Nagano entdecken: Zenkō-ji, Soba und Schneeaffen
Reiseführer · redaktionellNagano ist um einen Tempel herum gewachsen, und das spürt man bis heute. Bei einer Reise in die Japanischen Alpen ist die Stadt mehr als ein Durchgangsort: Pilger, Skifahrer und Wanderer treffen sich in ihren Gassen, und der Weg zu den berühmten badenden Schneeaffen beginnt ebenfalls hier.
Eine Tempelstadt mit olympischer Erfahrung
Der Zenkō-ji wurde im 7. Jahrhundert gegründet und beherbergt eine Buddhastatue, die als eine der ersten in Japan gilt – so heilig, dass sie nie öffentlich gezeigt wird. Alle sechs bis sieben Jahre wird beim Gokaichō eine Nachbildung präsentiert, dann strömen Millionen Menschen in die Stadt. Weil der Tempel keiner einzelnen Schule angehört, stand er schon früh Frauen und Gläubigen aller Richtungen offen. Weltweit bekannt wurde Nagano 1998 als Gastgeber der Olympischen Winterspiele, die der Region den Shinkansen und moderne Sportstätten brachten.
Sehenswürdigkeiten in Nagano
Vom Bahnhof führt die Chūō-dōri sanft bergan zum Zenkō-ji, gesäumt von alten Läden, Herbergen und kleinen Tempeln. Durch das mächtige Sanmon-Tor gelangt man zur Haupthalle, unter der ein stockdunkler Gang liegt: Wer im Okaidan im Dunkeln den an der Wand hängenden Schlüssel ertastet, soll im Jenseits Erlösung finden. Rund um den Tempel bieten Shukubō, Tempelherbergen, Übernachtungen mit vegetarischem Essen und Morgenandacht. Im Süden der Stadt erinnert der Burgort Matsushiro mit Samuraihäusern an die Sanada-Familie, außerdem kann man dort einen Teil der unterirdischen Kriegsstollen besichtigen. In Togakushi im Norden führt eine Allee alter Zedern zu einem Bergschrein.
Essen in Nagano
Die Präfektur Shinshū ist berühmt für Soba, und Togakushi zählt zu den bekanntesten Buchweizennudel-Orten Japans. Oyaki, gefüllte Teigtaschen mit Gemüse, Pilzen oder süßer Bohnenpaste, isst man am besten frisch vom Grill. Äpfel und Trauben kommen aus den Obstgärten im Tal. Im Herbst lohnt ein Abstecher nach Obuse, wo Maronen in Süßspeisen verarbeitet werden und ein Museum dem Maler Hokusai gewidmet ist, der dort mehrfach weilte. Lokaler Sake und Miso aus Shinshū runden die Küche ab.
Ausflüge in die Berge
Nagano liegt in einem Becken, umgeben von Gipfeln, und die Natur beginnt fast an der Stadtgrenze. In Togakushi führt ein Waldweg über rund zwei Kilometer durch eine Allee von etwa 400 Jahre alten Zedern zum oberen Schrein, im Ninja-Museum des Ortes erfährt man von der lokalen Togakure-Tradition. Das Hochplateau von Iizuna bietet im Sommer Wanderwege und im Winter Pisten. Im Tal von Yamanouchi liegen die Onsen-Dörfer Shibu und Yudanaka mit holzgetäfelten Herbergen und öffentlichen Bädern, die man im Yukata abklappert. Hakuba im Westen war 1998 Austragungsort der Skisprung- und Abfahrtswettbewerbe und ist heute bei internationalen Skifahrern beliebt.
Unterwegs und beste Reisezeit
Mit dem Hokuriku-Shinkansen ist Nagano von Tokio in rund 80 bis 100 Minuten erreichbar. Die private Nagano-Dentetsu-Bahn fährt nach Obuse und Yudanaka, von wo Busse zum Affenpark Jigokudani starten; die Makaken baden vor allem im Winter in einer heißen Quelle. Die beste Reisezeit für Stadt und Tempel sind Frühling und Herbst, für Schneeaffen und Skigebiete wie Hakuba oder Shiga Kōgen der Januar und Februar.







