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Japan

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ISO
JP
Kontinent
Asien
Regionen
47
Städte
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Japan: Tempel, Bahnhöfe und regionale Küche

Reiseführer · redaktionell

Ein Urlaub in Japan beginnt oft mit einer Überraschung: wie leise ein voller Zug sein kann, wie selbstverständlich ein Schrein zwischen Bürotürmen steht und wie gut ein Essen in einem Bahnhofsimbiss schmeckt. Eine Japan Reise verbindet Großstädte, alte Tempelanlagen, Vulkanlandschaften und heiße Quellen, und das alles mit einem Verkehrsnetz, das ausgesprochen zuverlässig ist.

Inseln und Landschaften von Hokkaido bis Okinawa

Japan besteht aus vier Hauptinseln und mehreren tausend kleineren. Honshu, die größte, ist das Kernland mit Tokio, Kyoto und Osaka, aber auch mit den Japanischen Alpen, wo im Frühjahr bis zu 20 Meter hohe Schneewände entlang der Alpenroute Tateyama-Kurobe stehen. Im Norden liegt Hokkaido, weit, ländlich und im Winter tief verschneit, berühmt für Pulverschnee in Niseko und Lavendelfelder bei Furano im Juli. Shikoku im Süden ist die ruhigste der Hauptinseln, bekannt für den Pilgerweg zu 88 Tempeln und die Schlucht von Iya mit Hängebrücken aus Weinranken. Kyushu ist vulkanisch geprägt, mit dem aktiven Sakurajima vor Kagoshima und unzähligen Onsen in Beppu. Ganz im Süden schließlich reihen sich die subtropischen Inseln von Okinawa mit Korallenriffen und eigener Kultur. Rund drei Viertel des Landes sind gebirgig, weshalb die großen Städte in den wenigen Ebenen an der Küste dicht zusammenrücken.

Tokio, Yokohama und der Großraum Kanto

Tokio ist die größte Metropolregion der Welt und gleichzeitig erstaunlich kleinteilig. Hinter den Hauptstraßen von Shinjuku oder Shibuya liegen schmale Gassen mit Yakitori-Kneipen, die kaum zehn Plätze haben. In Asakusa drängen sich Besucher vor dem Sensō-ji, dem ältesten Tempel der Stadt, im Meiji-Schrein dagegen herrscht unter hohen Bäumen Ruhe. Harajuku steht für Mode und Jugendkultur, Akihabara für Elektronik, Anime und Manga, Ginza für Kaufhäuser mit Feinkostabteilungen im Untergeschoss. Morgens lohnt der äußere Markt von Tsukiji für Sushi zum Frühstück. Yokohama, nur eine halbe Stunde entfernt, besitzt die größte Chinatown Japans und eine schöne Hafenpromenade. Beliebte Tagesausflüge führen nach Kamakura mit dem großen Bronze-Buddha, nach Nikko mit seinen prachtvoll verzierten Schreinen oder nach Hakone, wo man bei gutem Wetter vom heißen Bad aus den Fuji sieht.

Kyoto, Osaka und der Westen Japans

Kyoto war über tausend Jahre lang kaiserliche Hauptstadt und gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Japan. Der Goldene Pavillon, der Steingarten von Ryōan-ji, die orangefarbenen Torii-Tore von Fushimi Inari und der Bambushain von Arashiyama sind tagsüber sehr voll; wer früh aufsteht oder abends durch die Holzhausgassen von Gion geht, erlebt die Stadt ruhiger. Osaka ist das Gegenstück: laut, herzlich und auf Essen fixiert. In Dōtonbori leuchten die Reklamen über dem Kanal, an den Ständen gibt es Takoyaki und Okonomiyaki. Nara mit seinem riesigen Buddha im Tōdai-ji und den zahmen Hirschen im Park ist ein einfacher Ausflug, ebenso Kobe mit seinem Hafen und dem berühmten Rindfleisch. Weiter westlich liegt Hiroshima, wo das Friedensmuseum und die Ruine des Atombombendoms an den August 1945 erinnern; mit der Fähre geht es von dort zum schwimmenden Torii von Miyajima. Nagoya ist ein wichtiger Industriestandort und Tor zu den Bergdörfern Takayama und Shirakawa-go mit ihren steilen Strohdächern. Auf Kyushu ist Fukuoka mit seinen Straßenständen am Fluss die lebendigste Stadt, im Norden Sapporo mit dem Schneefestival im Februar und Sendai als Ausgangspunkt für die Inselbucht von Matsushima.

