Sinaloa: Mazatlán, Meeresfrüchte und Banda-Musik
Reiseführer · redaktionellZwischen der Sierra Madre Occidental und dem Golf von Kalifornien liegt Sinaloa, Mexikos Gemüsegarten und Heimat der Blasmusik Banda. Für einen Urlaub in Sinaloa ist vor allem Mazatlán interessant, eine Hafenstadt mit restaurierter Altstadt, kilometerlanger Uferpromenade und Garnelen direkt vom Kutter.
Fruchtbare Küstenebene
Sinaloa erstreckt sich als langer Streifen an der Pazifikküste, genauer am Ausgang des Golfs von Kalifornien. Ein Dutzend Flüsse fließt von der Sierra Madre Occidental herab und bewässert eine breite Küstenebene, in der Tomaten, Paprika, Mais und Gurken für den Export angebaut werden. Vor der Küste liegen Lagunen, Mangroven und Inseln, die Zugvögeln Rastplätze bieten. Im Osten steigt das Land in die zerklüftete Sierra an, mit alten Bergbaudörfern. Das Klima ist heiß; im Sommer wird es schwül und regnerisch, im Winter angenehm warm und trocken.
Mazatlán und die anderen Städte
Mazatlán ist das touristische Zentrum. Das historische Viertel um die Plazuela Machado wurde in den vergangenen Jahrzehnten liebevoll restauriert, mit dem Teatro Ángela Peralta, bunten Häusern aus dem 19. Jahrhundert und Cafés unter Arkaden. Der Malecón zählt zu den längsten Uferpromenaden der Welt und führt an Felsen vorbei, von denen Klippenspringer ins Meer springen. Auf dem Cerro del Crestón steht einer der höchstgelegenen Leuchttürme der Welt. Nördlich schließt sich die Zona Dorada mit Hotels an, und neue Siedlungen wie Veredas del Mar wachsen. Die Landeshauptstadt Culiacán ist eine Handels- und Agrarstadt mit Kathedrale und dem botanischen Garten mit zeitgenössischer Kunst. Los Mochis im Norden ist Ausgangspunkt für die Zugfahrt durch den Kupfercanyon, Guasave und Guamúchil sind Agrarstädte, Escuinapa im Süden ist für Mangos und Garnelen bekannt.
Sehenswürdigkeiten in Sinaloa
Von Los Mochis startet der Chepe Express, der Zug durch die Barranca del Cobre nach Chihuahua, eine der spektakulärsten Bahnstrecken Amerikas. Vor Mazatlán liegen die Islas de Venado und Isla de la Piedra, die mit Wassertaxis erreichbar sind und zu Strandtagen einladen. El Rosario, ein Pueblo Mágico südlich von Mazatlán, ist eine alte Silberstadt; ihre Kirche wurde Stein für Stein versetzt, weil die Mine darunter einzustürzen drohte. Cosalá in den Bergen bewahrt Kolonialhäuser und eine ruhige Plaza, und El Fuerte im Norden ist eine Kolonialstadt mit Festung am Río Fuerte. Von Dezember bis März ziehen Buckelwale vor der Küste vorbei. Im Mazatlán-Aquarium und am Strand von Cerritos lassen sich Ausflüge gut mit Schwimmen und Surfen verbinden.
Kultur und Feste
Die Banda sinaloense, mit Tuba, Klarinetten, Trompeten und Pauke, entstand im 19. Jahrhundert unter dem Einfluss deutscher Blaskapellen und ist heute im ganzen Land populär. Der Karneval von Mazatlán gehört zu den ältesten und größten Mexikos, mit Paraden, Feuerwerk über der Bucht und der „Combate Naval“. Im Norden leben die Yoreme (Mayo), deren Hirschtanz eng mit dem der Yaqui aus Sonora verwandt ist. Baseball ist im Bundesstaat populärer als Fußball.
Essen und Trinken
Sinaloa ist das Land der Meeresfrüchte. Aguachile, rohe Garnelen in Limettensaft mit Chili, Gurke und roten Zwiebeln, ist der Klassiker, dazu Ceviche, Callo de hacha, eine große Muschel, und Pescado zarandeado, gegrillter Fisch im Ganzen. Chilorio, geschmortes Schweinefleisch mit Chilisoße, stammt aus dem Inland, ebenso Machaca. Zum Nachtisch gibt es Coricos, Maisgebäck, und Pan de mujer. Mazatlán hat mit der Pacífico eine eigene Biermarke, deren Brauerei seit 1900 besteht.
Anreise und beste Reisezeit
Mazatlán (MZT) wird direkt aus den USA und Kanada sowie aus Mexiko-Stadt angeflogen, Culiacán (CUL) und Los Mochis (LMM) vor allem aus dem Inland. Autobahnen verbinden die Küstenstädte, und eine Fähre fährt von Mazatlán nach La Paz in Süd-Niederkalifornien. Als beste Reisezeit gelten November bis April. Die Sicherheitslage ist ernst: Für Sinaloa gelten wegen der Kartellgewalt weitreichende Reisewarnungen, besonders für Culiacán und ländliche Gebiete. Mazatlán ist touristisch zwar gut erschlossen, aber auch dort sollte man sich vorab über aktuelle Hinweise informieren.









