Stadt · Ebene 3

Ōtsu · 大津市

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Region
Präfektur Shiga, Japan
Einwohner
342.607
Zentrum
35.0178° N · 135.8548° E
Stadtteile
–
Ōtsu – Stadtansicht
Ōtsu · © Gpwitteveen · CC BY-SA 4.0
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Karte von Ōtsu

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Ōtsu entdecken: Tempel am Biwa-See und auf dem Hiei

Reiseführer · redaktionell

Nur neun Minuten mit dem Zug von Kyōto, und vor einem liegt der größte See Japans. Wer bei einem Japan-Urlaub die überfüllten Tempel Kyōtos meiden möchte, findet in Ōtsu bedeutende Klöster, Ufer-Promenaden, Dampferfahrten und einen heiligen Berg – meist mit weit weniger Gedränge.

Eine alte Hauptstadt am See

Schon im 7. Jahrhundert verlegte Kaiser Tenji den Hof für einige Jahre an den Biwa-See, an dessen Südufer Ōtsu liegt. Später entwickelte sich der Ort zur letzten Station der Tōkaidō-Straße vor Kyōto und zum Umschlagplatz für Waren, die über den See aus dem Norden kamen. Die acht klassischen Ansichten von Ōmi, die Hiroshige in Holzschnitten verewigte, zeigen viele Plätze der heutigen Stadt. Im Ōmi-Jingū, dem Schrein für Kaiser Tenji, finden jedes Jahr die Meisterschaften im Karuta statt, dem Kartenspiel mit klassischen Gedichten, bekannt aus dem Manga „Chihayafuru“.

Sehenswürdigkeiten in Ōtsu

Auf dem Berg Hiei thront der Enryaku-ji, im Jahr 788 gegründetes Hauptkloster der Tendai-Schule und Teil des UNESCO-Welterbes von Kyōto. Im Konponchūdō soll eine Lampe seit über 1.200 Jahren ununterbrochen brennen. Zu Füßen des Bergs liegt Sakamoto mit seinen kunstvoll geschichteten Anō-Steinmauern und dem weitläufigen Schrein Hiyoshi Taisha. Der Mii-dera mit seinen berühmten Glocken und der Ishiyama-dera, wo Murasaki Shikibu der Überlieferung nach die Arbeit an der „Geschichte vom Prinzen Genji“ begann, gehören zu den schönsten Tempeln der Region. Ein besonderes Fotomotiv ist die Ukimidō in Katata, eine kleine Tempelhalle, die auf Pfählen über dem Wasser steht.

Am und auf dem Biwa-See

Vom Hafen Ōtsu starten Ausflugsschiffe, darunter ein Schaufelraddampfer im Stil des Mississippi, der zu Rundfahrten über den Süden des Sees ablegt. Die Uferpromenade mit Parks und Fontänen ist ideal für Abendspaziergänge, im Sommer steigt hier ein großes Feuerwerk. Im Norden der Stadt ziehen Strände und Campingplätze Familien und Wassersportler an, und von der Seilbahn Biwako Terrace genießt man einen weiten Blick über den See.

Essen in Ōtsu

Die Küche der Region dreht sich um den See und das Umland. Die bekannteste und eigenwilligste Spezialität ist Funazushi, fermentierte Karausche aus dem Biwa-See, deren intensiver Geruch Kenner begeistert. Ōmi-Rind zählt zu den edelsten Rindfleischsorten Japans, und in Sakamoto isst man Soba in traditionsreichen Lokalen. Rot gefärbter Konnyaku ist ein ungewöhnliches lokales Mitbringsel. Zu einem Besuch passen außerdem die Ōtsu-e, volkstümliche Bilder, die einst als Souvenirs an der Tōkaidō verkauft wurden.

Anreise und beste Reisezeit

Die JR-Biwako-Linie verbindet Ōtsu in Minuten mit Kyōto, die Keihan-Bahn fährt bis Sakamoto, wo eine Standseilbahn auf den Hiei führt. Die beste Reisezeit sind die Kirschblüte im April und der Ahorn im November, besonders an den Tempeln von Sakamoto und Ishiyama. Im Sommer locken das Feuerwerk über dem See und kühle Abende am Ufer, im Winter ist der Hiei oft verschneit, und die Klöster wirken dann besonders still. Wer mehrere Tage bleibt, nutzt Ōtsu als ruhigere und günstigere Unterkunft für Ausflüge nach Kyōto.

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