Region · Ebene 2

Präfektur Tokushima

3.354 Orte in Präfektur Tokushima, verteilt auf 12 Städte mit eigener Seite.

Land
Japan
Städte
12
Zuordnung
über Koordinaten
§ 3

Präfektur Tokushima: Awa-Odori, Strudel und Iya-Tal

Reiseführer · redaktionell

Tokushima ist der Ausgangspunkt des Shikoku-Pilgerwegs und Heimat des berühmtesten Tanzfestes Japans. Ein Urlaub in der Präfektur Tokushima führt zu Meeresstrudeln unter einer Hängebrücke, in eines der abgelegensten Bergtäler des Landes und zu Indigo-Färbereien mit jahrhundertealter Tradition. Von Osaka aus ist man in rund zwei Stunden dort.

Landschaft und Lage

Die Präfektur nimmt den Osten Shikokus ein. Der Yoshino, einer der großen Flüsse Japans, fließt von Westen nach Osten durch ein breites Tal mit Städten wie Miyoshi, Mima, Awa und Yoshinogawa und mündet bei Tokushima ins Meer. Südlich davon liegt das Shikoku-Gebirge mit dem Tsurugi, nördlich das Sanuki-Gebirge. Die Küste reicht von der Naruto-Meerenge im Norden über Komatsushima und Anan bis zu den Surfstränden im Süden.

Sehenswürdigkeiten in der Präfektur Tokushima

In der Naruto-Meerenge zwischen Shikoku und der Insel Awaji bilden die Gezeiten Strudel mit bis zu 20 Metern Durchmesser. Man beobachtet sie von Ausflugsbooten oder vom Uzu-no-Michi, einem Glasboden-Steg unter der Ōnaruto-Brücke. Das Ōtsuka-Kunstmuseum in Naruto zeigt über 1.000 Meisterwerke der Kunstgeschichte als Keramik-Reproduktionen in Originalgröße, darunter die Sixtinische Kapelle. Das Iya-Tal im Westen ist eine tiefe Schlucht, in die sich der Legende nach die besiegten Taira-Krieger flüchteten; Hängebrücken aus Weidenranken wie die Kazurabashi überspannen den Fluss. In der benachbarten Ōboke-Schlucht gleiten Boote zwischen Felswänden. Wakimachi in Mima bewahrt Kaufmannshäuser mit Udatsu-Brandmauern aus der Zeit des Indigohandels.

Kultur und Feste

Das Awa-Odori vom 12. bis 15. August verwandelt Tokushima in eine riesige Bühne: Tanzgruppen ziehen mit Trommeln, Shamisen und Flöten durch die Straßen, und das Publikum wird zum Mitmachen aufgefordert. Der Ryōzen-ji in Naruto ist der erste der 88 Tempel des Shikoku-Henro; hier kaufen Pilger ihre weiße Kleidung. Das Indigo, Awa-Ai, wird noch immer in Werkstätten fermentiert und gefärbt, Besucher können eigene Stoffe gestalten. Kamikatsu in den Bergen ist für sein Null-Abfall-Programm bekannt. Auf den Bizan, den Hausberg der Stadt, fährt eine Seilbahn, und im Awa-Odori-Kaikan erlebt man den Tanz das ganze Jahr über bei täglichen Vorführungen und darf selbst mittanzen. In Anan liegen Badestrände und der Tempel Tairyū-ji, zu dem eine lange Seilbahn hinaufführt.

Essen und Trinken

Tokushima-Ramen gibt es in braun, gelb und weiß, je nach Brühe; die bekannteste Variante wird mit rohem Ei und süß geschmortem Schweinefleisch serviert. Naruto-Wakame, in den starken Strömungen gewachsene Algen, gelten als besonders fest. Sudachi, eine kleine grüne Zitrusfrucht, würzt Fisch und Nudeln. Naruto-Kintoki-Süßkartoffeln und Awa-Odori-Hühner sind weitere Spezialitäten. Im Iya-Tal isst man Soba, Tofu und am Spieß gegrillte Kartoffeln mit Miso.

Anreise und beste Reisezeit

Expressbusse verbinden Osaka und Kōbe über die Akashi-Brücke und Awaji in etwa zwei Stunden mit Tokushima. Der Flughafen Tokushima bedient Tokio. Vom Bahnhof Tokushima fahren Züge nach Takamatsu und ins Yoshino-Tal; für das Iya-Tal ist ein Mietwagen ratsam. Als beste Reisezeit gelten Frühling, der August für das Awa-Odori und der Herbst mit Laubfärbung im Iya-Tal.