Stadt · Ebene 3

Veracruz

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Region
Mexiko
Einwohner
8.062.579
Zentrum
19.2003° N · -96.1384° E
Stadtteile
5
Veracruz – Stadtansicht
Veracruz · © Ralf Roletschek · GFDL 1.2
§ 2

Karte von Veracruz

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§ 3

Veracruz entdecken: Hafen, Danzón und Café de la Parroquia

Reiseführer · redaktionell

Wenn abends auf der Plaza de Armas ein Orchester den Danzón anstimmt und ältere Paare in weißen Guayaberas tanzen, spürt man den karibischen Rhythmus von Veracruz. Mexikos älteste Hafenstadt verbindet auf einer Reise an den Golf Geschichte, Musik, Meeresfrüchte und eine Lebensfreude, die hier jarocha heißt.

Fünfhundert Jahre Hafengeschichte

1519 landete Hernán Cortés an dieser Küste und gründete die Villa Rica de la Vera Cruz, die erste spanische Stadt auf dem amerikanischen Festland. Über Jahrhunderte war Veracruz das wichtigste Tor zwischen Neuspanien und Europa: Silber ging nach Sevilla, Waren, Siedler und versklavte Afrikaner kamen an. Piraten überfielen die Stadt, etwa 1683, und die Festung San Juan de Ulúa sollte den Hafen schützen. Später landeten hier französische und US-amerikanische Truppen, 1914 besetzten die USA die Stadt monatelang. Weil Veracruz so oft Invasionen standhielt, trägt es den Titel „cuatro veces heroica“, viermal heldenhaft.

Sehenswürdigkeiten in Veracruz

Die Fortaleza de San Juan de Ulúa auf einer Insel vor dem Hafen ist das Wahrzeichen: Festung, später Gefängnis, mit Mauern aus Korallenstein und düsteren Zellen. Im Zentrum liegt die Plaza de Armas mit dem Palacio Municipal und der Kathedrale. Der Malecón führt am Hafen entlang, wo man Containerschiffe und Fischerboote beobachtet und Händler Souvenirs verkaufen. Das Baluarte de Santiago ist der letzte Rest der Stadtmauer. Das Acuario de Veracruz gilt als eines der größten Lateinamerikas und zeigt Haie, Rochen und Seekühe. Südlich schließen sich die Strände von Boca del Río an, die mit Veracruz zusammengewachsen sind.

Museen, Musik und Karneval

Die Musik prägt die Identität der Stadt. Der Son jarocho mit Jarana, Harfe und Zapateado ist hier zu Hause; das bekannteste Lied, La Bamba, stammt aus dieser Tradition. Der Danzón, ursprünglich aus Kuba, wird auf Plätzen und in Tanzsälen gepflegt. Im Februar feiert Veracruz einen der größten Karnevals Mexikos mit Umzügen am Malecón, Kostümen und tagelangen Partys. Das Museo Histórico Naval im ehemaligen Marineschulgebäude erzählt die Geschichte der Seefahrt, und das Museo de la Ciudad zeigt die Entwicklung des Hafens. Abends füllen sich die Portales an der Plaza mit Musikern, die von Tisch zu Tisch ziehen.

Essen in Veracruz

Die Küche ist reich an Fisch und Meeresfrüchten. Der Klassiker ist Huachinango a la veracruzana, Rotbarsch in Tomatensoße mit Oliven, Kapern und Chili, ein Gericht, das spanische und mexikanische Einflüsse vereint. Zum Frühstück gibt es Picadas oder Gordas, und Arroz a la tumbada, ein Reisgericht mit Meeresfrüchten, ist eine Spezialität der Region. Kult ist das Gran Café de la Parroquia, wo man den Lechero bestellt, Milchkaffee, und mit dem Löffel an das Glas klopft, damit der Kellner heiße Milch nachgießt. In Boca del Río und Mandinga am Stadtrand reihen sich Fischlokale, in denen man frische Austern und Ceviche bekommt.

Unterwegs in Veracruz

Der Flughafen General Heriberto Jara (VER) liegt südwestlich der Stadt, mit Flügen nach Mexiko-Stadt, Monterrey und Houston. Von Mexiko-Stadt fahren Busse in rund fünf bis sechs Stunden. In der Stadt sind Busse und Taxis die üblichen Verkehrsmittel; die Altstadt erkundet man zu Fuß. Der Bundesstaat Veracruz hat Probleme mit organisierter Kriminalität; im Hafengebiet und an der touristischen Uferzone ist die Lage meist ruhig, nachts empfiehlt sich trotzdem Vorsicht.

Beste Reisezeit und Ausflüge

Die beste Reisezeit liegt zwischen November und April, auch wenn im Winter gelegentlich der Nortes-Wind kühle Tage bringt. Im Sommer ist es heiß, feucht und regnerisch, von Juni bis November ist Hurrikansaison. Lohnende Ausflüge führen nach La Antigua, dem Ort der ersten Stadtgründung, mit dem angeblichen Haus von Cortés, nach Tlacotalpan, einem farbigen Kolonialstädtchen am Fluss und UNESCO-Welterbe, sowie zur Ruinenstätte El Tajín mit ihrer Nischenpyramide weiter nördlich. Nahe der Stadt lockt außerdem das Riffgebiet des Sistema Arrecifal Veracruzano, ein Meeresschutzgebiet, in dem man tauchen und schnorcheln kann, sowie die Isla de Sacrificios, die man bei Bootsfahrten vom Malecón aus umrundet.