Stadt · Ebene 3

Kyōto · 京都市

14.318 Orte in Kyōto – von Wahrzeichen bis zur Cocktailbar. Wähle eine Kategorie, einen Stadtteil oder stöbere auf der Karte.Eigene Tour planen8 fertige Touren

Region
Präfektur Kyōto, Japan
Einwohner
1.463.723
Zentrum
35.0116° N · 135.7681° E
Stadtteile
21
Kyōto – Stadtansicht
Kyōto · © Basile Morin · CC BY-SA 4.0
§ 3

Karte von Kyōto

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§ 4

Kyōto entdecken: Tempel, Gärten und Geishas

Reiseführer · redaktionell

Über tausend Jahre lang residierte der japanische Kaiser in Kyōto, und noch heute zählt die Stadt rund 1.600 Tempel und mehrere hundert Schreine. Ein Kyōto-Urlaub führt durch Moosgärten, Holzgassen und Teehäuser – und wer früh aufsteht oder abseits der großen Namen sucht, findet trotz des Besucherandrangs erstaunlich stille Orte. Für jede Japan-Reise ist die alte Hauptstadt ein Pflichtziel.

Tausend Jahre Hauptstadt

794 gründete Kaiser Kanmu die Stadt Heian-kyō nach chinesischem Vorbild als Schachbrett, ein Raster, das man im Zentrum bis heute an den nummerierten Ost-West-Straßen erkennt. Hier entstand die höfische Kultur, die Japan prägte: der Roman „Genji Monogatari“, Teezeremonie, Nō-Theater, Ikebana. Im Ōnin-Krieg im 15. Jahrhundert brannte die Stadt nieder, Toyotomi Hideyoshi baute sie neu auf. 1868 zog der Kaiser nach Tokio, Kyōto blieb Zentrum von Religion und Handwerk. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt weitgehend verschont, weshalb hier so viel alte Holzarchitektur erhalten ist. 17 Stätten in und um Kyōto bilden gemeinsam das UNESCO-Welterbe.

Viertel und Stadtbezirke

Higashiyama am Fuß der östlichen Berge ist das Kyōto der Postkarten: Die gepflasterten Gassen Ninenzaka und Sannenzaka führen hinauf zum Kiyomizu-dera, abends schlendert man durch Gion, wo mit etwas Glück eine Maiko zu einem Termin im Teehaus eilt. Bitte nicht fotografieren oder bedrängen – einige private Gassen sind inzwischen gesperrt. Nakagyō ist das Geschäftszentrum mit Einkaufsarkaden, dem Nishiki-Markt und dem Kneipengässchen Pontochō am Kamo-Fluss. Shimogyō rund um den Bahnhof hat die meisten Hotels, Sakyō im Nordosten den Philosophenweg, die Universität und ruhige Zen-Tempel. Ukyō im Westen umfasst Arashiyama mit seinem Bambushain, Fushimi im Süden das Sake-Viertel und den Fuchsschrein. Kamigyō rund um den Kaiserpalast ist Heimat der Weberstadt Nishijin.

Sehenswürdigkeiten in Kyōto

Die Liste der Sehenswürdigkeiten in Kyōto ist endlos, einige Orte sind aber unverzichtbar. Am Fushimi Inari Taisha ziehen sich Tausende orangerote Torii den Berg Inari hinauf, gestiftet von Firmen und Familien – wer bis zum Gipfel wandert, lässt die Massen bald hinter sich. Der Kinkaku-ji, der Goldene Pavillon, spiegelt sich im Teich, sein schlichteres Gegenstück Ginkaku-ji liegt am Anfang des Philosophenwegs. Der Kiyomizu-dera thront auf einer Holzterrasse ohne einen einzigen Nagel über dem Hang. Im Ryōan-ji meditiert man vor 15 Steinen in geharktem Kies, im Kokedera wachsen über hundert Moosarten (nur mit Voranmeldung). Die Burg Nijō mit ihren „Nachtigallenböden“, die bei jedem Schritt zwitschern, zeigt die Macht der Shogune. In Arashiyama lohnt nach dem Bambushain der Zen-Garten des Tenryū-ji und eine Bootsfahrt auf dem Hozu-Fluss, Frühaufsteher haben die Wege dort noch fast für sich allein.

