-Holz gegrillt und mit großen, hauchdünnen Weizentortillas, den Tortillas sobaqueras, serviert. Dazu gibt es Frijoles charros und Salsa. Ein Klassiker sind die Sonora-Hot-Dogs, im Speckmantel gegrillt und mit Bohnen, Tomaten, Zwiebeln und Jalapeños belegt. Coyotas, flache Gebäckstücke mit Piloncillo-Füllung, sind das typische süße Mitbringsel. Wer es scharf mag, probiert Chiltepín, eine kleine, sehr scharfe Wildchili, die in der Region geerntet wird. Bacanora, ein Agavenbrand aus der Sierra, ist der regionale Mezcal und wurde lange Zeit heimlich gebrannt, bevor er legalisiert wurde.
Unterwegs in Hermosillo
Der Flughafen General Ignacio L. Pesqueira (HMO) liegt westlich der Stadt und hat Verbindungen nach Mexiko-Stadt, Guadalajara, Tijuana und in die USA. Nach Phoenix in Arizona sind es auf der Straße etwa sechs Stunden. In der Stadt sind Taxis und Fahrdienste die bequemste Lösung; das Bussystem ist eher für Einheimische gedacht. Die Lage in Hermosillo ist für Besucher meist ruhig, doch in Teilen Sonoras gibt es Kartellaktivität, daher empfiehlt es sich, Überlandfahrten tagsüber zu planen.
Beste Reisezeit und Ausflüge
Im Sommer gehört Hermosillo zu den heißesten Städten des Landes, Temperaturen über 45 Grad sind möglich. Die beste Reisezeit liegt zwischen November und März. Gut eine Stunde westlich liegt Bahía de Kino am Golf von Kalifornien, ein Fischerort mit langen Stränden und Blick auf die Isla Tiburón. In der Nähe leben die Seri, die für Schnitzereien aus Eisenholz bekannt sind. Weiter südlich lockt San Carlos bei Guaymas mit Buchten, Tauchspots und dem markanten Doppelgipfel Tetakawi.