Kultur, Bräuche und Geschichte

Shintō und Buddhismus existieren in Japan nebeneinander, viele Menschen besuchen zu Neujahr einen Schrein und lassen sich buddhistisch bestatten. Für Reisende gelten einige Regeln, die schnell zur Gewohnheit werden: Schuhe ausziehen in Wohnungen, Ryokan und vielen Tempeln, im Zug nicht telefonieren, im Onsen vor dem Baden gründlich duschen und nackt ins Becken steigen; Tattoos sind in manchen Bädern noch immer ein Problem. Trinkgeld ist unüblich und kann sogar irritieren. Eine Übernachtung im Ryokan, einem traditionellen Gasthaus mit Tatami-Matten, Yukata und mehrgängigem Abendessen, gehört zu den schönsten Erlebnissen. Wer sich für Geschichte interessiert, findet Samurai-Burgen wie Himeji, die weiße Reiherburg, oder Matsumoto mit ihrem schwarzen Holzbau, sowie Teezeremonien und Theaterformen wie Kabuki und Nō.

Essen und Trinken in Japan

Die japanische Küche ist stark regional. Sushi und Sashimi sind in Tokio besonders gut, Ramen gibt es in Dutzenden Varianten: mit Schweineknochenbrühe in Fukuoka, mit Miso in Sapporo, mit Sojasauce in Tokio. Kyoto steht für die Kaiseki-Küche, ein fein abgestimmtes Menü der Jahreszeit, und für Tofu und Gemüse aus der Tradition der Tempelküche. Osaka ist die Stadt des Streetfoods, Hiroshima hat seine eigene, geschichtete Okonomiyaki-Variante, und in Nagoya isst man Miso-Katsu und Aal über Reis. Alltäglich und günstig sind Izakaya, Kneipen mit kleinen Gerichten zu Bier oder Sake, sowie Konbini, die Supermärkte rund um die Uhr, deren Onigiri und Sandwiches erstaunlich gut sind. Sake wird in fast jeder Region gebraut, in Kobe-Nada und Fushimi in Kyoto kann man Brauereien besichtigen, und japanischer Whisky hat längst einen internationalen Ruf.

Anreise und Unterwegs in Japan

Nonstopflüge von Frankfurt und München nach Tokio, saisonal auch nach Osaka, dauern wegen der Umfliegung des russischen Luftraums etwa 13 bis 14 Stunden. Deutsche benötigen für touristische Aufenthalte bis 90 Tage kein Visum; geplant ist ein elektronisches Vorab-Registrierungssystem, daher sollten die aktuellen Einreisebestimmungen vor der Reise geprüft werden. Im Land ist die Bahn das wichtigste Verkehrsmittel. Der Shinkansen verbindet Tokio und Kyoto in gut zwei Stunden, Osaka und Hiroshima liegen an derselben Strecke und werden im dichten Takt bedient. Der Japan Rail Pass ist seit der Preiserhöhung 2023 nur noch bei sehr vielen Fernstrecken lohnend, regionale Pässe und Einzeltickets sind oft günstiger. In den Städten bezahlt man U-Bahn, Bus und sogar Getränkeautomaten mit IC-Karten wie Suica oder ICOCA, die auch im Smartphone funktionieren. Inlandsflüge sind nach Hokkaido, Kyushu und Okinawa sinnvoll, ein Mietwagen vor allem für Hokkaido und ländliche Regionen, wobei ein internationaler Führerschein nötig ist und links gefahren wird.

Beste Reisezeit für Japan

Als beste Reisezeit für Japan gelten Frühjahr und Herbst. Die Kirschblüte beginnt Ende März in Tokio und Kyoto und wandert bis Anfang Mai nach Hokkaido, die Temperaturen liegen dann bei 15 bis 20 Grad, allerdings sind Unterkünfte früh ausgebucht. Die Laubfärbung erreicht Kyoto und Tokio meist Mitte bis Ende November, die Berge schon im Oktober. Juni und Anfang Juli bringen die Regenzeit, der Hochsommer ist mit 33 bis 35 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit sehr anstrengend, dafür finden dann viele Feuerwerke und Sommerfeste statt; von August bis Oktober sind Taifune möglich. Der Winter ist im Großraum Tokio trocken und sonnig bei etwa 10 Grad, Hokkaido und die Japanischen Alpen bieten von Dezember bis März hervorragende Skibedingungen. Okinawa ist ganzjährig mild.

Japan Reiseziele jenseits der Goldenen Route

Die klassische Strecke Tokio, Hakone, Kyoto, Osaka nennt man die Goldene Route, und sie ist entsprechend gut besucht. Wer mehr Zeit hat, findet weitere Japan Reiseziele, die deutlich ruhiger sind: Kanazawa mit dem Garten Kenroku-en und alten Teehäusern, die Kunstinseln Naoshima und Teshima in der Seto-Inlandsee, den Kumano-Kodo-Pilgerweg auf der Kii-Halbinsel mit Übernachtung in Tempelherbergen, oder den Norden von Honshu mit seinen Onsendörfern in der Präfektur Akita. Hier zeigt sich ein Japan, in dem der Zug manchmal nur einmal in der Stunde fährt und man trotzdem pünktlich ankommt.