Kultur und Handwerk

Kyōto ist die Stadt der lebendigen Traditionen. Im Nationalmuseum Kyōto sieht man buddhistische Skulpturen und Rollbilder, das Kyoto International Manga Museum in einer alten Grundschule bietet ein ganz anderes Japan. In Nishijin kann man Webern bei der Arbeit zusehen, in vielen Teehäusern eine Teezeremonie mitmachen. Höhepunkt des Jahres ist das Gion Matsuri im Juli mit riesigen Prunkwagen, die einen ganzen Monat lang das Stadtbild bestimmen; im August leuchten beim Gozan no Okuribi Feuerzeichen an den Berghängen. Im Frühjahr tanzen die Geikos und Maikos bei den öffentlichen Aufführungen wie dem Miyako Odori.

Essen in Kyōto

Die Kyōto-Küche ist fein und zurückhaltend. Kaiseki, das mehrgängige Menü der Jahreszeiten, hat hier seine Wurzeln, ebenso die buddhistische Tempelküche Shōjin Ryōri, die man in Tempeln wie Tenryū-ji probieren kann. Yudōfu, in Brühe gegarter Tofu, ist eine Spezialität rund um Nanzen-ji, Yuba, die Haut der Sojamilch, findet man auf vielen Speisekarten. Auf dem Nishiki-Markt, der „Küche Kyōtos“, gibt es eingelegtes Gemüse (Tsukemono), Spieße und Matcha-Süßes. Der Grüntee stammt aus dem nahen Uji, Sake aus den Brauereien in Fushimi wie Gekkeikan. Im Sommer werden auf Plattformen über dem Kamo-Fluss und im kühleren Kibune Speisen serviert.

Abends in Kyōto

Kyōto geht früher schlafen als Osaka, doch Pontochō mit seinen Laternen und Holzfassaden ist abends besonders stimmungsvoll. Rund um Kiyamachi gibt es Bars und Izakaya, in Fushimi Sake-Verkostungen. Stimmungsvoll sind die Lichtfeste: Bei Hanatōro im März und Dezember werden die Gassen von Higashiyama und Arashiyama mit Laternen beleuchtet, und viele Tempel öffnen im Herbst abends zur Illumination des Ahorns. Wer übernachten will wie früher, wählt ein Ryokan oder ein restauriertes Machiya-Stadthaus mit Tatami, Holzbad und kleinem Innenhof. Ein Spaziergang am Kamo-Fluss gehört ebenfalls zum Abend: Studenten, Paare und Musiker sitzen in regelmäßigen Abständen am Ufer, über das sich die Lichter von Sanjō und Shijō spiegeln.

Unterwegs in Kyōto und beste Reisezeit

Vom Flughafen Kansai fährt der Haruka in rund 75 Minuten zum Bahnhof Kyōto, von Tokio braucht der Shinkansen gut zwei Stunden. In der Stadt sind Busse oft überfüllt; schneller geht es mit U-Bahn, Keihan- und Hankyū-Bahn sowie zu Fuß oder mit dem Leihrad – Kyōto ist flach und übersichtlich. Die beste Reisezeit ist die Kirschblüte Ende März bis Anfang April und das Herbstlaub im November, dann aber mit vollen Hotels. Ruhiger sind Januar und Februar, wenn manchmal Schnee auf dem Goldenen Pavillon liegt. Ausflüge führen nach Nara, Uji mit dem Byōdō-in oder nach Ōhara und Kurama in die Berge.

§ 5

Häufige Fragen zu Kyōto

kurz beantwortet

Welche Sehenswürdigkeiten sollte man in Kyōto nicht verpassen?

Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Kyōto gehören der Fushimi Inari Taisha mit Tausenden orangeroten Torii, der Goldene Pavillon Kinkaku-ji, der Kiyomizu-dera auf seiner nagellosen Holzterrasse und der Steingarten des Ryōan-ji. Am Anfang des Philosophenwegs liegt der Ginkaku-ji, im Westen der Stadt lockt Arashiyama mit seinem Bambushain. Insgesamt listet travelguide195 rund 1.084 Sehenswürdigkeiten in Kyōto, und 17 Stätten in und um die Stadt bilden gemeinsam das UNESCO-Welterbe.

Kann man Kyōto an einem Tag besichtigen?

Die Klassiker von Kyōto lassen sich an einem Tag sehen, wenn du gut planst. Die fertige Tagestour „Kyōto an einem Tag: Arashiyama, Higashiyama und Abend am Kamo-Fluss“ von travelguide195 umfasst 12 Stopps von 09:30 bis 21:00 Uhr und rund 5,6 km zu Fuß. Insgesamt bietet travelguide195 acht thematische Tagestouren für Kyōto an, etwa zu Geschichte, Kunst, Kulinarik oder für Regentage, sodass du auch mehrere Tage füllen kannst.

In welchem Viertel von Kyōto sollte man übernachten?

Wer in Kyōto kurze Wege zum Bahnhof sucht, ist in Shimogyō gut aufgehoben, denn dort gibt es die meisten Hotels der Stadt. Alternativ liegt Nakagyō als Geschäftszentrum mit Einkaufsarkaden und dem Nishiki-Markt zentral; travelguide195 listet dort rund 3.422 Orte, so viele wie in keinem anderen Bezirk. Für ruhigere Tage eignet sich Sakyō im Nordosten mit Philosophenweg und Zen-Tempeln. Insgesamt verzeichnet travelguide195 rund 1.705 Hotels in Kyōto.

Welche Museen gibt es in Kyōto?

In Kyōto listet travelguide195 rund 202 Museen, von Kunst über Geschichte bis zur Eisenbahn. Bekannt sind das Kyoto National Museum, das Hosomi Museum und das Saga Arashiyama Museum of Arts and Culture für Kunstinteressierte. Geschichtsmuseen sind etwa das Kyoto Museum for World Peace und das Lake Biwa Canal Museum, Technikfans besuchen das Kyoto Railway Museum. Die Tour „Kyōto für Kunstliebhaber: Von Okazaki bis Shijō“ verbindet 7 Stopps von 10:00 bis 19:30 Uhr.

Was isst man in Kyōto und wo findet man gute Restaurants?

In Kyōto dominiert die japanische Küche: Von rund 11.277 Restaurants, die travelguide195 listet, sind etwa 6.065 japanisch und 475 auf Sushi spezialisiert. Daneben gibt es unter anderem rund 485 italienische, 451 chinesische und 296 französische Restaurants. Ein guter Ausgangspunkt ist der Nishiki-Markt im Bezirk Nakagyō. Die kulinarische Tour „Kyōto zwischen Soba, Sake und Speakeasy“ führt zu 9 Stopps auf nur rund 0,8 km zu Fuß.

Was kann man in Kyōto am Abend unternehmen?

Abends lohnt sich in Kyōto ein Spaziergang durch Gion und das Kneipengässchen Pontochō am Kamo-Fluss. In Gion begegnet dir mit etwas Glück eine Maiko – bitte nicht fotografieren oder bedrängen, einige private Gassen sind inzwischen gesperrt. Für Drinks listet travelguide195 rund 50 Bars, darunter 44 Cocktailbars und 6 Speakeasys. Die Tour „Kyōto am Abend: Higashiyama im Dämmerlicht und Cocktails am Kiyamachi“ umfasst 6 Stopps von 17:00 bis 23:59 Uhr.